The National Times - Northvolt: 600 Millionen Euro von Bund und Ländern stehen auf dem Spiel

Northvolt: 600 Millionen Euro von Bund und Ländern stehen auf dem Spiel


Northvolt: 600 Millionen Euro von Bund und Ländern stehen auf dem Spiel
Northvolt: 600 Millionen Euro von Bund und Ländern stehen auf dem Spiel / Foto: © AFP/Archiv

Die Krise beim schwedischen Batteriehersteller Northvolt könnte Bund und Länder teuer zu stehen kommen: Es um 600 Millionen Euro Fördergelder, die von der staatlichen Förderbank KfW zur Verfügung gestellt wurden und für die Bund und das Land Schleswig-Holstein jeweils zur Hälfte bürgen. Nach dem Antrag auf Gläubigerschutz durch Northvolt in den USA stellte die KfW diesen Betrag nun fällig, wie die Staatskanzlei Schleswig-Holstein am Mittwoch mitteilte.

Textgröße ändern:

Northvolt aut derzeit in Heide eine Batteriezellenfabrik. Bund und Land wollen den Bau mit einer Finanzspritze unterstützen, 600 Millionen Euro stellte die KfW als Wandelanleihe zur Verfügung.

Northvolt aber ist in eine finanzielle Krise geraten und beantragte daher im November Gläubigerschutz in den USA mit dem Ziel der Restrukturierung. Das Tochterunternehmen in Deutschland ist davon nicht betroffen, wie die Staatskanzlei unter Verweis auf das Unternehmen mitteilte. Forderungen, die vor der Sanierung des Unternehmens entstanden sind, sind aber zunächst zurückgestellt. Die KfW bekommt ihr Geld daher wohl vorerst nicht zurück und forderte daher laut Staatskanzlei Schleswig-Holstein das Geld vom Bund ein.

Das wiederum löse "eine Zahlungsverpflichtung des Landes gegenüber dem Bund in Höhe von 300 Millionen Euro" aus, erklärte die schleswig-holsteinische Landesregierung. Zur Zahlung habe das Land 30 Tage Zeit, eine Zahlungsaufforderung des Bundes lag am Mittwoch demnach aber noch nicht vor.

Die Landesregierung von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) kündigte an, "seinen Verpflichtungen gegenüber dem Bund" nachzukommen. "Klar ist, dass die Auszahlung den Schuldenstand des Landes erhöht und höhere Zinsausgaben nach sich ziehen wird", erklärte die Staatskanzlei.

Der CDU-Haushaltspolitikers, Andreas Mattfeldt, forderte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) auf, noch am Mittwoch im Haushaltsausschuss des Bundestages vorstellig zu werden und über den Stand zu informieren. Habeck habe "anscheinend" in "keiner Weise vor der Unterschrift bei der Förderung die Solidität des Unternehmens geprüft", erklärte Mattfeldt im Online-Dienst X. Das werde den Bundeshaushalt Millionen kosten.

Die tatsächlichen finanziellen Auswirkungen seien derzeit noch nicht zu beziffern, erklärte die Staatskanzlei. Dafür müsse das Restrukturierungsverfahren bei Northvolt abgewartet werden.

Der Bau der Fabrik in Heide soll derweil weitergehen. "Daran hat Northvolt trotz der schwierigen Lage weltweit im Bereich der Batteriezellproduktion keinen Zweifel gelassen", hieß es aus Kiel. Die Bauarbeiten liefen weiter und das Unternehmen habe konkrete Aussagen zum Zeitplan getroffen.

N.Taylor--TNT

Empfohlen

Merz empfängt litauischen Ministerpräsidenten Sinkevicius im Kanzleramt

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) empfängt am Montag (16.00 Uhr) den litauischen Ministerpräsidenten Mindaugas Sinkevicius mit militärischen Ehren im Bundeskanzleramt. Das Treffen findet im Rahmen eines zweitägigen Arbeitsbesuchs des litauischen Regierungschefs in Berlin statt. Im Zentrum der Gespräche stehen Fragen der Sicherheit, insbesondere mit Blick auf hybride Bedrohungen, die Stärkung der Nato-Ostflanke sowie der Aufbau der deutschen Brigade in Litauen.

Bundespräsident Steinmeier verleiht Schlagerlegende Nana Mouskouri Verdienstorden

Die aus Griechenland stammende Schlagerlegende Nana Mouskouri wird am Montag (11.00 Uhr) zum Tag der deutschen Einheit mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verleiht der 91-Jährigen den Preis zur Anerkennung ihres Einsatzes für Frieden und Freiheit. Dass sie als Sängerin nach Kriegsende einen Prozess der Aussöhnung eingeleitet habe, präge bis heute das Griechenlandbild der Deutschen.

Präsidentschaftswahl in Brasilien: Bolsonaro knapp vor Lula - Stichwahl Ende Oktober

Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Brasilien hat der rechtsgerichtete Senator Flávio Bolsonaro knapp vor dem linksgerichteten Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva gelegen. Der 45-Jährige kam am Sonntag nach Angaben des Wahlgerichts nach Auszählung der Stimmen von rund 99 Prozent der Wahlbüros auf rund 47 Prozent. Er lag damit knapp vor dem 80-jährigen Lula, der knapp 45 Prozent erreichte. Beide Kandidaten treten nun am 25. Oktober in einer Stichwahl gegeneinander an, da keiner von ihnen mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erzielte.

Präsidentenwahl in Brasilien: Bolsonaro liegt laut ersten Teilergebnissen vor Lula

Bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien ist der rechtsgerichtete Senator Flávio Bolsonaro laut ersten Teilergebnissen vorerst an dem linksgerichteten Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva vorbeigezogen. Nach der Auszählung von etwa 65 Prozent der elektronischen Wahlurnen des Landes lag Bolsonaro bei 49,8 Prozent der Stimmen, Lula lag demnach bei 42,2 Prozent der Stimmen. Die übrigen Kandidaten lagen jeweils im einstelligen Bereich.

Textgröße ändern: