The National Times - Israelische Armee gesteht "Versagen" bei Siedler-Angriff im Westjordanland

Israelische Armee gesteht "Versagen" bei Siedler-Angriff im Westjordanland


Israelische Armee gesteht "Versagen" bei Siedler-Angriff im Westjordanland
Israelische Armee gesteht "Versagen" bei Siedler-Angriff im Westjordanland / Foto: © AFP

Rund zwei Wochen nach einem gewaltsamen Übergriff israelischer Siedler auf ein palästinensisches Dorf im Westjordanland hat die israelische Armee "Versagen" eingeräumt. Sie erklärte am Mittwoch unter Berufung auf den hochrangigen Offizier Avi Bluth, bei dem Angriff am 15. August habe es sich um einen "sehr ernsten terroristischen Vorfall" gehandelt, bei dem "Israelis den Bewohnern der Ortschaft Dschit vorsätzlich Schaden zufügen wollten".

Textgröße ändern:

Die Armee habe "versagt", weil es ihr nicht gelungen sei, die Bewohner von Dschit zu beschützen, hieß es. In einem vorläufigen Ermittlungsbericht des Militärs hieß es weiter, die Soldaten seien während des Angriffs "nicht in der Lage gewesen, die Situation vollständig einzuschätzen" und hätten "entschlossener handeln müssen".

Dutzende bewaffnete Siedler waren Mitte August in die Ortschaft Dschit im besetzten Westjordanland eingedrungen und hatten unter anderem Fahrzeuge in Brand gesetzt und Molotowcocktails geworfen. Palästinensischen und israelischen Angaben zufolge wurde ein 23-jähriger Palästinenser getötet und ein weiterer verletzt. Der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet nahm eigenen Angaben zufolge vier Verdächtige wegen "terroristischer Taten" fest.

Die Schusswaffenangriffe, bei denen der Palästinenser getötet und ein weiterer verletzt wurden, hätten sich ereignet, bevor Verstärkung der israelischen Armee an den Tatort gelangt und es den Soldaten gelungen sei, die Angreifer in die Flucht zu schlagen, hieß es nun von der Armee. Offizier Bluth erklärte weiter, der Fall werde erst geschlossen, wenn "die Täter zur Rechenschaft gezogen werden".

Im seit 1967 von Israel besetzten Westjordanland hat sich die Lage seit dem Beginn des Krieges zwischen Israel und der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen deutlich verschärft.

Am Mittwoch startete die israelische Armee einen Großeinsatz im Westjordanland, durch den laut Außenminister Israel Katz "die dort angesiedelte iranisch-islamistische Terrorinfrastruktur" zerstört werden soll. Bei dem Einsatz wurden mindestens neun Menschen getötet.

Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte bekräftigte am Mittwoch seine Kritik am Vorgehen des israelischen Militärs. Der Einsatz vom Mittwoch drohe, die ohnehin "katastrophale Lage" im Westjordanland weiter zu verschärfen, erklärte Sprecherin Ravina Shamdasani. Das Vorgehen der israelischen Sicherheitskräften mit Luftangriffen und "anderen militärischen Waffen und Taktiken" verletze Normen und Vorgaben des Menschenrechts zu Polizeieinsätzen.

Nach einer AFP-Zählung auf Grundlage palästinensischer Angaben wurden seit dem Hamas-Überfall auf Israel am 7. Oktober im Westjordanland mindestens 650 Palästinenser bei Einsätzen der israelischen Armee oder durch radikale Siedler getötet. Mindestens 19 Israelis wurden nach israelischen Angaben bei Angriffen militanter Palästinenser getötet.

M.Davis--TNT

Empfohlen

Behörden: Mindestens zwölf Tote und 309 Verletzte bei Angriff auf Flughafen Riad

Bei dem Angriff auf den internationalen Flughafen der saudiarabischen Hauptstadt Riad sind nach Behördenangaben mindestens zwölf Menschen getötet worden, darunter neben vier Einheimischen auch acht Ausländer. 309 weitere Menschen seien bei der Attacke am Samstag verletzt worden, einige von ihnen schwer, teilte die zivile Luftfahrtbehörde am Sonntag mit.

Umfrage: Macrons Beliebtheit auf niedrigstem Stand seit Amtsantritt 2017

Angesichts von Gewalt bei Schülerprotesten und hoher Staatsverschuldung ist die Popularität von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron auf den niedrigsten Stand seit seinem Amtsantritt 2017 gesunken. In einer am Samstag veröffentlichten Umfrage des Instituts Ipsos BVA-Cesi äußerten nur 15 Prozent der Befragten eine positive Sicht von Macron. Dies war noch ein Prozentpunkt weniger als im Vormonat.

Tausende Menschen bei pro-palästinensischer Kundgebung in Berlin

In Berlin haben am Samstag mehrere tausend Menschen an einer pro-palästinensischen Demonstration teilgemommen. Wie ein Polizeisprecher sagte, versammelten sich am Nachmittag rund 3500 Demonstrantinnen und Demonstranten am Spreebogen im Regierungsviertel, um zum Alexanderplatz im Bezirk Mitte zu ziehen. Dort kamen am Abend etwa 2000 Menschen an.

Nach Kritik Selenskyjs: Trump fordert Ablösung des ukrainischen Präsidenten

US-Präsident Donald Trump hat eine Ablösung des ukrainischen Staatschefs Wolodymyr Selenskyj gefordert. Es sei "an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten bekommt", der bereit sei, den Krieg mit Russland zu beenden, sagte Trump am Samstag vor Journalisten am Weißen Haus. Zuvor hatte Selenskyj Trump wegen dessen Diesel-Deal mit Moskau scharf angegriffen. Trump forderte Selenskyj zudem auf, die Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen.

Textgröße ändern: