The National Times - Nordrhein-Westfalens Innenminister kritisiert Debatten nach Anschlag in Solingen

Nordrhein-Westfalens Innenminister kritisiert Debatten nach Anschlag in Solingen


Nordrhein-Westfalens Innenminister kritisiert Debatten nach Anschlag in Solingen
Nordrhein-Westfalens Innenminister kritisiert Debatten nach Anschlag in Solingen / Foto: © AFP/Archiv

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hat die nach dem Anschlag in Solingen geführten Debatten um Messerverbote und andere Gegenmaßnahmen als zu undifferenziert kritisiert. Es gehe "Kraut und Rüben durcheinander", sagte Reul am Mittwoch in Düsseldorf. Extremistische Taten seien quantitativ und qualitativ ein ganz anderes Problem als alltägliche Aggressionsdelikte mit Messern etwa in Ausgehvierteln und Partyhotspots.

Textgröße ändern:

Ohne den Willen zur Unterscheidung gebe es auch keine "klugen Lösungen", kritisierte Reul. Politik und Öffentlichkeit dürften sich nicht in einer Diskussion um Verbote und Gesetzesverschärfungen allein "verrennen". Ein zu einem Anschlag entschlossener Extremist werde stets "Mittel und Wege finden". In der Debatte müsse es daher immer auch "um die Täter gehen".

Reul äußerte sich bei der Vorstellung eines landeseigenen sogenannten Lagebilds zu Messergewalt, der Termin war bereits vor dem Anschlag in Solingen mit drei Toten vom Freitag geplant gewesen. Dringend tatverdächtig ist ein 26-jähriger Flüchtling aus Syrien. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Terrorverdachts. Er soll die Tat, die bundesweit Bestürzung und Debatten unter anderem um Migrationspolitik und Messerverbote auslöste, als Mitglied der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) begangen haben.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) kündigte nach dem Attentat unter anderem eine schnelle Verschärfung des Waffenrechts an. Über Messerverbote in der Öffentlichkeit als Mittel gegen Gewaltkriminalität wird ohnehin bereits seit längerem debattiert. Dabei geht es etwa um die Einrichtung von Verbotszonen sowie entsprechende Kontrollbefugnisse für die Polizei.

Dem von Reul vorgestellten Lagebild des Landeskriminalamts (LKA) zufolge wurden in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr rund 3500 Taten erfasst, bei denen ein Messer als Tatmittel beteiligt war. Im Vergleich zum Vorjahr 2022 war das eine Zunahme um 43 Prozent. 15 Menschen starben dabei.

Viele Tatverdächtige waren der LKA-Auswertung zufolge männlich sowie relativ jung. Etwa die Hälfte war demnach noch keine 21 Jahre alt, der Anteil der Verdächtigen mit ausländischer Staatsangehörigkeit lag bei 45 Prozent. Erfasst wurden Taten im öffentlichen Raum sowie unter anderem in der Gastronomie. Viele der Vorfälle ereigneten sich in den Abend- und Nachtstunden sowie in Bereichen im Freien, die als Partyhotspots gelten.

Reul zufolge soll die Auswertung helfen, zielgenauere Gegenmaßnahmen und örtliche Konzepte zu entwickeln. Ihn besorge etwa, dass Tatverdächtige ohne deutsche Staatsbürgerschaft gemessen am Ausländeranteil an der Bevölkerung "überproportional" vertreten seien. Messer hätten sicherlich "auch etwas mit Männlichkeitsgehabe" zu tun, befand er. Unter anderem solle daher die Präventionsarbeit in Flüchtlingsunterkünften verstärkt werden. Aber auch ganz andere Ansätze wie Videoüberwachung gehörten dazu.

T.F.Russell--TNT

Empfohlen

Konflikt mit Huthis: Zwölf Tote und 309 Verletzte bei Angriff auf Flughafen Riad

Bei einem erneuten Angriff auf den internationalen Flughafen der saudiarabischen Hauptstadt Riad sind nach Behördenangaben mindestens zwölf Menschen getötet und 309 weitere verletzt worden. Zu den Todesopfern des Angriffs vom Samstag zählten acht Ausländer, darunter ein US-Bürger, wie die zivile Luftfahrtbehörde am Sonntag erklärte. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition machte die jemenitische Huthi-Miliz für den Angriff verantwortlich und kündigte eine entschiedene Reaktion an.

Behörden: Mindestens zwölf Tote und 309 Verletzte bei Angriff auf Flughafen Riad

Bei dem Angriff auf den internationalen Flughafen der saudiarabischen Hauptstadt Riad sind nach Behördenangaben mindestens zwölf Menschen getötet worden, darunter neben vier Einheimischen auch acht Ausländer. 309 weitere Menschen seien bei der Attacke am Samstag verletzt worden, einige von ihnen schwer, teilte die zivile Luftfahrtbehörde am Sonntag mit.

Umfrage: Macrons Beliebtheit auf niedrigstem Stand seit Amtsantritt 2017

Angesichts von Gewalt bei Schülerprotesten und hoher Staatsverschuldung ist die Popularität von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron auf den niedrigsten Stand seit seinem Amtsantritt 2017 gesunken. In einer am Samstag veröffentlichten Umfrage des Instituts Ipsos BVA-Cesi äußerten nur 15 Prozent der Befragten eine positive Sicht von Macron. Dies war noch ein Prozentpunkt weniger als im Vormonat.

Tausende Menschen bei pro-palästinensischer Kundgebung in Berlin

In Berlin haben am Samstag mehrere tausend Menschen an einer pro-palästinensischen Demonstration teilgemommen. Wie ein Polizeisprecher sagte, versammelten sich am Nachmittag rund 3500 Demonstrantinnen und Demonstranten am Spreebogen im Regierungsviertel, um zum Alexanderplatz im Bezirk Mitte zu ziehen. Dort kamen am Abend etwa 2000 Menschen an.

Textgröße ändern: