The National Times - Harris wirbt in erstem Interview seit Nominierung um Stimmen der Mittelschicht

Harris wirbt in erstem Interview seit Nominierung um Stimmen der Mittelschicht


Harris wirbt in erstem Interview seit Nominierung um Stimmen der Mittelschicht
Harris wirbt in erstem Interview seit Nominierung um Stimmen der Mittelschicht / Foto: © AFP

In ihrem ersten Interview seit ihrer Nominierung zur US-Präsidentschaftskandidatin hat Kamala Harris um Stimmen aus der politischen Mitte geworben. Sie kündigte in dem CNN-Interview am Donnerstag (Ortszeit) an, hart gegen irreguläre Einwanderung vorzugehen und die umstrittene Gas- und Ölförderung durch Fracking nicht zu verbieten. Ihrem Rivalen Donald Trump warf Harris Spaltung vor. Die Menschen in den USA seien bereit für einen "neuen Weg nach vorn".

Textgröße ändern:

"Ich bin die beste Person für den Job", sagte die 59-jährige Harris in dem gemeinsamen Interview mit ihrem Vizekandidaten Tim Walz. Die amtierende Vizepräsidentin umwarb gezielt eher konservativ eingestellte Menschen aus der Mittelschicht und stellte in Aussicht, einen Republikaner in ihr Kabinett zu holen, falls sie die Präsidentschaftswahl im November gewinnt.

Beim wichtigen Wahlkampfthema Einwanderung kündigte Harris "Konsequenzen" für Migranten an, die irregulär über die Grenze kommen. "Ich denke, es sollte Konsequenzen geben", sagte sie. "Wir haben Gesetze, die befolgt und durchgesetzt werden müssen." Als Präsidentin werde sie den Rechtsstaat durchsetzen.

Harris äußerte sich auch zum Streitthema Fracking - in den USA werden mit der umstrittenen Methode große Mengen Erdgas gefördert. "Als Präsidentin werde ich Fracking nicht verbieten", versicherte sie. In der Vergangenheit hatte Harris sich vehement gegen das Fracking ausgesprochen, das im hart umkämpften Bundesstaat Pennsylvania mit seinen großen Schiefergasvorkommen ein besonders wichtiges Thema ist.

Die Republikaner von Ex-Präsident Trump halten der Vizepräsidentin ihre Meinungswechsel zu wichtigen Themen wie dem Fracking immer wieder vor. Harris sagte dazu in dem Interview, ihre grundlegenden Überzeugungen hätten sich nicht geändert. "Ich denke, der wichtigste und bedeutendste Aspekt meiner politischen Perspektive und Entscheidungen ist, dass sich meine Werte nicht geändert haben", sagte sie.

Harris warf Trump in dem Interview vor, ein Programm zu vertreten, das die USA gespalten habe. Die Menschen hingegen seien "bereit für einen neuen Weg nach vorn".

In der Nahost-Politik, einem weiteren Reizthema im US-Wahlkampf, forderte Harris eine Waffenruhe und ein Abkommen zur Freilassung der israelischen Geiseln. Sie verwies auf das Selbstverteidigungsrecht Israels, sagte aber auch, dass "viel zu viele unschuldige Palästinenser" getötet worden seien. An Waffenlieferungen an Israel wolle sie festhalten. Auf die Frage, ob sie den Kurs von Präsident Joe Biden ändern würde, sagte sie: "Nein."

Harris schilderte in dem Interview auch, wie sie von Bidens Rückzug aus dem Rennen um das Weiße Haus erfuhr. Sie habe mit ihrer Familie Pfannkuchen mit Speck gemacht, als Biden sie angerufen und über seine Entscheidung informiert habe. "Und ich fragte ihn: 'Bist Du sicher?' Und er sagte 'Ja.' So erfuhr ich davon", berichtete Harris.

Es war Harris' erstes Interview seit ihrer Nominierung zur Präsidentschaftskandidatin der Demokraten. Das Trump-Lager hatte der 59-Jährigen wiederholt vorgeworfen, seit Bidens Ausstieg aus dem Rennen um das Weiße Haus einem Interview aus dem Weg zu gehen.

Trump nannte das Interview in den Online-Netzwerken "langweilig". Bei einem Wahlkampfauftritt im Bundesstaat Michigan bezeichnete er Harris als "größten Wendehals" und machte sich über ihr Auftreten lustig. Sie habe in dem Interview nicht wie "eine Anführerin" gewirkt, sagte Trump. Am 10. September werden sich Harris und Trump und Harris in einem Fernsehduell gegenüberstehen.

G.Waters--TNT

Empfohlen

Umfrage: Macrons Beliebtheit auf niedrigstem Stand seit Amtsantritt 2017

Angesichts von Gewalt bei Schülerprotesten und hoher Staatsverschuldung ist die Popularität von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron auf den niedrigsten Stand seit seinem Amtsantritt 2017 gesunken. In einer am Samstag veröffentlichten Umfrage des Instituts Ipsos BVA-Cesi äußerten nur 15 Prozent der Befragten eine positive Sicht von Macron. Dies war noch ein Prozentpunkt weniger als im Vormonat.

Tausende Menschen bei pro-palästinensischer Kundgebung in Berlin

In Berlin haben am Samstag mehrere tausend Menschen an einer pro-palästinensischen Demonstration teilgemommen. Wie ein Polizeisprecher sagte, versammelten sich am Nachmittag rund 3500 Demonstrantinnen und Demonstranten am Spreebogen im Regierungsviertel, um zum Alexanderplatz im Bezirk Mitte zu ziehen. Dort kamen am Abend etwa 2000 Menschen an.

Nach Kritik Selenskyjs: Trump fordert Ablösung des ukrainischen Präsidenten

US-Präsident Donald Trump hat eine Ablösung des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj gefordert. Es sei "an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten bekommt", der bereit sei, den Krieg mit Russland zu beenden, sagte Trump am Samstag vor Journalisten am Weißen Haus. Zuvor hatte Selenskyj Trump wegen dessen Diesel-Deal mit Moskau scharf angegriffen. Trump forderte Selenskyj zudem auf, die Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen.

Nach fehlgeschlagener Hinrichtung in den USA: Christa Pike ist wieder im Gefängnis

Die US-Todeskandidatin Christa Pike ist zehn Tage nach ihrer fehlgeschlagenen Hinrichtung zurück ins Gefängnis gebracht worden. Wie Pikes Anwälte am Samstag mitteilten, wurde die verurteilte Mörderin aus dem Krankenhaus entlassen und wird nun im Gefängnis weiter medizinisch versorgt. Sie bedanke sich bei den Ersthelfern und Ärzten für die Behandlung "unter diesen außergewöhnlichen Umständen".

Textgröße ändern: