The National Times - Umfrage: Westeuropäer bezweifeln Zuverlässigkeit der USA als Sicherheitsgarant

Umfrage: Westeuropäer bezweifeln Zuverlässigkeit der USA als Sicherheitsgarant


Umfrage: Westeuropäer bezweifeln Zuverlässigkeit der USA als Sicherheitsgarant
Umfrage: Westeuropäer bezweifeln Zuverlässigkeit der USA als Sicherheitsgarant / Foto: © AFP

Viele Bürger in Deutschland und anderen großen westeuropäischen Ländern zweifeln laut einer aktuellen Umfrage die Zuverlässigkeit der USA als Sicherheitspartner an. In der am Mittwoch veröffentlichten Erhebung des in New York ansässigen Institute for Global Affairs bewerteten nur insgesamt sechs Prozent der Befragen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien die Vereinigten Staaten als "sehr zuverlässigen" Garanten der europäischen Sicherheit in den kommenden zehn Jahren.

Textgröße ändern:

36 Prozent hingegen nannten die Vereinigten Staaten in dieser Hinsicht "etwas unzuverlässig" und zehn Prozent sogar "sehr unzuverlässig". Auf der anderen Seite stuften 46 Prozent in den drei europäischen Ländern die USA als "etwas zuverlässigen" Sicherheitspartner ein.

Diese Umfrageergebnisse könnten durch "Zweifel an der Zukunft der transatlantischen Sicherheitskooperation" im Fall einer Rückkehr des früheren US-Präsidenten Donald Trump ins Weiße Haus befördert worden sein, erläuterte das der Politikberatungsfirma Eurasia gehörende Institut. Trump ist ein scharfer Kritiker der Nato und wirft vor allem Deutschland vor, zu wenig Geld für die Verteidigung auszugeben.

Für Aufsehen bei westlichen Verbündeten hatte Trump im Februar mit der Ankündigung gesorgt, er würde Nato-Ländern, die nicht genug für Verteidigung ausgäben, bei einem Angriff nicht zu Hilfe kommen. Er würde dann Russland sogar ermutigen, mit ihnen zu tun, "was immer sie wollen". Trump will bei der Präsidentschaftswahl im November erneut gegen Amtsinhaber Joe Biden antreten, gegen den er 2020 unterlegen war.

In der jetzt veröffentlichen Umfrage kam allerdings Biden in den drei europäischen Ländern keineswegs gut weg. Auf die Frage, welcher Staatenlenker derzeit "das positivste Beispiel von Führungsstärke für die Welt" setze, nannten in Deutschland nur 13 Prozent den US-Präsidenten, in Frankreich und Großbritannien jeweils gerade einmal neun Prozent.

Deutlich besser schnitt bei dieser Frage der französische Staatschef Emmanuel Macron ab. Ihn nannten in Deutschland 33 Prozent, in Frankreich selbst allerdings nur 25 Prozent und in Großbritannien 16 Prozent.

Für die Erhebung waren in der ersten Aprilhälfte insgesamt 3360 erwachsene Bürgerinnen und Bürger in den drei europäischen Ländern sowie in den USA vom Meinungsforschungsinstitut YouGov befragt worden.

S.M.Riley--TNT

Empfohlen

Spaniens König Felipe VI. besucht Exklave Ceuta in Nordafrika

Der spanische König Felipe VI. und Königin Letizia besuchen am Dienstag die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika. Ende Juli waren mehr als 70.000 Menschen aus Marokko zu Fuß oder schwimmend nach Ceuta gelangt, es gab dutzende Tote. Die meisten kehrten zwar nach Marokko zurück oder wurden zurückgebracht. Tausende Migranten blieben aber in der nur 18 Quadratkilometer großen Exklave, wo sie auf der Straße oder an Stränden schlafen.

Wadephul nimmt an internationalem Sicherheitsforum in Warschau teil

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) nimmt am Dienstag an einem internationalen Sicherheitsforum in Warschau teil. Beim Warsaw Security Forum (WSF) will der Minister zusammen mit seinen Kollegen aus Polen, Großbritannien und Norwegen über die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine auf die Sicherheit in Europa diskutieren, wie das Auswärtige Amt ankündigte.

Bundesverfassungsgericht verhandelt über Privilegien von Firmenerben

Das Bundesverfassungsgericht prüft am Dienstag (10.00 Uhr) in Karlsruhe die Privilegien für Firmenerben. Wer betriebliches Vermögen erbt, muss meist deutlicher weniger Steuern darauf zahlen als die Erben von Privatvermögen, teilweise wird die Steuer auch ganz erlassen. Darum zog ein Erbe vor Gericht. Dieses will herausfinden, ob die unterschiedliche Behandlung vom Grundgesetz gedeckt ist. (Az. 1 BvR 804/22)

Klingbeil lässt erneute Kandidatur für SPD-Spitze offen

Nach dem Rücktritt von Bärbel Bas als Bundesarbeitsministerin und SPD-Parteichefin lässt sich der Co-Parteivorsitzende Lars Klingbeil eine erneute Kandidatur für die Parteispitze offen. "Ich weiß doch, welche Kritik es auch gibt", sagte Klingbeil am Montag im "heute journal" im ZDF. "Da geht es nicht um mich, und es geht auch nicht darum, dass ich am Amt klebe, sondern es geht um die bestmögliche Aufstellung."

Textgröße ändern: