The National Times - Harris entscheidet sich für Gouverneur Walz als ihren Vize

Harris entscheidet sich für Gouverneur Walz als ihren Vize


Harris entscheidet sich für Gouverneur Walz als ihren Vize
Harris entscheidet sich für Gouverneur Walz als ihren Vize / Foto: © AFP/Archiv

Die demokratische US-Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris zieht mit dem Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, als ihrem Vize in den Wahlkampf gegen Ex-Präsident Donald Trump. Das Wahlkampfteam von Harris gab am Dienstag bekannt, sie und Walz seien "bereit zu gewinnen". Der 60-jährige Walz gilt als Politiker, der mit seiner einfachen Sprache Zugang auch zu Wählern ohne akademische Bildung findet, zugleich aber liberale Positionen vertritt. Zuvor hatte Harris bei dem elektronischen Votum ihrer Partei 99 Prozent der Stimmen für ihre offizielle Nominierung zur Präsidentschaftskandidatin erreicht.

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Der frühere Nationalgardist, Lehrer und Football-Trainer Walz vertritt liberale Positionen zu Abtreibung und Cannabis. Zudem befürwortet er eine schärfere Überprüfung von Waffenkäufern.

Der Mittelweststaat Minnesota zählt zwar nicht zum engeren Kreis der wahlentscheidenden Bundesstaaten, doch könnte Walz der schwarzen Präsidentschaftskandidatin helfen, in "swing states" der Region wie Wisconsin und Michigan ein breiteres Spektrum an Wählerschichten zu erreichen und so diese Staaten zu gewinnen.

Walz erregte zuletzt Aufsehen, weil er den rechtspopulistischen, republikanischen Präsidentschaftskandidaten Trump und dessen Vizekandidaten J.D. Vance als "weird" ("merkwürdig", "schräg") bezeichnete. Er gilt als Erfinder dieses Etiketts, das landesweit Verbreitung fand und das auch Harris seither häufig für ihren Rivalen anwendet.

Das Wahlkampfteam Trumps bezeichnete Walz am Dienstag als "gefährlichen linksliberalen Extremisten". "Wenn Walz den Wählern nicht die Wahrheit sagt, werden wir es tun: Genau wie Kamala Harris ist Tim Walz ein gefährlicher linksliberaler Extremist", erklärte Trumps Wahlkampfsprecherin Karoline Leavitt. Der "Traum" von Harris und Walz sei es, die USA in ein Ebenbild Kaliforniens zu verwandeln - "der Albtraum eines jeden Amerikaners".

Als weitere mögliche Vizepräsidentschaftskandidaten von Harris waren unter anderen Josh Shapiro, der Gouverneur von Pennsylvania, sowie der Senator Mark Kelly aus Arizona gehandelt worden. Harris wollte bereits am Dienstagabend bei einem Auftritt in Philadelphia in Pennsylvania mit ihrem "running mate" in den Wahlkampf ziehen. Danach steht eine mehrtägige Tour durch die besonders umkämpften und wahlentscheidenden Bundesstaaten an.

Am Mittwoch soll es nach Wisconsin und Michigan gehen, Arizona steht am Freitag und Nevada am Samstag auf dem Programm. Geplant waren zudem Auftritte in den umkämpften südöstlichen Bundesstaaten North Carolina am Donnerstag und Georgia am Freitag, die wegen des Tropensturms "Debby" aber verschoben wurden.

Harris erfreut sich unterdessen mehreren Umfragen zufolge steigender Zustimmungsraten. In einer landesweiten Umfrage des Instituts Morning Consult lag sie nun mit 48 Prozent vier Punkte vor Trump. Eine neue Umfrage von CBS News ergab allerdings auch, dass die Zustimmung für Harris in der schwarzen Wählerschaft geringer ist als für US-Präsident Joe Biden bei seinem Sieg über Trump im Jahr 2020. Einige führende Demokraten warnten deshalb vor Selbstgefälligkeit.

"Sie hat viel Schwung, aber wenn man auf die Umfragen schaut, ist es immer noch ein wirklich enges Rennen", sagte der ehemalige Stratege von Ex-Präsident Barack Obama, David Axelrod, der Politik-Website "The Hill". "Das wird für jede Seite ein harter Kampf."

Biden hatte am 21. Juli nach einer wochenlangen Debatte über seine geistige Fitness erklärt, doch nicht bei der Wahl am 5. November anzutreten, und sich stattdessen für seine Vizepräsidentin Harris ausgesprochen. Die 59-jährige frühere Staatsanwältin von der Westküste war die einzige Kandidatin auf dem Stimmzettel für das auf fünf Tage angesetzte elektronische Votum unter fast 4000 Delegierten, das sie mit 99 Prozent Zustimmung nun überzeugend gewann, wie die Partei bekanntgab.

S.Ross--TNT

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