The National Times - Jordanischer König Abdullah II. ernennt nach Parlamentswahl neuen Regierungschef

Jordanischer König Abdullah II. ernennt nach Parlamentswahl neuen Regierungschef


Jordanischer König Abdullah II. ernennt nach Parlamentswahl neuen Regierungschef
Jordanischer König Abdullah II. ernennt nach Parlamentswahl neuen Regierungschef / Foto: © Jordanian Royal Palace/AFP

Fünf Tage nach der Parlamentswahl in Jordanien hat König Abdullah II. einen neuen Regierungschef ernannt. Abdullah habe den 56-jährigen bisherigen königlichen Stabschef und früheren Planungsminister Dschafar Hassan mit der Bildung eines neuen Kabinetts beauftragt, erklärte der Königspalast in Amman am Sonntag. Wenige Stunden zuvor hatte der bisherige, Regierungschef Bischer al-Chasawneh, wie in Jordanien nach Parlamentswahlen üblich, seinen Rücktritt erklärt.

Textgröße ändern:

Chasawneh hatte die jordanische Regierung seit Oktober 2020 geleitet. In einem vom jordanischen Königspalast veröffentlichten Schreiben rief Monarch Abdullah den neuen Regierungschef Hassan auf, "alle Anstrengungen zu unternehmen, um die Standhaftigkeit unserer palästinensischen Brüder" im Gazastreifen, im Westjordanland und im "heiligen Jerusalem" zu unterstützen.

Zudem solle Hassan "sich mit all unserer Energie in arabischen und internationalen Bewegungen für den Schutz des palästinensischen Volkes einsetzen und die Angriffe und eklatanten Verstöße gegen humanitäre Grundsätze und das Völkerrecht stoppen".

Aus der jordanischen Parlamentswahl am vergangenen Dienstag war die größten Oppositionspartei Islamische Aktionsfront (IAF) als stärkste politische Kraft hervorgegangen. Die IAF, die der politische Arm der Muslimbruderschaft ist, verdreifachte ihr Ergebnis im Vergleich zur vorherigen Wahl und sicherte sich 31 der 138 Sitze im Parlament.

Die IAF hatte aus der wachsenden Wut der Jordanier über den Gazakrieg Kapital geschlagen. Rund die Hälfte der Einwohner des Landes haben palästinensische Wurzeln. Jordanien unterzeichnete im Jahr 1994 als zweiter arabischer Staat nach Ägypten einen Friedensvertrag mit Israel. Bei Protesten wird in Jordanien regelmäßig der Widerruf des Vertrags gefordert.

Das Parlament im Königreich Jordanien, in dem 41 Mandate für politische Parteien reserviert sind, hat allerdings nur begrenzte Befugnisse. Die Mehrheit der Sitze ging wie üblich an Stammesführer, Geschäftsleute oder monarchietreue Ex-Militärs.

Die Auswirkungen des Gaza-Kriegs treffen auch die jordanische Wirtschaft hart: Der Tourismus, der rund 14 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes ausmacht, ging seit Oktober 2023 stark zurück. Im ersten Quartal des Jahres lag die Arbeitslosenrate bei 21 Prozent.

S.Cooper--TNT

Empfohlen

Trump kritisiert Friedensnobelpreis für Pillay als "schändlich"

US-Präsident Donald Trump hat die Auszeichnung der früheren IStGH-Richterin Navi Pillay mit dem Friedensnobelpreis als "schändliche und blamable Entscheidung" kritisiert. Die diesjährige Wahl des Nobelkomitees in Oslo hinterlasse einen "unauslöschlichen Fleck" auf Norwegen, sagte Trump am Freitag (Ortszeit) vor Anhängern in Syracuse im Bundesstaat New York.

Hoppermann: Bei CDU-Präsidiumsklausur Aufarbeitung der jüngsten Wahldebakel

CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hat für die am Sonntag beginnende Klausur der Parteispitze eine Aufarbeitung der jüngsten Wahldebakel ihrer Partei in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Berlin zugesagt. "Bei dieser Klausur soll es vor allem um eines gehen: Das Signal der jüngsten Wahlergebnisse ist bei uns angekommen", sagte Hoppermann der "Augsburger Allgemeinen" (Samstagsausgabe).

US-Gesandter Witkoff: "Konstruktive Gespräche" mit Kiew und Europäern zum Ukraine-Krieg

Nach dem Eintreffen ukrainischer Unterhändler zu Beratungen über eine Beendigung des Ukraine-Kriegs hat der US-Sondergesandte Steve Witkoff von "konstruktiven Gesprächen" gesprochen. Bei dem Austausch in Miami im Bundesstaat Florida sei es unter anderem um "kurzfristige Maßnahmen zur Vorbereitung auf den Winter" in der Ukraine wie die Stärkung der Energieinfrastruktur und Getreideexporte gegangen, erklärte Witkoff am Freitag (Ortszeit) im Onlinedienst X.

Trump ernennt Katie Zacharia zu seiner neuen Sprecherin

US-Präsident Donald Trump hat die konservative Kommentatorin Katie Zacharia zu seiner neuen Sprecherin ernannt. Er lobte sie am Freitag in seinem Onlinenetzwerk Truth Social als treue Anhängerin seiner Maga-Bewegung (Make America Great Again, Macht Amerika wieder großartig). Zacharia wird damit die Nachfolge von Karoline Leavitt antreten, die im August zurückgetreten war. Leavitt hatte dies damit begründet, dass sie sich nach der Geburt ihres zweiten Kindes mehr auf die Familie konzentrieren wolle.

Textgröße ändern: