The National Times - Söder sichert Merz Rückhalt zu und setzt auf Abgrenzung zu Grünen und BSW

Söder sichert Merz Rückhalt zu und setzt auf Abgrenzung zu Grünen und BSW


Söder sichert Merz Rückhalt zu und setzt auf Abgrenzung zu Grünen und BSW
Söder sichert Merz Rückhalt zu und setzt auf Abgrenzung zu Grünen und BSW / Foto: © AFP

Volle Unterstützung für Kanzlerkandidat Friedrich Merz - und ein klares Nein zu Koalitionen mit den Grünen und dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) nach der nächsten Bundestagswahl: CSU-Chef Markus Söder hat auf dem Parteitag der Christsozialen am Freitag in Augsburg seine Partei bereits knapp ein Jahr vor der Bundestagswahl in den Wahlkampfmodus versetzt. Dabei reklamierte der CSU-Chef für seine Partei das Bundeslandwirtschaftsministerium in der nächsten Bundesregierung.

Textgröße ändern:

Söder sagte Merz vor den Delegierten den bedingungslosen Rückhalt der Christsozialen bei der Bundestagswahl zu. "Ich verspreche 100 Prozent Unterstützung. Es wird keinen Streit, es wird keinen Zwist geben." Merz wird am Samstag auf dem CSU-Parteitag reden.

Im Bundestagswahlkampf 2021 hatte Söder immer wieder den damaligen Unionskanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU) attackiert. Dies belastete den Wahlkampf der Union. Söder hob hervor, dass es mit Merz enge und reibungslose Absprachen gebe. Ihn verbinde mit Merz das Ziel, Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) aus dem Amt zu bringen. "Wir schicken Olaf Scholz gemeinsam in die Rente."

Söder sagte zu möglichen Koalitionspartnern der Union, "natürlich reden wir mit allen. Aber koalieren ist etwas anderes." Damit reagierte er auf die auch in seiner Partei laufende Debatte, eine Koalition mit den Grünen nicht vorzeitig auszuschließen. Dies hatte CSU-Vize Manfred Weber gefordert. Merz schließt Schwarz-Grün im Bund bislang nur für den jetzigen Moment aus, andere CDU-Politiker halten die Grünen für einen denkbaren Koalitionspartner.

Söder lehnt seit längerem Schwarz-Grün ab und hat auch angekündigt, nach der nächsten Bundestagswahl eine solche Koalition mit den Stimmen der CSU innerhalb der Fraktionsgemeinschaft mit der CDU zu verhindern. Auf dem Parteitag sagte Söder nun, die Grünen seien ein wichtiger Bestandteil der Demokratie in Deutschland - aber nur für die Opposition, "nicht für die Regierung".

Trotz der nach den Landtagswahlen im Osten Deutschlands wahrscheinlich gewordenen Beteiligung des BSW an Landesregierungen sprach sich Söder auf Bundesebene gegen eine Zusammenarbeit auch mit dieser Partei aus. "Für uns gilt eigentlich auf Bundesebene eine Unvereinbarkeit mit diesem alten Sozialistenclub." Mit dem BSW sitze Russlands Präsident Wladimir Putin mit am Tisch einer Regierung. In Richtung der Parteigründerin Wagenknecht sagte der CSU-Vorsitzende, "der Teufel trägt halt doch manchmal Prada".

Mit seinem Ausschluss von Koalitionspartnern verengt Söder die Optionen für CDU/CSU nach der Bundestagswahl deutlich, da die Union auch Koalitionen mit der AfD ausschließt. Dem jüngsten ARD-"Deutschlandtrend" zufolge käme aktuell für die Union damit nur noch die SPD als möglicher Koalitionspartner in Frage.

In der Migrationspolitik werde Deutschland nach einer Wahl von Merz zum Bundeskanzler ein neues Kapitel aufschlagen, sagte Söder weiter. Außerdem benannte er für die CSU das Bundeslandwirtschaftsministerium in der kommenden Bundesregierung als Wunschressort. "Eigentlich gehört das Bundeslandwirtschaftsministerium endlich mal wieder in bayerische Hand."

Der CSU-Chef begründete zudem den Leitantrag des Parteivorstands, mit dem die CSU eine Rückkehr zur Wehrpflicht verlangt. Bei so vielen Konflikten benötige Deutschland mehr Soldaten, deshalb sei die Wehrpflicht wieder notwendig, sagte er. Langfristig sei auch die Einführung einer Dienstpflicht notwendig um bei jungen Menschen den Sinn zu stärken, füreinander einzustehen.

B.Cooper--TNT

Empfohlen

Einen Tag nach tödlichen Angriffen: Huthis attackieren erneut Flughafen in Riad

Einen Tag nach ihren tödlichen Luftangriffen auf Saudi-Arabien haben die pro-iranischen Huthis das Königreich erneut attackiert. Huthi-Sprecher Jahja Saree erklärte am Donnerstag im Onlinedienst X, die jemenitische Miliz habe den wichtigsten internationalen Flughafen der saudiarabischen Hauptstadt Riad "erfolgreich" mit einer ballistischen Rakete angegriffen. Tags zuvor waren bei Angriffen auf mehrere internationale Flughäfen in Saudi-Arabien drei Menschen getötet worden. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition kündigte daraufhin Vergeltungsmaßnahmen an.

Steinmeier beginnt zweitägigen Staatsbesuch in Frankreich

Zum Auftakt seines zweitägigen Staatsbesuchs in Frankreich wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag (10.00 Uhr) vom französischen Staatschef Emmanuel Macron mit militärischen Ehren am Pariser Triumphbogen begrüßt. Anschließend sind ein Gespräch mit Macron im Elysée-Palast und eine gemeinsame Presseerklärung geplant. Am Abend soll ein Staatsbankett im Elysée stattfinden.

Bundestag debattiert über Einkommensteuerreform

Der Bundestag debattiert am Donnerstag (09.00 Uhr) über die geplante Einkommensteuerreform. Die Abgeordneten befassen sich in erster Lesung mit dem Vorhaben, das innerhalb der Koalition kontrovers diskutiert wird und vorsieht, vor allem kleine und mittlere Einkommen und insbesondere Familien zu entlasten. In erster Lesung wird außerdem über die geplante Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe sowie die Neuregelung des Wohngeldes debattiert.

Britischer Premierminister Burnham zu Antrittsbesuch bei Merz

Der britische Premierminister Andrew Burnham kommt am Donnerstag zu seinem Antrittsbesuch nach Berlin. Dabei wollen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der seit Juli amtierende Premier die Ratifikationsurkunden zum deutsch-britischen Freundschaftsvertrag austauschen, der damit in Kraft tritt. Der sogenannte Kensington-Vertrag sieht eine engere Zusammenarbeit in zahlreichen Bereichen vor, darunter in der Außen- und Sicherheitspolitik wie auch in der Wirtschaft. Unterzeichnet worden war der Vertrag im Juli 2025 von Merz und Burnhams Vorgänger Keir Starmer.

Textgröße ändern: