The National Times - Habeck dringt auf gemeinsames Ölembargo der EU gegen Russland

Habeck dringt auf gemeinsames Ölembargo der EU gegen Russland


Habeck dringt auf gemeinsames Ölembargo der EU gegen Russland
Habeck dringt auf gemeinsames Ölembargo der EU gegen Russland / Foto: © AFP

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) dringt auf einen gemeinsamen Beschluss der EU-Staaten für einen Boykott von Öllieferungen aus Russland. Er akzeptiere, dass einige Länder dafür noch Zeit bräuchten, sagte Habeck am Montag dem Deutschlandfunk. Es dürfe aber kein "weiter so wie bisher" geben.

Textgröße ändern:

Habeck äußerte sich in dem Interview enttäuscht, dass ein EU-Beschluss für das Ölembargo bislang nicht zustandegekommen ist. Ursachen sind der Widerstand vor allem Ungarns, aber auch einiger weiterer osteuropäischer Staaten. Der Grünen-Politiker kritisierte ein "Geschacher", an dem auch weitere EU-Staaten beteiligt seien.

Nationale Alleingänge bei einem Embargo, mit dem die EU ihre Sanktionen gegen Russland wegen dessen Angriffskriegs gegen die Ukraine verschärfen will, lehnte Habeck allerdings ab. Deutschland und auch andere Staaten reduzierten allerdings bereits ihre Energieimporte aus Russland. Dies seien alles "kleine Embargoschritte", auch bereits bei Gas, wo der Anteil der Einfuhren von 55 Prozent auf 35 Prozent gesunken sei. Für ein Ölembargo solle es aber eine gemeinsame Lösung der EU geben, verbunden voraussichtlich mit Sonderrechten für bestimmte Staaten.

Der Bundeswirtschaftsminister äußerte sich im Vorfeld eines Auftritts beim Weltwirtschaftsforum in Davos am Nachmittag. In dem Interview mit dem Deutschlandfunk sprach er sich auch für eine globale Initiative aus, um Länder zu unterstützen, deren Lebensmittelversorgung durch die kriegsbedingte Blockade ukrainischer Agrarexporte gefährdet ist. Er kritisierte erneut, dass Russlands Präsident Wladimir Putin "Hunger als Waffe" einsetze. Dagegen solle es eine internationale Partnerschaftsinitiative geben statt neuer nationaler Egoismen.

Zur Globalisierung sagte Habeck, diese stehe angesichts der aktuellen Konflikte an einem "Scheitelpunkt". Ihre Regeln müssten in multilateralen Vereinbarungen unter Führung der Welthandelsorganisation WTO so geändert werden, dass davon die Menschen und auch das Klima profitierten. Dafür gebe es "eine Menge zu tun".

Der bislang von Profit-Interessen getriebene Welthandel müsse "fairer und nachhaltiger" werden, verlangte der Minister. Gelinge dies nicht, drohe ein Auseinanderbrechen der globalen Zusammenarbeit und deren Ablösung durch "Nationalismen". Konkret verlangte er das Einarbeiten der Vorgaben des Pariser Klimaschutzabkommens sowie von sozialen Maßgaben etwa der Weltarbeitsorganisation ILO in die WTO-Regeln.

S.Collins--TNT

Empfohlen

Russische Behörden melden massive Drohnenangriffe am letzten Tag der Parlamentswahl

Inmitten des Ukraine-Kriegs haben die Menschen in Russland am Sonntag am dritten und letzten Tag der Parlamentswahl ihre Stimmen abgegeben. Die russischen Behörden meldeten massive ukrainische Drohnenangriffe auf die Region Moskau, bei denen zwei Menschen getötet wurden. Bei der Wahl gilt ein Sieg der Partei Geeintes Russland von Präsident Wladimir Putin als sicher. Neben ihr sind nur andere Kreml-treue Parteien zugelassen. In Berlin protestierten Anhänger der Opposition gegen den Kreml und die Offensive in der Ukraine.

"Nein zum Krieg": Exilrussen protestieren am Wahltag vor Botschaft in Berlin

Vor der russischen Botschaft in Berlin haben am letzten Tag der russischen Parlamentswahl Anhänger der Opposition ihren Protest gegen den Kreml und den russischen Angriffskrieg in der Ukraine zum Ausdruck gebracht. Mehrere Dutzend Menschen versammelten sich am Sonntagmittag vor dem von der Polizei abgesperrten Gebäude unweit des Brandenburger Tors. Sie riefen Parolen wie "Nein zum Krieg", "Russland wird frei sein" oder "Russland ohne Putin".

Trump: In Washington geplanter Triumphbogen soll auch als Armeestützpunkt dienen

Der von US-Präsident Donald Trump in Washington geplante riesige Triumphbogen soll nach dessen Worten auch als Stützpunkt für militärische Drohnen und Scharfschützen der Armee dienen. Er habe zugestimmt, "den prächtigen Triumphbogen in einen erstklassigen Militärkomplex/Triumphbogen" umzuwandeln, erklärte Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. Das Bauwerk solle "eine große Anzahl von Drohnen sowie Scharfschützen sowohl auf dem Dach als auch auf dem Vorplatz" beherbergen, die schnell eingesetzt werden könnten.

Hohe Beteiligung bei Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern

Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich eine deutlich höhere Wahlbeteiligung ab als vor fünf Jahren. Bis 14.00 Uhr gaben 40,7 Prozent der 1,3 Millionen Wahlberechtigten in den Wahllokalen ihre Stimme ab, wie der Landeswahlleiter in Schwerin am Sonntagnachmittag mitteilte - 2021 hatte die Wahlbeteiligung zur selben Uhrzeit bei 32,5 Prozent gelegen. Die Umfragen sehen im Nordosten ein knappes Rennen zwischen SPD und AfD um den Wahlsieg voraus.

Textgröße ändern: