The National Times - Israel droht Sinwar nach Ernennung zu neuem Hamas-Chef mit dem Tod

Israel droht Sinwar nach Ernennung zu neuem Hamas-Chef mit dem Tod


Israel droht Sinwar nach Ernennung zu neuem Hamas-Chef mit dem Tod
Israel droht Sinwar nach Ernennung zu neuem Hamas-Chef mit dem Tod / Foto: © AFP/Archiv

Nach der Ernennung von Jahja Sinwar zum neuen Chef der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas hat Israel dem 61-Jährigen mit dem Tod gedroht. Die Ernennung von Sinwar zum Nachfolger des im Iran getöteten Ismail Hanija sei "ein weiterer zwingender Grund, ihn schnell zu eliminieren", erklärte Außenminister Israel Katz im Onlinedienst X. Derweil gingen am Mittwoch die internationalen Bemühungen weiter, einen erwarteten Vergeltungsangriff des Iran und seiner Verbündeten auf Israel abzuwenden.

Textgröße ändern:

Die Hamas hatte Sinwar am Dienstag, eine Woche nach der Tötung ihres Politbüro-Chefs Hanija in Teheran, zu dessen Nachfolger ernannt. Der Anführer der Palästinenserorganisation im Gazastreifen werde nun "Leiter des Politbüros", erklärte die Hamas. Israels Außenminister Katz erklärte kurz darauf zudem, "diese abscheuliche Organisation", an deren Spitze Sinwar nun stehe, müsse von der Landkarte verschwinden.

Sinwar gilt als Drahtzieher des Großangriffs der Hamas auf Israel am 7. Oktober, was ihn zu einem der meistgesuchten Köpfe der Palästinenserorganisation macht. Seitdem ist er nicht mehr öffentlich aufgetreten und wird im Tunnelsystem unter dem Gazastreifen vermutet.

Bei dem Angriff waren israelischen Angaben zufolge 1198 Menschen getötet und 251 weitere als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt worden. 111 Menschen werden immer noch im Gazastreifen festgehalten, 39 von ihnen gelten nach offizieller Einschätzung als tot.

Israel geht seither massiv militärisch gegen Ziele im Gazastreifen vor. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden dabei bislang mehr als 39.650 Menschen getötet.

Sinwars Vorgänger Hanija war am Mittwoch vergangener Woche in Teheran getötet worden. Die Hamas und der Iran machten Israel für die Tötung verantwortlich, Irans geistlicher Führer Ayatollah Ali Chamenei drohte mit einer "Bestrafung". Israel hat die Tötung von Hanija nicht weiter kommentiert. Wenige Stunden zuvor hatte Israel in Fuad Schukr den ranghöchsten Kommandeur der von Teheran unterstützten Hisbollah-Miliz im Libanon getötet. Deren Chef Hassan Nasrallah drohte ebenfalls mit Vergeltung.

Mit einem Angriff des Iran und seiner Verbündeten wird seit Tagen gerechnet. International laufen die diplomatischen Bemühungen um eine Deeskalation auf Hochtouren. US-Außenminister Antony Blinken sagte, sein Land arbeite "rund um die Uhr", um eine Beruhigung der Lage zu erreichen. Er rief den Iran und Israel am Dienstag erneut auf, eine Eskalation zu vermeiden. Weitere Angriffe erhöhten nur "das Risiko gefährlicher Folgen, die niemand vorhersagen und niemand vollständig kontrollieren kann".

Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, rechnet derweil mit einem baldigen Angriff des Iran auf sein Land. "Wenn sie das sagen, wenn sie es auch öffentlich sagen, muss man sie wirklich ernst nehmen", sagte er am Mittwoch. Dies sei bei dem iranischen Angriff im April deutlich geworden.

Vor fast fünf Monaten hatte der Iran Israel erstmals direkt von seinem Staatsgebiet aus mit mehr als 300 Raketen und Drohnen attackiert. Teheran spricht Israel seit der islamischen Revolution im Jahr 1979 das Existenzrecht ab und unterstützt verschiedene verbündete Milizen, darunter die Hamas im Gazastreifen, die Hisbollah im Libanon, die Huthis im Jemen und Gruppierungen im Irak und Syrien.

C.Blake--TNT

Empfohlen

Saudi-Arabien: Mehrere Verletzte bei neuem Angriff auf Flughafen von Riad

Bei einem neuen Angriff auf den internationalen Flughafen der saudiarabischen Hauptstadt Riad hat es am Sonntag wieder Verletzte gegeben. Die saudiarabische Luftfahrtbehörde teilte mit, der neue Angriff am Sonntagnachmittag habe mehrere Verletzte zur Folge gehabt. "Die Beurteilung der Schäden und die Überprüfung der Sicherheit der Anlagen dauern noch an", fügte die Behörde hinzu.

Trump verkündet "Energie-Waffenruhe" zwischen Kiew und Moskau - Selenskyj überrascht

Nach seinem Diesel-Deal mit Russland und einem heftigen Schlagabtausch mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat US-Präsident Donald Trump am Sonntag eine angebliche "Energie-Waffenruhe" zwischen Kiew und Moskau verkündet. Beide Länder hätten zugestimmt, ab sofort ihre Angriffe auf die Energie-Infrastruktur des jeweils anderen Staates einzustellen, erklärte Trump. Selenskyj reagierte überrascht auf die Ankündigung. Kiew sei aber bereit, eine solche Waffenruhe zu befolgen, wenn auch Moskau sich daran halte. Vom Kreml gab es zunächst keine Stellungnahme.

Festnahme in Polen nach möglichem Attentatsversuch auf Regierungschef und Minister

In Polen ist nach Hinweisen auf einen "möglichen Attentatsversuch" gegen Ministerpräsident Donald Tusk und Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz ein Verdächtiger festgenommen worden. "Der Mann, der mit einem Attentat gedroht hat, ist festgenommen worden", schrieb Tusk am Sonntag im Onlinedienst X. Er dankte der Polizei für ihr "schnelles und entschlossenes Eingreifen". Auch Innenminister Marcin Kierwinski gab auf X die Festnahme bekannt.

BND-Spionageaffäre: Unions-Fraktionsvize fordert lückenlose Aufklärung

Nach der Festnahme des ehemaligen BND-Chefs August Hanning wegen Spionagevorwürfen fordert Unions-Fraktionsvize Günter Krings (CDU) eine lückenlose Aufklärung und weitere Konsequenzen im Bundesnachrichtendienst. "Es drängt sich jetzt die Frage auf, wie überprüfen wir auch und checken auch, ob frühere hochrangige Mitarbeiter des Dienstes ihr Wissen nutzen", sagte der ehemalige Staatssekretär im Bundesinnenministerium am Sonntag im ARD-"Bericht aus Berlin".

Textgröße ändern: