The National Times - Amnesty prangert Planierungen im Gazastreifen durch Israel an

Amnesty prangert Planierungen im Gazastreifen durch Israel an


Amnesty prangert Planierungen im Gazastreifen durch Israel an
Amnesty prangert Planierungen im Gazastreifen durch Israel an / Foto: © AFP

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International dringt auf eine Untersuchung möglicher Kriegsverbrechen durch Israel bei der Einebnung von Land im Gazastreifen. Mit Bulldozern und manuell ausgelegtem Sprengstoff habe das israelische Militär "unrechtmäßig landwirtschaftliche Flächen und zivile Gebäude zerstört und ganze Stadtviertel dem Erdboden gleichgemacht", kritisierte Amnesty am Donnerstag. Darunter seien "Häuser, Schulen und Moscheen" gewesen.

Textgröße ändern:

Mit den Maßnahmen will die israelische Regierung demnach eine Pufferzone zwischen Israel und dem Palästinensergebiet ausweiten. Laut Amnesty zeigte eine Auswertung von Satellitenbildern und von Videos, die israelische Soldaten zwischen Oktober und Mai veröffentlichten, dass sich "neu geräumtes Land entlang der östlichen Grenze" des Gazastreifens auf einer Breite von etwa einem bis 1,8 Kilometern erstreckt.

Die erweiterte Pufferzone umfasse damit rund 58 Quadratkilometer oder etwa 16 Prozent des Gazastreifens, erklärte die in London ansässige Organisation weiter. Mehr als 90 Prozent der Gebäude in dieser Zone schienen zerstört oder schwer beschädigt worden zu sein. Erheblich beeinträchtigt sei auch mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Flächen in der Region.

Die Häuser seien laut der Auswertung "nicht durch intensive Kämpfe zerstört" worden, kritisierte Erika Guevara-Rosas von Amnesty. Vielmehr habe das israelische Militär das Land "vorsätzlich dem Erdboden gleichgemacht, nachdem es die Kontrolle über das Gebiet übernommen hatte". Israelische Maßnahmen zum Schutz seiner Bürger vor Angriffen aus dem Gazastreifen müssten "in Übereinstimmung mit den Verpflichtungen nach internationalem Recht" erfolgen, forderte sie.

Israel hat in der Vergangenheit wiederholt betont, dass "terroristische" Infrastruktur zerstört werden solle, um Israelis zu schützen, die auf der anderen Seite des Grenzzauns leben.

Die Vereinten Nationen hatten im vergangenen Monat mitgeteilt, dass seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas nahezu zwei Drittel der Gebäude im Gazastreifen zerstört oder beschädigt worden seien.

Der Krieg hatte nach dem beispiellosen Angriff der Hamas am 7. Oktober auf Israel begonnen, bei dem die Islamisten nach israelischen Angaben 1205 Menschen töteten und 251 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppten. Knapp elf Monate später befinden sich nach jüngsten israelischen Angaben noch immer 97 Geiseln in der Gewalt der Hamas und anderer militanter Palästinensergruppen, 33 von ihnen sind demnach tot.

Als Reaktion auf den Hamas-Angriff geht Israel massiv militärisch im Gazastreifen vor. Nach Angaben der Hamas, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden dabei seit Oktober mehr als 40.800 Menschen getötet.

A.Little--TNT

Empfohlen

Rund 2000 Teilnehmer bei pro-palästinensischer Kundgebung in Berlin

In Berlin haben sich am Samstagnachmittag zahlreiche Demonstranten zu einer pro-palästinensischen Kundgebung versammelt. Ein Polizeisprecher nannte auf AFP-Anfrage die Zahl von rund 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Sie versammelten sich am Spreebogen im Regierungsviertel und wollten zum Alexanderplatz im Bezirk Mitte ziehen. Die Polizei war wegen dieser und weiterer Kundgebungen in der Hauptstadt mit einem Großaufgebot von 1400 Beamtinnen und Beamten im Einsatz.

"Schande für das Land": Forderungen nach Parteiausschluss von Altkanzler Schröder

Nach dem Besuch von Gerhard Schröder bei Kreml-Chef Wladimir Putin drängen Politiker von SPD und Grünen die Sozialdemokraten zum Parteiausschluss des Altkanzlers. Neben den SPD-Landesvorsitzenden aus Bayern und Baden-Württemberg forderte auch Grünen-Ko-Chefin Franziska Brantner einen solchen Schritt. Putin hatte Schröder am Mittwoch an seinem 74. Geburtstag bei sich zu Hause empfangen.

Mecklenburg-Vorpommern: Grünes Licht für rot-rot-grüne Koalitionsverhandlungen

Grünes Licht für rot-rot-grüne Koalitionsverhandlungen in Mecklenburg-Vorpommern: Nach SPD und Linken haben am Samstag auch die Grünen der Aufnahme von Gesprächen zur Regierungsbildung zugestimmt. Ein kleiner Landesparteitag in Rostock votierte nach Angaben eines Parteisprechers einstimmig für Koalitionsverhandlungen. Diese sollen nach SPD-Angaben am Montag in Schwerin beginnen.

Indische Behörden gehen massiv gegen "Kakerlaken"-Protestbewegung vor

Tausende Polizisten in den Straßen, das Internet blockiert und zahlreiche Festnahmen: In der indischen Hauptstadt Neu Delhi sind die Behörden massiv gegen Proteste der sogenannten Kakerlakenbewegung (CJP) vorgegangen. Ihr Gründer Abhijeet Dipke wurde nach Angaben der CJP gemeinsam mit zwei führenden Mitstreitern am Samstag bei der Ankunft am Flughafen von Neu Delhi festgenommen. Die Bewegung hatte zu Massenprotesten aufgerufen, um den Rücktritt des Leiters der staatlichen Wahlkommission zu erreichen.

Textgröße ändern: