The National Times - Scharfer Wortwechsel zwischen Union und FDP wegen von der Leyens Wiederwahl

Scharfer Wortwechsel zwischen Union und FDP wegen von der Leyens Wiederwahl


Scharfer Wortwechsel zwischen Union und FDP wegen von der Leyens Wiederwahl
Scharfer Wortwechsel zwischen Union und FDP wegen von der Leyens Wiederwahl / Foto: © AFP/Archiv

Die Umstände der Wiederwahl von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) sorgt für Streit zwischen Union und FDP. CDU-Chef Friedrich Merz kritisierte es am Freitag als unverständlich, dass die FDP die Wahl von der Leyens nicht unterstützt habe. Der Vorsitzende der konservativen Europäischen Volkspartei, Manfred Weber, warf der FDP eine Blockadehaltung vor. Die FDP-Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann wollte die Vorwürfe allerdings nicht auf sich sitzen lassen.

Textgröße ändern:

"Wir halten es für demokratietheoretisch höchst gefährlich, nur für eine Kandidatin zu stimmen, um irgendwie noch dabei sein zu dürfen", erklärte Strack-Zimmermann gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. "Ebenso gefährlich ist die Anspruchshaltung der Union, man müsse tanzen, wenn der Wahlsieger etwas erwartet."

Strack-Zimmermann warf von der Leyen vor, nicht ausreichend auf Interessen der FDP eingegangen zu sein. "Sie hielt es leider nicht für nötig, auf unsere ausstehenden Fragen, die wir ihr per Brief geschickt hatten, zu reagieren, sondern hat sich stattdessen auf die Grünen fokussiert", erklärte die FDP-Politikerin.

Von der Leyens Team habe dann am Donnerstag "hektisch" versucht, sie telefonisch zu erreichen, als der Wahlgang zur Kommissionspräsidentschaft bereits lief und klar war, dass die FDP die Wiederwahl nicht unterstützt, kritisierte Strack-Zimmermann. Dies habe sie "zur Kenntnis genommen". Die Wahlentscheidung gegen von der Leyen sei "ausschließlich auf Basis jener Inhalte" getroffen worden, "für die wir uns auch öffentlich seit Monaten eingesetzt haben".

Strack-Zimmermann fügte hinzu: "Die scharfe Reaktion von Grünen und Konservativen auf das Wahlverhalten der FDP im Europäischen Parlament irritiert uns sehr."

EVP-Chef Weber hatte die FDP zuvor scharf kritisiert. "Die FDP hat sich unter dem Eindruck ihres Existenzkampfes in Deutschland von einer seriösen Arbeit in Europa verabschiedet", sagte Weber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitagsausgaben). "Es ist bedauerlich, dass sie ihr Heil jetzt im Blockieren sucht."

Die fünf FDP-Abgeordneten im Europaparlament hatten die Wiederwahl von der Leyens nicht unterstützt. Auch CDU-Chef Merz äußerte Kritik. "Ich habe schon seit Monaten kaum noch Verständnis für die Haltung einer ganzen Reihe von FDP-Abgeordneten sowohl im Europäischen Parlament als auch im Deutschen Bundestag", sagte Merz im Deutschlandfunk.

Positiv hob Merz hingegen hervor, dass von der Leyen auch Stimmen von Grünen-Abgeordneten bekommen habe. "Wichtig ist, dass Ursula von der Leyen in der Mitte des Europäischen Parlaments - und dazu zählen natürlich auch die Grünen - jetzt eine stabile Mehrheit hat, auf die sie setzen kann."

B.Scott--TNT

Empfohlen

Rente: CDU erwartet von neuem Minister Schweitzer Festhalten an Koalitionsbeschlüssen

CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann erwartet von dem designierten Arbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD) ein Festhalten an Vereinbarungen der Koalition zur Rentenreform. "Ich gehe davon aus, dass er sich genauso auch an die Beschlüsse gebunden fühlt, die das Kabinett miteinander und die Koalitionsspitzen miteinander getroffen haben", sagte Hoppermann am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". "Und deswegen sind wir ja jetzt gespannt, dass er vorlegt, was in seinem Ministerium schon schlummert."

Bas-Rücktritt: SPD-Generalsekretär Klüssendorf sieht Koalition nicht gefährdet

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf sieht die Koalition auch nach dem Rücktritt von Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) und ihren Vorwürfen gegen die Union nicht gefährdet. "Ich sehe sie nicht so zerrüttet, als dass wir nicht diese Baustellen, die wir gemeinsam haben, jetzt auch wieder gemeinsam schließen könnten", sagte Klüssendorf am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin".

Spaniens König Felipe VI. besucht Exklave Ceuta in Nordafrika

Der spanische König Felipe VI. und Königin Letizia besuchen am Dienstag die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika. Ende Juli waren mehr als 70.000 Menschen aus Marokko zu Fuß oder schwimmend nach Ceuta gelangt, es gab dutzende Tote. Die meisten kehrten zwar nach Marokko zurück oder wurden zurückgebracht. Tausende Migranten blieben aber in der nur 18 Quadratkilometer großen Exklave, wo sie auf der Straße oder an Stränden schlafen.

Wadephul nimmt an internationalem Sicherheitsforum in Warschau teil

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) nimmt am Dienstag an einem internationalen Sicherheitsforum in Warschau teil. Beim Warsaw Security Forum (WSF) will der Minister zusammen mit seinen Kollegen aus Polen, Großbritannien und Norwegen über die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine auf die Sicherheit in Europa diskutieren, wie das Auswärtige Amt ankündigte.

Textgröße ändern: