The National Times - Trump ruft in Parteitagsrede zu Versöhnung auf - greift aber Biden hart an

Trump ruft in Parteitagsrede zu Versöhnung auf - greift aber Biden hart an


Trump ruft in Parteitagsrede zu Versöhnung auf - greift aber Biden hart an
Trump ruft in Parteitagsrede zu Versöhnung auf - greift aber Biden hart an / Foto: © AFP

Fünf Tage nach dem versuchten Anschlag auf ihn hat US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump in seiner Parteitagsrede teils ungewohnt versöhnliche Töne gewählt - aber zugleich Präsident Joe Biden scharf attackiert. In seiner Ansprache am Donnerstagabend (Ortszeit) rief der 78-jährige Republikaner die USA zur Geschlossenheit auf, setzte jedoch in anderen Passagen seine üblichen vehementen Attacken auf den Amtsinhaber fort. In der Rede schilderte Trump detailreich den Hergang des Attentats vom 13. Juli, das er nur knapp überlebt hatte.

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"Die Zwietracht und die Spaltung in unserer Gesellschaft müssen geheilt werden", sagte Trump zu Beginn seiner Rede bei der Versammlung der Republikaner in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin. Es war seine erste Rede nach dem Attentat, bei der er formell seine Nominierung als Kandidat der Republikaner für die Präsidentschaftswahl am 5. November annahm.

Er wolle "Präsident für ganz Amerika, nicht für halb Amerika" sein, verkündete Trump. Dies entsprach seiner Ankündigung kurz nach dem Attentat, dass er mit seiner Rede das politisch extrem polarisierte Land zusammenführen wolle. Der Ex-Präsident sagte einen "unglaublichen Sieg" bei der Wahl voraus und kündigte an: "Wir werden die vier großartigsten Jahre in der Geschichte unseres Landes beginnen."

Ausführlich schilderte Trump dann den am vergangenen Samstag während einer Wahlkampfkundgebung im Bundesstaat Pennsylvania verübten Anschlag. Dabei war er von einer Kugel am Ohr verletzt worden. Ein als Zuschauer anwesender Feuerwehrmann und der mutmaßliche 20-jährige Attentäter wurden getötet.

"Ich sollte heute nicht hier sein", sagte Trump dazu in einem der emotionalsten Momente seines Auftritts. Als Antwort schallten ihm aus der Halle die Rufe entgegen: "Ja, Du bist es!" Dass er das Attentat überlebte, führte Trump auf göttlichen Schutz zurück - eine religiöse Deutung, die beim Parteitag eine große Rolle spielte. "Blut floss da überall, und doch habe ich mich auf gewisse Weise sicher gefühlt, da ich Gott auf meiner Seite hatte", sagte der Ex-Präsident. "Nur durch die Gnade des Allmächtigen Gottes stehe ich vor Euch in dieser Arena."

Während des Auftritts trug Trump erneut ein großes weißes Pflaster auf dem rechten Ohr. Es ist für die Republikaner zu einem Symbol seines Durchhaltewillens geworden. Während seiner Rede legte er eine Schweigeminute für den getöteten Feuerwehrmann Corey Comperatore ein und küsste dessen Helm.

Im weiterem Verlauf seiner etwa 90-minütigen Ansprache streifte Trump eine Vielzahl von Themen - dabei gab er seinen eingangs versöhnlichen Ton auf und kehrte zu seiner üblichen harten Rhetorik zurück. Über Biden sagte Trump: "Der Schaden, den er in diesem Land angerichtet hat, ist unvorstellbar."

Trump wiederholte auch seine vielfach widerlegte Behauptung, dass ihm bei der Wahl 2020 der Sieg durch Betrügereien gestohlen worden sei, und bezeichnete sich mit Blick auf die gegen ihn laufenden Strafverfahren erneut als Opfer einer "Hexenjagd".

Den Amtsinhaber Biden machte der Rechtspopulist für zu hohe Inflation, unkontrollierte Zuwanderung und internationale Konflikte verantwortlich - darunter auch den Krieg in der Ukraine. "Ich werde jede einzelne internationale Krise beenden, die die derzeitige Regierung verursacht hat, einschließlich des furchtbaren Krieges zwischen Russland und der Ukraine", sagte Trump - ohne nähere Angaben zu machen , wie er dies erreichen wolle.

Trump erging sich auch in seiner üblichen Tirade gegen irregulär ins Land gelangende Migranten. Er sprach von einer "massiven Invasion an unser Südgrenze, die Elend, Kriminalität, Armut, Krankheit und Zerstörung" in das Land bringe. Als Gegenmittel kündigte er unter anderem den Bau einer durchgängigen Mauer an der Grenze zu Mexiko an.

Nach der Rede und zum Parteitagsabschluss kam Trumps Familie zu ihm auf die Bühne - auch seine Ehefrau Melania, die sich seit Monaten weitgehend aus der Öffentlichkeit ferngehalten hatte. Trump drückte ihr einen Kuss auf die Wange, den sie nicht erwiderte.

Trump will seinen Wahlkampf bereits am Samstag mit einer Kundgebung im Bundesstaat Michigan fortsetzen. Dabei wird ihn erstmals sein Vizepräsidentschaftskandidat J.D. Vance begleiten.

Parallel zum Republikaner-Parteitag verschärfte sich bei den Demokraten die Debatte um die erneute Kandidatur Bidens. Seit dem fahrigen Auftritt des 81-Jährigen im Fernsehduell mit Trump Ende Juni sind in seiner Partei die Zweifel massiv gewachsen, dass er fit genug ist für eine zweite Amtszeit. Die "New York Times" zitierte mehrere Stimmen aus Bidens Umfeld, wonach der parteiinterne Druck inzwischen Wirkung zeigen und er seinen Ausstieg aus dem Präsidentschaftsrennen erwägen soll.

W.Baxter--TNT

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