The National Times - Macron sucht weiter einen Premierminister - Gespräche mit Grünen und Kommunisten

Macron sucht weiter einen Premierminister - Gespräche mit Grünen und Kommunisten


Macron sucht weiter einen Premierminister - Gespräche mit Grünen und Kommunisten
Macron sucht weiter einen Premierminister - Gespräche mit Grünen und Kommunisten / Foto: © AFP

Fünf Tage nach dem Sturz der französischen Regierung sucht Präsident Emmanuel Macron weiter nach einem neuen Premierminister. Nach ersten Sondierungsgesprächen mit dem bisherigen Regierungslager und den Sozialisten trifft Macron am Montag unter anderem mit Vertretern der Grünen und der Kommunistischen Partei zusammen. "Frankreich versinkt in endlose Diskussionen, bloß weil der Präsident das Wahlergebnis nicht respektieren will", sagte Grünen-Chefin Marine Tondelier dem Sender RTL.

Textgröße ändern:

Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen im Sommer hatte das links-grüne Lager die relative Mehrheit bekommen. Macron hatte mit Michel Barnier dennoch einen konservativen Premierminister ernannt - in der Hoffnung, dieser könne zusammen mit den Abgeordneten seiner Partei eine Mehrheit erreichen.

Da dieser Versuch nun gescheitert ist, strecken Teile des bisherige Regierungslagers nun die Fühler zu den Sozialisten aus. Diese sind bislang jedoch noch mit den Linkspopulisten in der Neuen Volksfront verbündet. Während Teile der Sozialisten sich offen für Verhandlungen zeigen, sehen die Linkspopulisten darin einen Verrat. Gespräche mit Macron lehnen sie ab.

"Wir machen das nicht mit, (...) wir können nicht mit denjenigen zusammen regieren, gegen die wir gewählt wurden", sagte die linkspopulistische Abgeordnete Mathilde Panot dem Sender France Inter. Ihre Partei werde "nicht ihre Wähler verraten, um Posten zu bekommen", fügte sie hinzu. "Ein Kompromiss mit Macrons Wirtschaftspolitik ist nicht möglich, (...) so lange er sich weigert, die Rentenreform rückgängig zu machen", betonte sie.

Unterdessen erklärte der geschäftsführende Haushaltsminister Laurent Saint-Martin, dass das Sondergesetz fertig vorbereitet sei, das der nächsten Regierung ermöglicht, auf der Basis des Haushalts von 2024 weiterzumachen. "Es kann beim nächsten Ministerrat vorgestellt werden", sagte er.

Eigentlich hätte die französische Regierung bis Jahresende noch zwei Haushaltsgesetze verabschieden müssen. Da Barniers Minderheitsregierung jedoch keine Mehrheit dafür fand, kam es im Zusammenhang mit dem Sozialhaushalt zu einem Misstrauensvotum.

Macron hatte in einer TV-Ansprache nach dem Sturz der Regierung angekündigt, dass dieses Sondergesetz bis Mitte Dezember verabschiedet werden sollte. Es ist jedoch unklar, ob die geschäftsführende Regierung dies tun kann oder erst die nächste ordentliche Regierung.

Macron hatte eine "Regierung des Gemeinwohls" in Aussicht gestellt, die "alle politischen Kräfte des republikanischen Spektrums" umfassen sollte. Für deren Ernennung gibt es keine Frist. Bis zur Ernennung Barniers im September hatte er sich zwei Monate Zeit gelassen.

Am Wochenende war Macron vor allem mit der Wiedereröffnung der restaurierten Pariser Kathedrale Notre-Dame und dem Empfang von etwa 40 geladenen Staatsgästen beschäftigt. Als Kandidaten für das Amt des Premierministers sind neben anderen der 38-jährige Verteidigungsminister Sébastien Lecornu und der 73 Jahre alte François Bayrou, Chef einer mit Macron verbündeten Splitterpartei, im Gespräch.

V.Bennett--TNT

Empfohlen

Präsidentenwahl in Brasilien: Bolsonaro liegt laut ersten Teilergebnissen vor Lula

Bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien ist der rechtsgerichtete Senator Flávio Bolsonaro laut ersten Teilergebnissen vorerst an dem linksgerichteten Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva vorbeigezogen. Nach der Auszählung von etwa 65 Prozent der elektronischen Wahlurnen des Landes lag Bolsonaro bei 49,8 Prozent der Stimmen, Lula lag demnach bei 42,2 Prozent der Stimmen. Die übrigen Kandidaten lagen jeweils im einstelligen Bereich.

Bosnisch-serbischer Hardliner Dodik erklärt sich zum Wahlsieger und dankt Trump und Putin

Bei den Wahlen in Bosnien-Herzegowina hat der abgesetzte bosnische Serbenführer Milorad Dodik nach eigenen Angaben seine Macht in der serbischen Teilrepublik gesichert. "Ich erkläre, dass wir gewonnen haben", sagte Dodik am Sonntag vor Unterstützern in Banja Luka, der Hauptstadt der Republika Srpska. Seine Partei habe sowohl in der Teilrepublik gewonnen als auch den serbischen Sitz des dreiköpfigen Staatspräsidiums des Zentralstaats.

NOOSHA AUBEL UND DAS BESCHÄMENDE VERSAGEN DER STRUKTUREN IM RATHAUS POTSDAM

Noosha Aubel ist 50 Jahre alt, parteilos und seit dem 24. Oktober 2025 Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Potsdam. Von 2017 bis 2023 gehörte sie bereits als Beigeordnete für Bildung, Kultur, Jugend und Sport zur Verwaltungsspitze. Damit ist sie keine politische Anfängerin, die sich erst in Potsdamer Strukturen einarbeiten müsste. Sie kennt dieses Rathaus, seine Zuständigkeiten und seine Schwachstellen seit Jahren. Genau deshalb wiegen die Vorgänge um die mehrfach schwerstbehinderten Schwestern Heddå und Heidrūn politisch besonders schwer und werden Fragen an fehlendem Anstand und Moral auf.

Wähler in Bosnien und Herzegowina bestimmen neue Parlamente und Präsidenten

In Bosnien und Herzegowina sind am Sonntag die Amtsträger im komplexen politischen System des früheren Bürgerkriegslandes gewählt worden. Der Beginn des Urnengangs verlief holprig, vielerorts gab es technische Probleme mit der neu eingeführten biometrischen Technik. Die Wahllokale sollten um 19.00 Uhr MESZ schließen, erste Ergebnisse wurden für den späten Abend erwartet.

Textgröße ändern: