The National Times - Frankreichs Regierung unter Druck: Premier macht Zugeständnis an Rechtspopulisten

Frankreichs Regierung unter Druck: Premier macht Zugeständnis an Rechtspopulisten


Frankreichs Regierung unter Druck: Premier macht Zugeständnis an Rechtspopulisten
Frankreichs Regierung unter Druck: Premier macht Zugeständnis an Rechtspopulisten / Foto: © AFP/Archiv

Kurz vor der abschließenden Abstimmung über den Sozialhaushalt hat Frankreichs Regierung einer weiteren Forderung der Rechtspopulisten nachgegeben, um den drohenden Regierungssturz noch abzuwenden. Die Zuzahlungen zu Medikamenten sollten sich im kommenden Jahr nicht ändern, kündigte Regierungschef Michel Barnier am Montag an. "Marine Le Pen hat dies in ihrem Gespräch mit dem Premierminister am Vormittag erwähnt", hieß es in einer Mitteilung aus dem Amt der Premierministers.

Textgröße ändern:

Die Fraktionschefin der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National (RN) hatte in den vergangenen Tagen mehrfach damit gedroht, sich am Sturz der Regierung zu beteiligen, sollte diese nicht auf die Forderungen ihrer Partei eingehen.

RN-Parteichef Jordan Bardella zeigte sich am Vormittag noch überzeugt, dass seine Partei bei einem möglicherweise anstehenden Misstrauensvotum gegen die Regierung stimmen werde. "Wenn nicht in letzter Minute ein Wunder passiert", hatte er allerdings eingeschränkt.

Von 15.00 Uhr an debattiert die Nationalversammlung über den Sozialhaushalt 2025. Der Vermittlungsausschuss beider Parlamentskammern hatte einen neuen Entwurf vorgelegt. Falls die Nationalversammlung ihn ablehnt, kann er weiter überarbeitet werden.

Barnier kann ihn allerdings auch ohne abschließende Abstimmung verabschieden, indem er das Überleben seiner Regierung damit verknüpft und ein Misstrauensvotum in Kauf nimmt. Eine solche Vertrauensabstimmung könnte dann am Mittwoch stattfinden. Wenn das Linksbündnis und die Rechtspopulisten gemeinsam gegen die Regierung stimmen, stürzt diese.

Dann muss Präsident Emmanuel Macron erneut einen Regierungschef ernennen und eine neue Regierungsmannschaft zusammenstellen. Neuwahlen sind frühestens im kommenden Sommer möglich. Die Regierung muss bis zum Jahresende noch zwei weitere Haushaltsgesetze verabschieden, bei denen ebenfalls Misstrauensvoten drohen.

Der RN hatte zuvor bereits einige Zugeständnisse durchgesetzt, unter anderem den Verzicht auf eine geplante Erhöhung der Stromsteuer und eine Verringerung der medizinischen Versorgung von Migranten. Die Partei fordert außerdem, die nächste Rentenerhöhung nicht wie geplant zu verschieben.

Nach Ansicht von Experten hat der RN wenig Interesse, sich am Sturz der Regierung zu beteiligen. Dies würde der bisherigen Strategie widersprechen, sich seriös und staatstragend zu geben. Le Pen will bei der 2027 anstehenden Präsidentschaftswahl antreten, was aber durch ein Urteil in einem Veruntreuungsverfahren im März verhindert werden könnte. Die Staatsanwaltschaft hatte gefordert, ihr umgehend das Recht zu entziehen, bei Wahlen anzutreten.

F.Hughes--TNT

Empfohlen

Präsidentenstichwahl in Brasilien zwischen rechtem Bolsonaro und linkem Lula

Bei der Präsidentschaftswahl in Kolumbien haben es der rechtsgerichtete Senator Flávio Bolsonaro und der linksgerichtete Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva in die Stichwahl geschafft. In der ersten Runde kam Bolsonaro am Sonntag laut Wahlgericht auf überraschend starke 47 Prozent der Stimmen, der als Favorit geltende Lula landete mit 45 Prozent auf Platz zwei. Die Wahl gilt als richtungsweisend für einen möglichen Rechtsruck in der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas.

Merz empfängt litauischen Ministerpräsidenten Sinkevicius im Kanzleramt

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) empfängt am Montag (16.00 Uhr) den litauischen Ministerpräsidenten Mindaugas Sinkevicius mit militärischen Ehren im Bundeskanzleramt. Das Treffen findet im Rahmen eines zweitägigen Arbeitsbesuchs des litauischen Regierungschefs in Berlin statt. Im Zentrum der Gespräche stehen Fragen der Sicherheit, insbesondere mit Blick auf hybride Bedrohungen, die Stärkung der Nato-Ostflanke sowie der Aufbau der deutschen Brigade in Litauen.

Bundespräsident Steinmeier verleiht Schlagerlegende Nana Mouskouri Verdienstorden

Die aus Griechenland stammende Schlagerlegende Nana Mouskouri wird am Montag (11.00 Uhr) zum Tag der deutschen Einheit mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verleiht der 91-Jährigen den Preis zur Anerkennung ihres Einsatzes für Frieden und Freiheit. Dass sie als Sängerin nach Kriegsende einen Prozess der Aussöhnung eingeleitet habe, präge bis heute das Griechenlandbild der Deutschen.

Präsidentschaftswahl in Brasilien: Bolsonaro knapp vor Lula - Stichwahl Ende Oktober

Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Brasilien hat der rechtsgerichtete Senator Flávio Bolsonaro knapp vor dem linksgerichteten Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva gelegen. Der 45-Jährige kam am Sonntag nach Angaben des Wahlgerichts nach Auszählung der Stimmen von rund 99 Prozent der Wahlbüros auf rund 47 Prozent. Er lag damit knapp vor dem 80-jährigen Lula, der knapp 45 Prozent erreichte. Beide Kandidaten treten nun am 25. Oktober in einer Stichwahl gegeneinander an, da keiner von ihnen mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erzielte.

Textgröße ändern: