The National Times - Unruhen in Bangladesch: Polizei verhängt Verbot aller politischen Kundgebungen

Unruhen in Bangladesch: Polizei verhängt Verbot aller politischen Kundgebungen


Unruhen in Bangladesch: Polizei verhängt Verbot aller politischen Kundgebungen
Unruhen in Bangladesch: Polizei verhängt Verbot aller politischen Kundgebungen / Foto: © AFP

Nach den schwersten Unruhen seit Tagen in Bangladesch mit mindestens 39 Toten hat die Polizei in der Hauptstadt Dhaka ein ganztägiges Verbot aller politischen Kundgebungen verhängt. "Wir haben heute alle Kundgebungen, Umzüge und öffentlichen Versammlungen in Dhaka verboten", erklärte Polizeipräsident Habibur Rahman am Freitag. Nur so könne die "öffentliche Sicherheit" gewährleistet werden. Überdies gab die Polizei die Festnahme eines bekannten Oppositionspolitikers bekannt.

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Die Studenten in Bangladesch demonstrieren seit Wochen fast täglich gegen ein Quotensystem der Regierung, das vorsieht, dass mehr als die Hälfte der gut bezahlten Stellen im öffentlichen Dienst bestimmten Bevölkerungsgruppen vorbehalten sind. Nach Angaben der Kritiker begünstigen die Quoten die Unterstützer der Regierung der 76-jährigen Regierungschefin Shaikh Hasina, die im Januar bei einer praktisch ohne Opposition erfolgten Wahl für eine vierte Amtszeit bestätigt worden war. Die Studenten fordern bei der Vergabe der attraktiven Jobs ein leistungsorientiertes System anstelle der Quoten.

Die Regierung in Dhaka hatte Anfang der Woche die Schließung von Schulen und Universitäten auf unbestimmte Zeit angeordnet. In den Tagen danach war die Gewalt eskaliert. Wie aus einer von der AFP zusammengestellten Aufstellung der Opferzahlen aus den Krankenhäusern hervorgeht, wurden allein am Donnerstag mindestens 32 Menschen getötet. Anfang der Woche hatten die Behörden bereits sieben Tote gemeldet. Die Zahl dürfte nach Berichten über gewaltsame Zusammenstöße in fast der Hälfte der 64 Bezirke des südostasiatischen Landes noch weiter steigen.

Nach Angaben der Polizei hatten die Demonstranten zahlreiche Polizei- und Regierungsbüros in Brand gesteckt und weitere "zerstörerische Aktivitäten" ausgeführt. Betroffen war unter anderem die Zentrale des staatlichen TV-Senders BTV. Nach Angaben der Polizei wurden bei den Zusammenstößen vom Donnerstag etwa hundert Beamte verletzt. Rund 50 Polizeiwachen seien "niedergebrannt" worden.

R.Hawkins--TNT

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