The National Times - Pentagon: Ukraine hat zusätzliche Kampfjets erhalten

Pentagon: Ukraine hat zusätzliche Kampfjets erhalten


Pentagon: Ukraine hat zusätzliche Kampfjets erhalten
Pentagon: Ukraine hat zusätzliche Kampfjets erhalten / Foto: © AFP

Die Ukraine hat nach US-Angaben Kampfflugzeuge für den Kampf gegen die russischen Streitkräfte erhalten: Nach Angaben des Pentagon verfügt die Ukraine jetzt über "mehr Kampfjets als vor zwei Wochen". In einem dramatischen Hilfsappell aus der umkämpften Hafenstadt Mariupol warnte derweil ein ukrainischer Kommandeur in der Nacht zum Mittwoch, seine Truppen sähen "vielleicht" ihren "letzten Tagen, wenn nicht Stunden entgegen".

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Pentagon-Sprecher John Kirby sagte in Washington, die Ukraine habe "zusätzliche Flugzeuge und Flugzeugteile erhalten". Angaben zu Herkunft oder Bauart der Kampfjets machte er nicht. Die Ukraine hatte die Nato zur Lieferung von Kampfflugzeugen aufgefordert. Im Raum stand die Übergabe von Maschinen des sowjetischen Typ MiG-29, an dem ukrainische Piloten ausgebildet sind. Mehrere osteuropäische Staaten verfügen über MiG-29-Jets.

Moskau stellte den ukrainischen Soldaten in Mariupol ein neues Ultimatum bis Mittwoch 13.00 Uhr MESZ, um sich zu ergeben, und sicherte ihnen freien Abzug zu. Vor diesem Hintergrund richtete ein Kommandeur der in einem Stahlwerk in Mariupol verschanzten ukrainischen Truppen einen verzweifelten Hilfsappell "an alle Anführer der Welt, uns zu helfen". Sie sollten die ukrainischen Soldaten herausholen und in einen "Drittstaat" bringen.

"Wir sehen hier vielleicht unseren letzten Tagen, wenn nicht Stunden entgegen", sagte Serhij Wolyna, Kommandeur der 36. Marinebrigade, in einem Video im Onlinenetzwerk Facebook. "Der Feind ist uns in einem Verhältnis von 10:1 überlegen."

Die Anlage des Konzerns Asow-Stahl, in der sich tausende ukrainische Soldaten verschanzt haben, hat zahlreiche unterirdische Tunnel. Ein Berater des Bürgermeisters von Mariupol beschrieb die Lage dort als "grauenvoll". Bis zu 2000 Menschen, überwiegend Frauen und Kinder, seien dort ohne "normale" Versorgung mit Trinkwasser, Essen und frischer Luft.

Nach Angaben der ukrainischen Vize-Regierungschefin Iryna Wereschtschuk einigte sich Kiew mit den russischen Truppen erstmals seit Samstag auf einen Fluchtkorridor für Zivilisten aus der heftig umkämpften Hafenstadt. Sie sollen nach Saporischschja gebracht werden.

Die Einnahme von Mariupol würde es Russland ermöglichen, einen durchgehenden Korridor vom Donbass zu der 2014 annektierten Krim-Halbinsel herzustellen.

Auch in anderen Teilen der Ostukraine kämpften die ukrainischen Truppen gegen den russischen Vormarsch an. Bei einem Gegenangriff auf die russischen Truppen nahe der Kleinstadt Marinka seien diesen Verluste zugefügt worden, teilte das Verteidigungsministerium in Kiew mit. Demnach schlugen die ukrainischen Kämpfer auch einen russischen Angriff in der Stadt Isjum südlich von Charkiw zurück.

Die russischen Streitkräfte erklärten ihrerseits am Mittwoch, sie hätten 73 Luftangriffe in der Ukraine geflogen. Die russische Führung sprach am Dienstag von einer "neuen Phase" des Militäreinsatzes im Nachbarland. Nach Darstellung der Regierung in Kiew begann Russland mit seiner seit Wochen erwarteten Großoffensive in der Ostukraine.

Die westlichen Verbündeten wollen ihre militärischen und finanziellen Hilfen für Kiew nochmals verstärken und den wirtschaftlichen Druck auf Russland weiter steigern. "Wir werden unsere Sanktionen gegen Russland weiter verschärfen und unsere finanzielle und Sicherheitshilfe für die Ukraine erhöhen", schrieb EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im Onlinedienst Twitter.

EU-Ratspräsident Charles Michel traf am Mittwoch zu einem Besuch in Kiew ein. "Die Geschichte wird die Kriegsverbrechen (in der Ukraine) nicht vergessen", sagte er.

Die USA bereiten laut Medienberichten ein weiteres militärisches Hilfspaket für die Ukraine im Volumen von 800 Millionen Dollar (741 Millionen Euro) vor. Die ersten US-Lieferungen aus einer vorherigen Tranche im Umfang von ebenfalls 800 Millionen Dollar waren laut Pentagon am Sonntag an der ukrainischen Grenze eingetroffen.

M.Wilson--TNT

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