The National Times - Biden plant verschärfte Regeln für Migranten an der Grenze zu Mexiko

Biden plant verschärfte Regeln für Migranten an der Grenze zu Mexiko


Biden plant verschärfte Regeln für Migranten an der Grenze zu Mexiko
Biden plant verschärfte Regeln für Migranten an der Grenze zu Mexiko / Foto: © AFP

US-Präsident Joe Biden plant Medienberichten zufolge eine deutliche Verschärfung der Regeln für Migranten an der Grenze zu Mexiko. Biden wolle eine Exekutivverordnung unterzeichnen, die es den Behörden ermöglichen würde, illegal eingereiste Migranten ohne vorherige Bearbeitung ihrer Asylanträge abzuschieben, berichteten mehrere US-Medien am Montag. Dies würde dann gelten, wenn die Zahl der Grenzüberquerungen stark ansteigt. Die irreguläre Zuwanderung ist eines der zentralen Themen des US-Präsidentschaftswahlkampfs.

Textgröße ändern:

Den Medienberichten zufolge sollte die Unterzeichnung im Beisein von Bürgermeistern aus Grenzstädten im Weißen Haus erfolgen. Bidens Sprecherin Karine Jean-Pierre wollte die Angaben jedoch zunächst nicht bestätigen. "Alles, was ich sagen kann, ist, dass wir ständig und kontinuierlich alle Optionen prüfen, um das System der Einwanderung in den Griff zu bekommen", sagte Jean-Pierre.

Die Sprecherin des Weißen Hauses warf zudem den Republikanern im Kongress vor, nicht mit Biden zusammenzuarbeiten und die Milliardensumme für die Grenzsicherung zu blockieren, die der Präsident - zusammen mit Hilfen für die Ukraine und Israel - durchsetzen wollte, um das Thema für ihren Wahlkampf nutzen zu können. Die Republikaner hätten "beschlossen, Parteipolitik zu machen", sagte Jean-Pierre.

Im vergangenen Monat war ein Anlauf für ein deutlich verschärftes Zuwanderungsrecht im US-Kongress gescheitert. Es war bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass das Vorhaben vom Senat gestoppt wurde - obwohl die Reformen gemeinsam von Demokraten und Republikaner ausgearbeitet worden waren.

Biden und seine Demokraten werfen Trump und den Republikanern vor, die Pläne für das verschärfte Zuwanderungsrecht deshalb zu blockieren, weil sie die Durchlässigkeit der Grenze politisch für sich ausschlachten wollen. Trump setzt wie in seinen früheren Wahlkämpfen auf aggressive Rhetorik gegen Zuwanderer, die er pauschal als Sicherheitsbedrohung für die USA diffamiert.

Den Medienberichten zufolge würden die von Biden geplanten Beschränkungen in Kraft treten, sobald die Zahl der illegalen Grenzübertritte 2500 pro Tag erreicht, und erst wieder aufgehoben werden, wenn die Zahl auf 1500 sinkt.

Die verschärften Regeln würden zu den härtesten gehören, die je ein Politiker der Demokratischen Partei in den USA ergriffen hat. Sie sollen sich auf das Gesetz stützen, das die Regierung Trump genutzt hat, um die Einwanderung aus einigen muslimischen Ländern zu verhindern. Die Pläne könnten im demokratischen Lager für Verärgerung sorgen und würden aller Voraussicht nach vor Gericht angefochten werden.

Unter Bidens Präsidentschaft hat die Zahl der irregulär über die Grenze mit Mexiko ins Land gelangten Migranten Rekordhöhen erreicht. Im vergangenen Jahr überquerten mehr als 2,4 Millionen Migranten die südliche US-Grenze. Die meisten von ihnen kamen aus Mittelamerika und Venezuela und flohen vor Gewalt, Armut und Katastrophen, die durch den Klimawandel verschärft werden.

Die Zahl der Grenzüberquerungen gipfelte mit 10.000 am Tag im Dezember in einem Rekord und ist seitdem wieder deutlich zurückgegangen. Dennoch ist die Migration Wählerumfragen zufolge eine der größten Herausforderungen für Biden.

Trump seinerseits hatte Biden vorgeworfen, eine Politik der offenen Grenzen zu betreiben, um in der Wählergunst der Demokraten zu wachsen. Die Regierung Biden hatte zuvor versucht, die Grenzübertritte durch eine bessere Zusammenarbeit mit Mexiko und anderen Ländern - etwa durch Strafverfolgung oder Wirtschaftspolitik - einzudämmen.

Am Sonntag ist im Nachbarland Mexiko mit der linksgerichteten früheren Bürgermeisterin von Mexiko-Stadt, Claudia Sheinbaum, erstmals eine Frau zum Staatsoberhaupt gewählt worden. Biden gratulierte der neuen Präsidentin und sagte eine "starke und kooperative Partnerschaft" zu.

F.Hughes--TNT

Empfohlen

Spaniens König Felipe VI. besucht Exklave Ceuta in Nordafrika

Der spanische König Felipe VI. und Königin Letizia besuchen am Dienstag die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika. Ende Juli waren mehr als 70.000 Menschen aus Marokko zu Fuß oder schwimmend nach Ceuta gelangt, es gab dutzende Tote. Die meisten kehrten zwar nach Marokko zurück oder wurden zurückgebracht. Tausende Migranten blieben aber in der nur 18 Quadratkilometer großen Exklave, wo sie auf der Straße oder an Stränden schlafen.

Wadephul nimmt an internationalem Sicherheitsforum in Warschau teil

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) nimmt am Dienstag an einem internationalen Sicherheitsforum in Warschau teil. Beim Warsaw Security Forum (WSF) will der Minister zusammen mit seinen Kollegen aus Polen, Großbritannien und Norwegen über die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine auf die Sicherheit in Europa diskutieren, wie das Auswärtige Amt ankündigte.

Bundesverfassungsgericht verhandelt über Privilegien von Firmenerben

Das Bundesverfassungsgericht prüft am Dienstag (10.00 Uhr) in Karlsruhe die Privilegien für Firmenerben. Wer betriebliches Vermögen erbt, muss meist deutlicher weniger Steuern darauf zahlen als die Erben von Privatvermögen, teilweise wird die Steuer auch ganz erlassen. Darum zog ein Erbe vor Gericht. Dieses will herausfinden, ob die unterschiedliche Behandlung vom Grundgesetz gedeckt ist. (Az. 1 BvR 804/22)

Klingbeil lässt erneute Kandidatur für SPD-Spitze offen

Nach dem Rücktritt von Bärbel Bas als Bundesarbeitsministerin und SPD-Parteichefin lässt sich der Co-Parteivorsitzende Lars Klingbeil eine erneute Kandidatur für die Parteispitze offen. "Ich weiß doch, welche Kritik es auch gibt", sagte Klingbeil am Montag im "heute journal" im ZDF. "Da geht es nicht um mich, und es geht auch nicht darum, dass ich am Amt klebe, sondern es geht um die bestmögliche Aufstellung."

Textgröße ändern: