The National Times - Polens Präsident sagt Ukraine volle Unterstützung bei EU-Beitritt zu

Polens Präsident sagt Ukraine volle Unterstützung bei EU-Beitritt zu


Polens Präsident sagt Ukraine volle Unterstützung bei EU-Beitritt zu
Polens Präsident sagt Ukraine volle Unterstützung bei EU-Beitritt zu / Foto: © AFP

Der polnische Präsident Andrzej Duda hat der Ukraine die volle Unterstützung bei ihrem Streben nach einer EU-Mitgliedschaft zugesichert. Bei einer Pressekonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew sagte Duda am Sonntag, diejenigen, die "ihr Blut vergossen haben", um zu Europa zu gehören, müssten respektiert werden, "auch wenn die Situation kompliziert ist, auch wenn es Zweifel gibt". Zugleich schloss Duda im Umgang mit Moskau eine Rückkehr zur Tagesordnung aus.

Textgröße ändern:

Er werde nicht in seinen Bemühungen nachlassen, bis die Ukraine Mitglied der Union sei, versicherte Duda in einer Rede vor dem ukrainischen Parlament. Duda war der erste ausländische Staatschef, der seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine am 24. Februar vor dem Parlament in Kiew sprach. Seine Rede wurde mehrere Male durch stehenden Applaus unterbrochen. Polen hat mit Abstand die meisten Flüchtlinge aus der Ukraine aufgenommen und gilt als Kiews wichtigster Unterstützer in der Europäischen Union.

Die Entscheidung des Europäischen Rates über den Kandidatenstatus der Ukraine am 24. Juni werde "extrem wichtig" sein, "vor allem psychologisch und politisch", sagte Duda bei der Pressekonferenz. Er habe keinen Zweifel, "dass die Europäische Union so eine Geste machen" werde.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte am Donnerstag Erwartungen auf einen raschen EU-Beitritt der Ukraine gedämpft. Der Beitrittsprozess sei "keine Sache von ein paar Monaten oder einigen Jahren", sagte Scholz im Bundestag. Aus Fairness gegenüber anderen langjährigen Beitrittskandidaten dürfe es für die Ukraine "keine Abkürzungen" in die EU geben.

Auch Frankreich hat Hoffnungen auf einen schnellen EU-Beitritt der Ukraine gedämpft. Der französische Europaminister Clement Beaune sagte am Sonntag, ein EU-Beitritt der Ukraine werde "zweifellos 15 oder 20 Jahre" dauern.

Mit Verweis auf die den russischen Truppen vorgeworfenen massenhaften Tötungen von Zivilisten und Kriegsverbrechen sagte Duda: "Nach Butscha, Borodjanka, Mariupol kann es mit Russland kein 'business as usual' mehr geben." In den Kiewer Vororten Butscha und Borodjanka waren nach dem Abzug der russischen Armee hunderte Leichen von Zivilisten entdeckt worden. Die südukrainische Hafenstadt Mariupol besteht nach dreimonatiger Belagerung und unaufhörlichem Bombardement nur noch aus Ruinen. Nach Angaben der ukrainischen Behörden wurden dort mindestens 20.000 Zivilisten getötet.

"Eine aufrichtige Welt kann nicht zur Tagesordnung zurückkehren, indem sie die Verbrechen, Aggression, die mit Füßen getretenen Grundrechte vergisst", sagte der polnische Präsident und warnte vor Zugeständnissen an den russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er bekundete sein Bedauern darüber, dass "einige Stimmen in Europa" laut geworden seien, die die Ukraine gefragt hätten, "einige Forderungen" Putins zu "akzeptieren".

Nur die Ukraine habe das Recht, über ihre Zukunft zu entscheiden. "Es kann keine Verhandlungen oder Entscheidungen hinter dem Rücken der Ukraine geben", sagte Duda und dankte der Ukraine für die "Verteidigung Europas gegen die Invasion der Barbaren und den neuen russischen Imperialismus".

Wenn westliche Länder "für deren eigenen Frieden, wirtschaftliche Interessen oder politische Ambitionen" auch nur einen Zentimeter des ukrainischen Territoriums oder einen Teil der ukrainischen Souveränität opferten, "wäre dies ein schwerer Schlag für das ukrainische Volk, aber auch für die ganze westliche Gemeinschaft", sagte Duda.

Selenskyj sprach vor den Parlamentsabgeordneten von einem "historischen Moment" und einer "historischen Union der ukrainischen und polnischen Völker". Wenn die Ukraine Mitglied der EU werde, "wird das Polen zu verdanken sein".

A.Wood--TNT

Empfohlen

Russische Behörden melden massive Drohnenangriffe am letzten Tag der Parlamentswahl

Inmitten des Ukraine-Kriegs haben die Menschen in Russland am Sonntag am dritten und letzten Tag der Parlamentswahl ihre Stimmen abgegeben. Die russischen Behörden meldeten massive ukrainische Drohnenangriffe auf die Region Moskau, bei denen zwei Menschen getötet wurden. Bei der Wahl gilt ein Sieg der Partei Geeintes Russland von Präsident Wladimir Putin als sicher. Neben ihr sind nur andere Kreml-treue Parteien zugelassen. In Berlin protestierten Anhänger der Opposition gegen den Kreml und die Offensive in der Ukraine.

"Nein zum Krieg": Exilrussen protestieren am Wahltag vor Botschaft in Berlin

Vor der russischen Botschaft in Berlin haben am letzten Tag der russischen Parlamentswahl Anhänger der Opposition ihren Protest gegen den Kreml und den russischen Angriffskrieg in der Ukraine zum Ausdruck gebracht. Mehrere Dutzend Menschen versammelten sich am Sonntagmittag vor dem von der Polizei abgesperrten Gebäude unweit des Brandenburger Tors. Sie riefen Parolen wie "Nein zum Krieg", "Russland wird frei sein" oder "Russland ohne Putin".

Trump: In Washington geplanter Triumphbogen soll auch als Armeestützpunkt dienen

Der von US-Präsident Donald Trump in Washington geplante riesige Triumphbogen soll nach dessen Worten auch als Stützpunkt für militärische Drohnen und Scharfschützen der Armee dienen. Er habe zugestimmt, "den prächtigen Triumphbogen in einen erstklassigen Militärkomplex/Triumphbogen" umzuwandeln, erklärte Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. Das Bauwerk solle "eine große Anzahl von Drohnen sowie Scharfschützen sowohl auf dem Dach als auch auf dem Vorplatz" beherbergen, die schnell eingesetzt werden könnten.

Hohe Beteiligung bei Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern

Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich eine deutlich höhere Wahlbeteiligung ab als vor fünf Jahren. Bis 14.00 Uhr gaben 40,7 Prozent der 1,3 Millionen Wahlberechtigten in den Wahllokalen ihre Stimme ab, wie der Landeswahlleiter in Schwerin am Sonntagnachmittag mitteilte - 2021 hatte die Wahlbeteiligung zur selben Uhrzeit bei 32,5 Prozent gelegen. Die Umfragen sehen im Nordosten ein knappes Rennen zwischen SPD und AfD um den Wahlsieg voraus.

Textgröße ändern: