The National Times - Ex-Minister Gantz warnt Israel vor Vernachlässigung des Konflikts mit Hisbollah

Ex-Minister Gantz warnt Israel vor Vernachlässigung des Konflikts mit Hisbollah


Ex-Minister Gantz warnt Israel vor Vernachlässigung des Konflikts mit Hisbollah
Ex-Minister Gantz warnt Israel vor Vernachlässigung des Konflikts mit Hisbollah / Foto: © AFP/Archiv

Der frühere israelische Verteidigungsminister Benny Gantz hat sein Land davor gewarnt, den Konflikt mit der libanesischen Hisbollah-Miliz im Norden des Landes zu vernachlässigen. "Die Zeit im Norden ist gekommen und ich denke, dass wir in dieser Hinsicht zu spät dran sind", sagte Gantz, der am Sonntag (Ortszeit) an einem Nahost-Diskussionsforum in Washington teilnahm.

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Aus seiner Sicht hat Israel einen "Irrtum" begangen, als es nach dem Angriff der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas vom 7. Oktober so viele Menschen aus dem Norden des Landes evakuiert haben. Tausende Israelis sind seit Beginn des Gaza-Kriegs aus an den Libanon grenzenden Gebieten geflohen. Die pro-iranische Hisbollah-Miliz und die israelische Armee beschießen sich in dem Grenzgebiet fast täglich gegenseitig.

Gantz, der früher dem israelischen Kriegskabinett angehörte, hatte die rechtsreligiöse Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im Juni verlassen. In Washington sagte der ehemalige Armeechef nun: "Ich denke seit einigen Monaten, dass wir über genügend Truppen verfügen, um uns um den Gazastreifen zu kümmern, und dass wir uns darauf konzentrieren sollten, was im Norden des Landes passiert."

Im Gazastreifen habe Israel "einen entscheidenden Punkt des Einsatzes überschritten", analysierte der Ex-Minister. "Wir können im Gazastreifen ausführen, was immer wir wollen."

Gantz stellte sich hinter die Forderung zahlreicher Israelis an ihre Regierung, ein Waffenruhe-Abkommen mit der Hamas abzuschließen, das die Freilassung aller von den Islamisten verschleppten Geiseln ermöglicht. "Ich denke, wir sollten versuchen, ein Abkommen zur Befreiung unserer Geiseln zu schließen, aber wenn wir das nicht in den kommenden Tagen oder Wochen schaffen, sollten wir in den Norden gehen", sagte er.

Israel habe die notwendigen Kapazitäten und könne auch den "Staat Libanon treffen", wenn sich dies als notwendig erweisen sollte. Zugleich betonte Gantz: "Die echte Frage ist der Iran" mit seinen "Stellvertretern in dem ganzen Gebiet".

Der Krieg im Gazastreifen war durch den brutalen Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober vergangenen Jahres ausgelöst worden. Bei den Angriffen auf Orte im Süden Israels hatten Hamas-Kämpfer nach israelischen Angaben 1205 Menschen getötet und 251 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Elf Monate später befinden sich nach israelischen Angaben noch immer 97 Geiseln in der Gewalt der Hamas und anderer militanter Palästinensergruppen, 33 von ihnen sind demnach vermutlich tot.

Als Reaktion auf den Hamas-Angriff geht Israel seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Nach Angaben der Hamas, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden dabei seit Oktober mehr als 40.900 Menschen in dem Palästinensergebiet getötet.

Der israelische Verteidigungsminister Yoav Gallant hatte sich am Sonntag bei einem Besuch im Gazastreifen zum Konflikt mit der libanesischen Hisbollah geäußert. "Wir bereiten uns auf alles vor, was im Norden passieren könnte", erklärte er. "Die Verschiebung des Schwerkraftszentrum kann schnell passieren und uns auch in einem kurzen Zeitraum involvieren."

S.M.Riley--TNT

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