The National Times - UN: Mehr als 3600 Tote durch Bandengewalt in Haiti seit Jahresbeginn

UN: Mehr als 3600 Tote durch Bandengewalt in Haiti seit Jahresbeginn


UN: Mehr als 3600 Tote durch Bandengewalt in Haiti seit Jahresbeginn
UN: Mehr als 3600 Tote durch Bandengewalt in Haiti seit Jahresbeginn / Foto: © AFP

Im Zusammenhang mit der grassierenden Bandengewalt in Haiti sind nach Angaben der Vereinten Nationen dieses Jahr als 3600 Menschen getötet worden. Laut jüngsten Zählungen "wurden mindestens 3661 Menschen seit Januar" getötet, wie das Büro des Hochkommissars für Menschenrechte (OHCHR) am Freitag mitteilte. "Das hohe Niveau der Gewalt von 2023 ist geblieben", hieß es weiter. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk forderte ein Ende der tödlichen Gewalt und "sinnlosen Kriminalität".

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Die haitianischen Behörden und die internationale Gemeinschaft müssten die Bevölkerung des karibischen Inselstaates besser schützen, forderte das OHCHR. Haiti ist das ärmste Land in der Region und steckt seit Jahren in einer schweren Krise, zu der neben Bandengewalt auch politische Instabilität und wirtschaftliche Not beitragen.

Einem OHCHR-Bericht zufolge haben die Banden ihre Strategie in den vergangenen Monaten geändert. Opfer werden demnach nicht nur anscheinend wahllos erschossen. Wer vermeintlich Informationen an Behörden oder gegnerische Banden weitergegeben hat, wird demnach zur Abschreckung am hellichten Tag hingerichtet.

"Die Leichen einiger Opfer wurden mit Macheten verstümmelt und anschließend verbrannt", heißt es in dem Bericht. Die Gangs veröffentlichten Videos mit diesen Szenen in den Online-Medien, "um Angst zu verbreiten und die Bevölkerung zu kontrollieren". Zu diesem Zweck werde auch gezielt sexuelle Gewalt eingesetzt.

Mindestens 893 Menschen wurden von den Banden entführt, um Lösegeld zu erpressen, heißt es in dem Bericht. Darunter seien auch 25 Kinder. Die Gangs rekrutieren demnach zudem immer wieder Kinder als Mitglieder.

860 Menschen sind laut OHCHR bei Polizeieinsätzen in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince getötet und 393 weitere verletzt worden, darunter mindestens 36 Kinder.

Um die Lage in Haiti zu beruhigen hatten die USA und mehrere Karibikstaaten im März einen Plan vermittelt, der zur Einsetzung eines Übergangsrats und des Interims-Ministerpräsidenten Garry Conille führte - bis Neuwahlen in dem Land stattfinden.

Zudem gibt es unter Leitung Kenias eine multinationale Eingreiftruppe zur Bekämpfung der Bandengewalt. Der kenianische Präsident William Ruto teilte der UN-Vollversammlung am Donnerstag mit, sein Land werde die Entsendung der 2.500 Mann starken Mission bis Januar abschließen. Bisher befindet sich lediglich ein Vorauskontingent mit 430 Kräften in Haiti. Türk forderte mehr Mittel für die Mission.

T.F.Russell--TNT

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