The National Times - Frankreichs neuer Premierminister Bayrou setzt Suche nach Regierungsmannschaft fort

Frankreichs neuer Premierminister Bayrou setzt Suche nach Regierungsmannschaft fort


Frankreichs neuer Premierminister Bayrou setzt Suche nach Regierungsmannschaft fort
Frankreichs neuer Premierminister Bayrou setzt Suche nach Regierungsmannschaft fort / Foto: © AFP/Archiv

Frankreichs neuer Premierminister François Bayrou verhandelt weiter mit Vertretern verschiedener Parteien, um eine neue Regierungsmannschaft zusammenzustellen. Die Gespräche seien "weit fortgeschritten", sagte der Fraktionschef von Bayrous Zentrumspartei Modem, Marc Fesneau, am Mittwoch dem Sender TF 1. Ziel sei die Ernennung der neuen Regierungsmitglieder vor Weihnachten, fügte er hinzu. Da Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Abend nach Mayotte aufbricht, wird frühestens nach seiner Rückkehr damit gerechnet.

Textgröße ändern:

Bayrou wolle "von derselben Basis ausgehen" wie die am 4. Dezember gestürzte Regierung, also das Präsidentenlager zusammen mit den konservativen Republikanern, erklärte Fesneau. Dabei gebe es aber eine "Offenheit für Persönlichkeiten aus dem linken Spektrum", fügte er hinzu.

Derzeit wird nicht über ein gemeinsames Regierungsprogramm in Form eines Koalitionsvertrags verhandelt. Ziel ist zunächst nur ein Minimalkonsens, der es der künftigen Regierung erlauben soll, den Haushalt 2025 zu verabschieden, ohne durch ein Misstrauensvotum gestürzt zu werden.

Die Republikaner teilten umgehend mit, dass sie sich "unter den aktuellen Bedingungen" nicht an der Regierung beteiligen wollen. "Ich werde nur dann in der Regierung bleiben können, wenn ich die Politik umsetzen kann, die die Mehrheit der Franzosen will, also Autorität, Härte und Ordnung wiederherzustellen, sowohl auf den Straßen als auch an unseren Grenzen", sagte der konservative Innenminister Bruno Retailleau dem Sender BFM.

Bayrou war in die Kritik geraten, weil er an einer Krisensitzung mehrerer Ministerien zu der Lage auf der verwüsteten Insel Mayotte nur per Videoschalte teilgenommen hatte. Er war stattdessen in seine Heimatstadt Pau am Fuß der Pyrenäen geflogen, wo er seit zehn Jahren Bürgermeister ist und eine Sitzung des Stadtrats leiten wollte. Später erklärte er, dass er sich in das Überseegebiet Mayotte begeben wolle, sobald die Regierung ernannt sei.

Am Mittwochnachmittag stand im Senat eine Debatte über ein Sondergesetz auf dem Programm, das den Haushalt von 2024 in das neue Jahr hinein verlängern soll. Dies wurde nötig, weil der bisherige Premierminister Michel Barnier keine Mehrheit für seine Haushaltsgesetze bekommen hatte. Er war deswegen am 4. Dezember gestürzt worden.

C.Blake--TNT

Empfohlen

Lula gegen Bolsonaro-Sohn: Brasilianer bestimmen in Richtungswahl ihren Präsidenten

Richtungswahl in Brasilien: Die Wählerinnen und Wähler des Landes haben am Sonntag darüber abgestimmt, ob der linksgerichtete Präsident Luiz Inácio Lula da Silva eine vierte Amtszeit erhält oder der rechtsgerichtete Senator Flávio Bolsonaro das Ruder übernimmt. Lula sagte nach seiner Stimmabgabe, die Menschen hätten die Wahl zwischen Demokratie und "Barbarei". Bolsonaro kündigte an, er wolle das "brasilianische Volk befreien". Parallel zum Präsidenten wurde unter anderem das Parlament neu gewählt.

Merz in Kiew: Lasse mich von Drohungen aus Moskau nicht beeindrucken

Trotz der andauernden russischen Drohnenangriffe auf Kiew hat sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bei seinem Besuch in der ukrainischen Hauptstadt unbeirrt in seiner Unterstützung des Landes gezeigt. Er sei "trotz der Drohungen aus Moskau gekommen", sagte Merz bei einer Pressekonferenz am Sonntag zusammen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. "Wir lassen uns auch nicht einschüchtern durch einen Drohnenangriff."

Vor Spitzentreffen der Koalition: Opposition mahnt Kurskorrektur an

Bei ihrem ersten Koalitionsausschuss nach der Sommerpause wollen die Regierungsparteien CDU, SPD und CSU nach turbulenten Wochen wieder Tritt fassen und gemeinsame Projekte vorantreiben. Die Opposition im Bundestag rief die Koalition am Sonntag auf, das Spitzentreffen für einen Neustart und für Kurskorrekturen zu nutzen. Das Erstarken der AfD bei den jüngsten Landtagswahlen müsse für die Koalition endlich ein "Weckruf" sein, sagte Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann der Nachrichtenagentur AFP.

"Schluss mit Selbstbeschäftigung": Opposition mahnt vor Koalitionsausschuss

Die Opposition im Bundestag hat die Regierungspartner Union und SPD aufgerufen, den bevorstehenden Koalitionsausschuss für einen Neustart und für Kurskorrekturen zu nutzen. "Der Koalitionsausschuss darf nicht nur der nächste Versuch sein, sich irgendwie wieder zusammenzuraufen - Schluss mit der Selbstbeschäftigung und dem Schleppen von Krise zu Krise", sagte Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. "Die erschütternden Ergebnisse der Rechtsextremen bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern müssen ein Weckruf sein."

Textgröße ändern: