The National Times - Britische und US-Luftwaffe greifen Ziele der Huthi-Rebellen im Jemen an

Britische und US-Luftwaffe greifen Ziele der Huthi-Rebellen im Jemen an


Britische und US-Luftwaffe greifen Ziele der Huthi-Rebellen im Jemen an
Britische und US-Luftwaffe greifen Ziele der Huthi-Rebellen im Jemen an / Foto: © AFP/Archiv

Britische und US-Streitkräfte haben in der Nacht zum Freitag Ziele im Jemen aus der Luft angegriffen, um die Angriffe der Huthi-Rebellen auf Schiffe im Roten Meer zu bekämpfen. Nach Angaben des von den Huthi-Rebellen kontrollierten Fernsehsenders Al-Masirah, die nicht unabhängig kontrolliert werden konnten, wurden dabei 16 Menschen getötet. Es wäre damit einer der tödlichsten Angriffe seit Beginn des Einsatzes der britischen und der US-Armee im Januar.

Textgröße ändern:

"Die amerikanisch-britische Aggression wird uns nicht daran hindern, unsere Militäreinsätze fortzusetzen", erklärte der Huthi-Vertreter Mohammed al-Buchaiti im Onlinedienst X. Die Huthis würden "Eskalation mit Eskalation begegnen".

Nach Angaben von Augenzeugen und lokalen Medien wurden Ziele in der Hauptstadt Sanaa und der Hafenstadt Hodeida getroffen. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hörten in der Nacht laute Explosionen in beiden Städten. Dem Al-Masirah-Bericht zufolge wurde auch Telekommunikationsinfrastruktur in der Stadt Tais beschossen. Bei den Angriffen habe es außer 16 Todesopfern auch 35 Verletzte gegeben.

Ob es sich bei den Toten und Verletzten um Kämpfer oder Zivilisten handelte, gab Al-Masirah nicht an. Der Sender zeigte ein Video von blutverschmierten Männern, die in Hodeida Opfer eines Angriffs auf ein Gebäude geworden seien, das einen Radiosender beherbergt habe. Ein Krankenhausmitarbeiter in Hodeida sagte, unter den Toten und Verletzten seien "viele" Kämpfer. Zahlen konnte er jedoch nicht nennen.

Das Verteidigungsministerium in London erklärte, britische Flugzeuge hätten gemeinsam mit US-Kräften einen Einsatz gegen militärische Einrichtungen der Huthis geführt, "um deren Fähigkeit einzuschränken, ihre Attacken auf die internationale Schifffahrt im Roten Meer und im Golf von Aden fortzusetzen". In der Nähe von Hodeida seien zwei Orte ins Visier genommen worden mit "einer Reihe von Häusern", die als Drohnen-Kontrollzentren und Lagerstätten für Drohnen sowie anderen Waffen gedient hätten.

Der britische Premierminister Rishi Sunak sprach von "Selbstverteidigung angesichts einer fortbestehenden Bedrohung". Die Huthi-Rebellen verübten demnach seit November 197 Angriffe auf Schiffe vor der jemenitischen Küste.

Das US-Zentralkommando (Centcom) erklärte, insgesamt 13 Stellungen der Huthi-Rebellen seien unter Beschuss genommen worden. Dies sei "notwendig" gewesen, "um unsere Truppen zu schützen, die freie Schifffahrt sicherzustellen und internationale Gewässer sicherer zu machen".

Die vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen, die große Teile der Küste des Jemen am Roten Meer kontrollieren, greifen seit November Schiffe im Roten Meer und im Golf von Aden an. Mit den Angriffen auf Frachter, die israelische Häfen ansteuern, wollen sie nach eigenen Angaben die Palästinenser im Krieg zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen unterstützen. Die Huthis sehen sich als Teil der gegen Israel gerichteten und vom Iran unterstützten "Achse des Widerstands", zu der neben der Hamas unter anderen auch die Hisbollah-Miliz im Libanon gehört.

Seit Anfang des Jahres greifen die britischen und US-Streitkräfte immer wieder Stellungen der Huthis im Jemen an, um deren Attacken einzudämmen, was bisher aber wenig Wirkung zeigte. Erst am Mittwoch meldeten die Huthis einen weiteren Angriff auf einen griechischen Frachter. Einige Reedereien nehmen lange Umwege um Südafrika in Kauf, um das Rote Meer und den Golf von Aden zu meiden.

C.Bell--TNT

Empfohlen

Klingbeil lässt erneute Kandidatur für SPD-Spitze offen

Nach dem Rücktritt von Bärbel Bas als Bundesarbeitsministerin und SPD-Parteichefin lässt sich der Co-Parteivorsitzende Lars Klingbeil eine erneute Kandidatur für die Parteispitze offen. "Ich weiß doch, welche Kritik es auch gibt", sagte Klingbeil am Montag im "heute journal" im ZDF. "Da geht es nicht um mich, und es geht auch nicht darum, dass ich am Amt klebe, sondern es geht um die bestmögliche Aufstellung."

Gericht gestattet Flávio Bolsonaro Besuch seines inhaftierten Vaters wieder

Der rechtsgerichtete brasilianische Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro darf seinen Vater, den verurteilten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro, wieder im Hausarrest besuchen - solange er ihn nicht in den Wahlkampf einbezieht. Der Oberste Gerichtshof Brasiliens genehmigte am Montag eine Wiederaufnahme der Besuche. Wie aus dem Urteil hervorgeht, das der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, dürfen die Besuche aber keinem "politischen oder wahlbezogenen Zweck" dienen.

Brand in Starlink-Station in Polen: Tusk gibt zwei Festnahmen in Deutschland bekannt

Nach einem Brand in einer Anlage des Satelliten-Kommunikationssystems Starlink in Polen hat Regierungschef Donald Tusk die Festnahme von zwei Verdächtigen in Deutschland bekanntgegeben. Die deutsche Polizei habe die beiden türkischen Staatsbürger im Auftrag der polnischen Behörden festgenommen, erklärte Tusk am Montag im Onlinedienst X. Sie stehen demnach im Verdacht, die Starlink-Station in der zentralpolnischen Region Masowien in Brand gesetzt zu haben. Tusk sprach von einem "weiteren Akt hybrider Kriegsführung".

Ukraine-Krieg: Merz telefoniert mit Selenskyj

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat am Montag mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj telefoniert. Dieser habe Merz über die massiven russischen Luftangriffe auf zivile Ziele und die ukrainische Energieinfrastruktur am vergangenen Wochenende informiert, erklärte das Kanzleramt. Der Bundeskanzler bekräftigte demnach "die Solidarität Deutschlands mit den Ukrainerinnen und Ukrainern".

Textgröße ändern: