The National Times - Sunaks Konservative wollen Pflichtdienst in Großbritannien einführen

Sunaks Konservative wollen Pflichtdienst in Großbritannien einführen


Sunaks Konservative wollen Pflichtdienst in Großbritannien einführen
Sunaks Konservative wollen Pflichtdienst in Großbritannien einführen / Foto: © AFP/Archiv

Die Konservative Partei des britischen Premierministers Rishi Sunak will im Falle eines Siegs bei der Parlamentswahl Anfang Juli einen nationalen Pflichtdienst einführen. Ein am Samstagabend veröffentlichter Plan der Tories sieht vor, dass sich 18-Jährige künftig entscheiden müssen, ob sie zwölf Monate lang Vollzeit zum Militär gehen oder ein Jahr lang ein Wochenende pro Monat gemeinnützige Aufgaben übernehmen, etwa im Nationalen Gesundheitsdienst NHS oder bei der Betreuung älterer und einsamer Menschen.

Textgröße ändern:

Auf diese Weise werde der Gemeinsinn junger Menschen gefördert und "ein erneuertes Gefühl des Stolzes auf unser Land", erklärte Sunak. "Dieser neue, landesweite Pflichtdienst wird unseren jungen Menschen lebensverändernde Möglichkeiten bieten und die Chance, Fähigkeiten für die echte Welt zu lernen, neue Dinge zu tun und einen Beitrag für ihre Gemeinde und unser Land zu leisten."

Der britische Innenminister James Cleverly sagte am Sonntag, es seien keine strafrechtlichen Folgen geplant, wenn junge Menschen sich weigerten, den Pflichtdienst zu erfüllen. "Niemand geht dafür ins Gefängnis", sagte er dem Sender Sky News.

Nach Schätzungen der Tories würde der neue Dienst etwa 2,5 Milliarden Pfund (2,9 Milliarden Euro) jährlich kosten. Starten soll er demnach im September kommenden Jahres. Auch in Deutschland wird vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs über die Reaktivierung der Wehrpflicht oder andere Pflichtdienste diskutiert.

In Großbritannien wird am 4. Juli ein neues Parlament gewählt. Sunaks Tories befinden sich in in der Krise, die oppositionelle Labour-Partei hat in Umfragen einen Vorsprung von rund 20 Prozentpunkten. Labour-Chef Keir Starmer kritisierte die Pläne der Konservativen für den Pflichtdienst als "hoffnungsloses" Wahlversprechen einer Partei, "die keine Ideen mehr hat".

In Großbritannien gab es von 1947 bis 1960 einen Pflichtdienst: Männer im Alter zwischen 17 und 21 Jahren mussten damals 18 Monate lang in der Armee dienen.

R.Campbell--TNT

Empfohlen

Selenskyjs: Russland greift nach Trumps Ankündigung zu Energie-Waffenruhe Energieanlagen an

Russland hat nach Angaben des ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump zu einer "Energie-Waffenruhe" zwischen Kiew und Moskau Energieanlagen in der Ukraine angegriffen. "Die Russen haben ein Kraftwerk in Kiew mit einer Schahed-Drohne angegriffen", schrieb Selenskyj am Sonntagabend in Online-Netzwerken. Später habe es noch weitere Angriffe auf Energieanlagen in der Region Charkiw im Nordosten der Ukraine gegeben.

Frankreich: EU-Abgeordneter Glucksmann Präsidentschaftskandidat des sozialdemokratischen Lagers

Der EU-Abgeordnete Raphaël Glucksmann ist zum Präsidentschaftskandidaten des sozialdemokratischen Lagers in Frankreich gekürt worden. Bei der gemeinsamen Vorwahl seiner Partei Place Publique und der Sozialistischen Partei (PS) erhielt Glucksmann am Sonntag gut 66 Prozent der Stimmen, wie die Organisatoren mitteilten. Weit abgeschlagen folgte auf dem zweiten Platz der PS-Vorsitzende Olivier Faure mit knapp 14,5 Prozent der Stimmen.

Saudi-Arabien: Mehrere Verletzte bei neuem Angriff auf Flughafen von Riad

Bei einem neuen Angriff auf den internationalen Flughafen der saudiarabischen Hauptstadt Riad hat es am Sonntag wieder Verletzte gegeben. Die saudiarabische Luftfahrtbehörde teilte mit, der neue Angriff am Sonntagnachmittag habe mehrere Verletzte zur Folge gehabt. "Die Beurteilung der Schäden und die Überprüfung der Sicherheit der Anlagen dauern noch an", fügte die Behörde hinzu.

Trump verkündet "Energie-Waffenruhe" zwischen Kiew und Moskau - Selenskyj überrascht

Nach seinem Diesel-Deal mit Russland und einem heftigen Schlagabtausch mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj hat US-Präsident Donald Trump am Sonntag eine angebliche "Energie-Waffenruhe" zwischen Kiew und Moskau verkündet. Beide Länder hätten zugestimmt, ab sofort ihre Angriffe auf die Energie-Infrastruktur des jeweils anderen Staates einzustellen, erklärte Trump. Selenskyj reagierte überrascht auf die Ankündigung. Kiew sei aber bereit, eine solche Waffenruhe zu befolgen, wenn auch Moskau sich daran halte. Vom Kreml gab es zunächst keine Stellungnahme.

Textgröße ändern: