The National Times - Habeck will transparentere Preise für Fernwärmekunden

Habeck will transparentere Preise für Fernwärmekunden


Habeck will transparentere Preise für Fernwärmekunden
Habeck will transparentere Preise für Fernwärmekunden / Foto: © AFP

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) will transparentere Preise für Fernwärmekunden durchsetzen und den Schutz der Verbraucher vor zu hohen Kosten stärken. An einer zentralen Stelle im Internet sollen dazu zukünftig "preisrelevante und weitere Informationen" veröffentlicht werden, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Der Entwurf der entsprechenden Fernwärme-Verordnung befindet sich demnach in der Länder- und Verbändeanhörung und soll nach der Sommerpause ins Kabinett.

Textgröße ändern:

Den Angaben nach sollen auch die sogenannten Preisänderungsklauseln in den Verträgen mit den Anbietern "konkretisiert" werden, "um Preisanpassungen transparenter zu machen und an die Kostenentwicklung der tatsächlich eingesetzten Energieträger zu binden". Insgesamt setze sich das Bundeswirtschaftsministerium aber dafür ein, dass Wärmenetze überall dort preisgünstig gebaut und betrieben werden können, wo sie günstiger sind als eine dezentrale klimaneutrale Eigenversorgung.

Die Preise für Fernwärme sorgen immer wieder für Kritik. Der Verbraucherzentrale Bundesverband etwa monierte, dass die Preise teils sehr unterschiedlich ausfallen, sich stark verändern und die Hintergründe für Kundinnen und Kunden kaum nachvollziehbar sind. Die Monopolkommission, ein Beratergremium der Bundesregierung, hatte sich Anfang Juli für eine Preisobergrenze bei der Fernwärme ausgesprochen.

Fernwärmeanbieter seien in den meisten Fällen von Natur aus Monopolisten, sagte der Vorsitzende der Monopolkommission, Jürgen Kühling. Bislang hätten sich alternative Heizungsarten wie Öl- und Gaskessel "preisdämpfend" ausgewirkt. Mit der Umstellung auf nachhaltige Energien entstünden nun aber Bereiche - etwa im Stadtzentrum von Berlin, wo die Installation von Wärmepumpen meist nicht möglich ist - in denen Fernwärme vielfach die einzige mögliche Heizungsart sei.

In diesen Fällen müsse der Wettbewerb "simuliert" werden, um die Verbraucher vor zu hohen Preisen zu schützen, sage Kühling weiter. Dies könne etwa über ein "Marktelement, zum Beispiel einen Wärmepumpen-Index" geschehen, der den Fernwärmeanbietern eine Preisobergrenze aufzeigt.

Aus der Union kam Kritik am Referentenentwurf des Wirtschaftsministeriums. Dieser komme "zu spät", sagte CDU-Energiepolitikerin Anne König dem Nachrichtenportal "Politico". Sie forderte eine zügige Umsetzung: "Auf keinen Fall darf die Technologie durch das Ampel-Chaos zerrieben werden, so wie es bei der Wärmepumpe durch das Ampel-Heizungsgesetz geschehen ist."

Sorge vor zunehmender Bürokratie kommt vom Fernwärme-Spitzenverband AGFW, der in "Politico" "weitere Informationspflichten mit wenig Mehrwert für den Verbraucher, aber mit viel Mehraufwand bei den Unternehmen", beklagte.

V.Allen--TNT

Empfohlen

Selenskyjs: Russland greift nach Trumps Ankündigung zu Energie-Waffenruhe Energieanlagen an

Russland hat nach Angaben des ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump zu einer "Energie-Waffenruhe" zwischen Kiew und Moskau Energieanlagen in der Ukraine angegriffen. "Die Russen haben ein Kraftwerk in Kiew mit einer Schahed-Drohne angegriffen", schrieb Selenskyj am Sonntagabend in Online-Netzwerken. Später habe es noch weitere Angriffe auf Energieanlagen in der Region Charkiw im Nordosten der Ukraine gegeben.

Frankreich: EU-Abgeordneter Glucksmann Präsidentschaftskandidat des sozialdemokratischen Lagers

Der EU-Abgeordnete Raphaël Glucksmann ist zum Präsidentschaftskandidaten des sozialdemokratischen Lagers in Frankreich gekürt worden. Bei der gemeinsamen Vorwahl seiner Partei Place Publique und der Sozialistischen Partei (PS) erhielt Glucksmann am Sonntag gut 66 Prozent der Stimmen, wie die Organisatoren mitteilten. Weit abgeschlagen folgte auf dem zweiten Platz der PS-Vorsitzende Olivier Faure mit knapp 14,5 Prozent der Stimmen.

Saudi-Arabien: Mehrere Verletzte bei neuem Angriff auf Flughafen von Riad

Bei einem neuen Angriff auf den internationalen Flughafen der saudiarabischen Hauptstadt Riad hat es am Sonntag wieder Verletzte gegeben. Die saudiarabische Luftfahrtbehörde teilte mit, der neue Angriff am Sonntagnachmittag habe mehrere Verletzte zur Folge gehabt. "Die Beurteilung der Schäden und die Überprüfung der Sicherheit der Anlagen dauern noch an", fügte die Behörde hinzu.

Trump verkündet "Energie-Waffenruhe" zwischen Kiew und Moskau - Selenskyj überrascht

Nach seinem Diesel-Deal mit Russland und einem heftigen Schlagabtausch mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat US-Präsident Donald Trump am Sonntag eine angebliche "Energie-Waffenruhe" zwischen Kiew und Moskau verkündet. Beide Länder hätten zugestimmt, ab sofort ihre Angriffe auf die Energie-Infrastruktur des jeweils anderen Staates einzustellen, erklärte Trump. Selenskyj reagierte überrascht auf die Ankündigung. Kiew sei aber bereit, eine solche Waffenruhe zu befolgen, wenn auch Moskau sich daran halte. Vom Kreml gab es zunächst keine Stellungnahme.

Textgröße ändern: