The National Times - Zwei Jahre Haft auf Bewährung für IS-Unterstützerin in Frankfurt am Main

Zwei Jahre Haft auf Bewährung für IS-Unterstützerin in Frankfurt am Main


Zwei Jahre Haft auf Bewährung für IS-Unterstützerin in Frankfurt am Main
Zwei Jahre Haft auf Bewährung für IS-Unterstützerin in Frankfurt am Main / Foto: © AFP/Archiv

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hat eine Unterstützerin der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und weiterer islamistischer Organisationen zu einer Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Sie wurde wegen der mitgliedschaftlichen Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung im Ausland und Verletzung der Fürsorgepflicht schuldig gesprochen, wie das Gericht am Freitag mitteilte.

Textgröße ändern:

Der Strafsenat sah es als erwiesen an, dass sich die inzwischen 33-Jährige spätestens ab 2008 dem Islamismus zugewandt hatte. Mit ihrem Mann, den sie 2009 standesamtlich heiratete und zwei Kindern im Alter von zwei Jahren sowie zwei Monaten reiste sie in das afghanisch-pakistanische Grenzgebiet, um sich der Gruppe Islamische Bewegung Usbekistan anzuschließen.

2012 wurde ihr Ehemann bei einem US-Drohnenangriff getötet. Daraufhin wurde sie mit einem anderen Mann zwangsverheiratet. Nach wenigen Monaten gelang ihr die Flucht aus der gewalttätigen Verbindung. Ihr insgesamt drittes Kind, das aus dieser Zwangsehe hervorging, wurde ihr weggenommen. Was aus dem Jungen wurde, war unklar.

Im März 2014 heiratete die heute 33-Jährige erneut. Mit diesem Mann reiste sie wenige Monate später nach Syrien, um sich dem IS anzuschließen. Die Gefahr einer Schädigung ihrer Kinder nahm die Frau dabei laut Gericht in Kauf. In Syrien war ihr Mann beim IS für Wachdienste eingeteilt. Sie gliederte sich ebenfalls von Beginn an in die Vereinigung ein und unterwarf sich ihren Regeln. In dieser Zeit kamen zwei gemeinsame Kinder des Paars zur Welt.

Die Frau führte den Haushalt und unterstützte ihren Mann dadurch. Das Paar lebte mit insgesamt vier Kindern von den Leistungen der Miliz. Später war er für die Versorgung der Hinterbliebenen von getöteten Kämpfern zuständig. Um der vom IS vorgeschriebenen Geschlechtertrennung gerecht zu werden, wurde die Frau in Tätigkeiten eingebunden, die den Kontakt zu Witwen erforderte.

2019 floh die Familie vor der Anti-IS-Koalition. Schließlich ergab sie sich und war in einem kurdisch verwalteten Lager in Nordsyrien untergebracht. Im November 2022 kehrte die Frau mit ihren Kindern nach Deutschland zurück und wurde festgenommen. Bis Januar 2023 befand sie sich in Untersuchungshaft.

Nach Angaben des Gerichts gestand die Frau die Vorwürfe während der Verhandlung. Sie habe sich glaubhaft von der Ideologie des IS losgesagt. Das Urteil ist rechtskräftig, alle Prozessbeteiligten verzichteten auf Rechtsmittel.

N.Taylor--TNT

Empfohlen

Einen Tag nach tödlichen Angriffen: Huthis attackieren erneut Flughafen in Riad

Einen Tag nach ihren tödlichen Luftangriffen auf Saudi-Arabien haben die pro-iranischen Huthis das Königreich erneut attackiert. Huthi-Sprecher Jahja Saree erklärte am Donnerstag im Onlinedienst X, die jemenitische Miliz habe den wichtigsten internationalen Flughafen der saudiarabischen Hauptstadt Riad "erfolgreich" mit einer ballistischen Rakete angegriffen. Tags zuvor waren bei Angriffen auf mehrere internationale Flughäfen in Saudi-Arabien drei Menschen getötet worden. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition kündigte daraufhin Vergeltungsmaßnahmen an.

Steinmeier beginnt zweitägigen Staatsbesuch in Frankreich

Zum Auftakt seines zweitägigen Staatsbesuchs in Frankreich wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag (10.00 Uhr) vom französischen Staatschef Emmanuel Macron mit militärischen Ehren am Pariser Triumphbogen begrüßt. Anschließend sind ein Gespräch mit Macron im Elysée-Palast und eine gemeinsame Presseerklärung geplant. Am Abend soll ein Staatsbankett im Elysée stattfinden.

Bundestag debattiert über Einkommensteuerreform

Der Bundestag debattiert am Donnerstag (09.00 Uhr) über die geplante Einkommensteuerreform. Die Abgeordneten befassen sich in erster Lesung mit dem Vorhaben, das innerhalb der Koalition kontrovers diskutiert wird und vorsieht, vor allem kleine und mittlere Einkommen und insbesondere Familien zu entlasten. In erster Lesung wird außerdem über die geplante Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe sowie die Neuregelung des Wohngeldes debattiert.

Britischer Premierminister Burnham zu Antrittsbesuch bei Merz

Der britische Premierminister Andrew Burnham kommt am Donnerstag zu seinem Antrittsbesuch nach Berlin. Dabei wollen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der seit Juli amtierende Premier die Ratifikationsurkunden zum deutsch-britischen Freundschaftsvertrag austauschen, der damit in Kraft tritt. Der sogenannte Kensington-Vertrag sieht eine engere Zusammenarbeit in zahlreichen Bereichen vor, darunter in der Außen- und Sicherheitspolitik wie auch in der Wirtschaft. Unterzeichnet worden war der Vertrag im Juli 2025 von Merz und Burnhams Vorgänger Keir Starmer.

Textgröße ändern: