The National Times - Spahn rechtfertigt Corona-Maskenbeschaffung - Kritik von Grünen

Spahn rechtfertigt Corona-Maskenbeschaffung - Kritik von Grünen


Spahn rechtfertigt Corona-Maskenbeschaffung - Kritik von Grünen
Spahn rechtfertigt Corona-Maskenbeschaffung - Kritik von Grünen / Foto: © AFP/Archiv

Der ehemalige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich im Bundestag für die umstrittene Bestellung von mehreren Milliarden Schutzmasken zu Beginn der Corona-Pandemie rechtfertigt. "Es ging um Menschenleben und ja, wir brauchten Masken und ja, wir haben Masken beschafft", sagte Spahn am Donnerstag in einer Aktuellen Stunde. "War es teuer? Ja.", fuhr Spahn fort. Zuvor übten die Grünen scharfe Kritik an der Maskenbeschaffung.

Textgröße ändern:

Viele hätten zu Pandemiebeginn die Beschaffung von Masken "um jeden Preis" gefordert, sagte der CDU-Politiker. Wer das Gesundheitswesen schützen wolle, müsse "Vorsorge treffen in so einer Situation". Das habe er gemacht "nach der Devise 'haben ist besser als brauchen'". Mit dem Wissen von heute würde er "manche Entscheidung anders treffen, ohne Zweifel", fügte Spahn hinzu - aber: "Wir mussten in der Not entscheiden." Insgesamt sei Deutschland im internationalen Vergleich "ziemlich gut durch diese schwere Zeit gekommen".

Die Grünen hatten Spahn zuvor in der Aktuellen Stunde scharf attackiert. "Eine Krise darf kein Freifahrtschein sein für völlig unkontrolliertes Handeln", sagte Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch. Er sprach von "völlig wilden Vergabeverfahren" und "windigen Verträgen" der Bundesregierung mit Maskenherstellern.

Spahn hatte 2020 zu Beginn der Pandemie Lieferanten eine unbegrenzte Abnahme von Masken zu einem Preis von 4,50 Euro pro FFP2-Maske garantiert. Später verweigerte das Ministerium teils die Bezahlung, unter anderem mit Verweis auf fehlerhafte oder verspätete Lieferungen. Letztlich wurde ein großer Teil der Masken nicht benötigt.

Lieferanten klagen nun gegen den Bund. Laut Bundesgesundheitsministerium geht es um insgesamt etwa hundert Fälle mit einem Streitwert von 2,3 Milliarden Euro.

Es seien "Milliarden Euro vernichtet worden", betonte Audretsch. "Wir reden von einem der größten Steuerverschwendungsskandale, die es je in der Bundesrepublik gegeben hat." Der Grünen-Politiker sprach von einem "Kontrollverlust" der Vorgängerregierung. Angesichts der angespannten Haushaltslage "dürfen und können wir die Augen nicht verschließen, wenn ein Milliardenskandal in dieser Größenordnung auf dem Tisch liegt".

Der CDU-Gesundheitspolitiker Tino Sorge verteidigte die Entscheidungen Spahns: Es sei "skurril, dass aus Dingen ein Skandal gemacht wird, der eigentlich keiner ist", sagte Sorge. "Das ist an Niederträchtigkeit und Doppelmoral nicht zu überbieten." Sorge warf den Grünen "Schaufensterpolitik" vor. Die Grünen hätten "im verschwörerischen Unterton Querdenker-Thesen" verbreitet.

Die SPD-Politikerin Martina Stamm-Fibich, deren Partei heute mit Karl Lauterbach den Bundesgesundheitsminister stellt, verwies auf die damalige "Ungewissheit". "In dieser unübersichtlichen Situation war die Beschaffung von persönlicher Schutzausrüstung keine leichte Aufgabe", betonte sie. Es dürfe daher keine "Hexenjagd" geben. Dennoch sei es nötig, "dass wir kritisch aufarbeiten, was damals passiert ist". Niemand dürfe sich aus der Verantwortung stehlen.

Kristine Lütke von der FDP sagte, der Fall grenze an Fahrlässigkeit. Er lasse "jeden Respekt vor der Leistung der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler vermissen".

W.Phillips--TNT

Empfohlen

Felipe VI. nennt Exklaven Ceuta und Melilla "unveräußerlichen Teil" Spaniens

Spaniens König Felipe VI. hat die von Marokko beanspruchten Exklaven Ceuta und Melilla in Nordafrika bei einem Besuch als "unveräußerlichen Teil" Spaniens bezeichnet. "Die Souveränität und territoriale Integrität unseres Landes sind nicht verhandelbar", sagte Felipe am Dienstag in Ceuta rund zweieinhalb Monate nach dem Ansturm von Migranten auf Ceuta.

Antisemitismusstreit: Grüne und SPD in Berlin unterbrechen Sondierungen mit Linker

Nach der konstituierenden Sitzung der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus haben Grüne und SPD die vor wenigen Tagen begonnenen Sondierungsgespräche mit der Partei über eine Regierungsbildung unterbrochen. Beide Parteien hätten "zur Kenntnis genommen, dass die Linke in ihrer Fraktion zu anderen Verabredungen gekommen ist", erklärten Grüne und SPD am Dienstag unter Verweis auf eine in der vergangenen Woche mit der Linken geschlossene Vereinbarung zu Antisemitismus und Clankontakten.

Grüne und SPD in Berlin unterbrechen Sondierungen mit Linkspartei

Nach der konstituierenden Sitzung der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus haben Grüne und SPD die Sondierungsgespräche mit der Partei über eine Regierungsbildung unterbrochen. Beide Parteien hätten "zur Kenntnis genommen, dass die Linke in ihrer Fraktion zu anderen Verabredungen gekommen ist", erklärten Grüne und SPD am Dienstag in der Hauptstadt. Zuvor hatte die Linke die wegen angeblicher israelfeindlicher Äußerungen umstrittene Politikerin Vanessa Emde in die Abgeordntenhausfraktion aufgenommen.

Nach Skandal-Berichten: Trump fordert US-Botschafterin in Athen zu Rückzug auf

Nach mehreren peinlichen Enthüllungen sind die Tage von Kimberly Guilfoyle als US-Botschafterin in Griechenland gezählt: "Sie wird nicht mehr dort sein", sagte US-Präsident Donald Trump am Dienstag. Kurz zuvor hatte das Weiße Haus die frühere Verlobte von Trumps ältestem Sohn Donald Jr. zum Rückzug aufgerufen. Guilfoyle wies die gegen sie erhobene Vorwürfe zurück. Sie räumte aber ein, dass sich ihre Botschafterinnentätigkeit "dem Ende zuneigen könnte".

Textgröße ändern: