The National Times - Unruhen in Neukaledonien weiter nicht unter Kontrolle - Flughafen bleibt geschlossen

Unruhen in Neukaledonien weiter nicht unter Kontrolle - Flughafen bleibt geschlossen


Unruhen in Neukaledonien weiter nicht unter Kontrolle - Flughafen bleibt geschlossen
Unruhen in Neukaledonien weiter nicht unter Kontrolle - Flughafen bleibt geschlossen / Foto: © AFP

Im französischen Überseegebiet Neukaledonien ist die Lage eine Woche nach Beginn der Unruhen weiter nicht unter Kontrolle. Dutzende Straßensperren der Unabhängigkeitsbefürworter, die Sicherheitskräfte am Sonntag freigeräumt hatten, wurden in der Nacht größtenteils wieder aufgebaut. Der internationale Flughafen La Tontouta nahe der Hauptstadt Nouméa soll bis mindestens Donnerstagmorgen für den kommerziellen Flugverkehr geschlossen bleiben, wie der Betreiber ankündigte.

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Der Vertreter der französischen Regierung in Neukaledonien, Louis Le Franc, sagte, in der Nacht habe es zahlreiche Plünderungen und ein "großes Feuer" gegeben. Mit Eisenstangen bewaffnete Aufständische verbarrikadierten sich hinter den wieder errichteten Straßensperren, die sie unter anderem aus aufeinander gestapelten, ausgebrannten Autos errichtet hatten.

"Man hat das Gefühl, Teil der Serie 'The Walking Dead' zu sein", sagte der Leiter der Post- und Telekommunikationsbehörde, Thomas de Deckker, in Anspielung an die apokalyptische Zombie-Serie. "Wir wissen nicht, wann es wieder sicher wird", fügte er hinzu. Auch Schulen, Postfilialen und Tankstellen blieben bis auf wenige Ausnahmen geschlossen.

Die Straße zum Flughafen wird seit Tagen von Unabhängigkeitsbefürwortern blockiert. Flüge von und nach Neukaledonien sind seit Dienstag ausgesetzt. Am Samstag hatte die Regierung erklärt, dass 3200 Menschen wegen der Flugausfälle festsitzen. Australien und Neuseeland hatten Frankreich um Genehmigung gebeten, Evakuierungsflüge für ihre Bürger zu starten.

Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin hatte den Einsatz von hunderten Sicherheitskräften in dem französischen Überseegebiet am Samstagabend verkündet. Ein Großeinsatz von 600 Sicherheitskräften sei im Gange, um die Straße zwischen Nouméa und dem internationalen Flughafen La Tontouta "vollständig unter Kontrolle zu bringen", damit der Flughafen wieder öffnen könne, schrieb Darmanin im Onlinedienst X.

Seit Montag halten die Unruhen in dem Überseegebiet an, bei denen bereits sechs Menschen starben und hunderte weitere verletzt wurden. Auslöser der Ausschreitungen ist eine von der französischen Regierung vorangetriebene Änderung des Wahlrechtes, durch die nach Ansicht von Unabhängigkeitsbefürwortern der Einfluss der ursprünglichen Bevölkerung zurückgedrängt würde.

Le Franc hatte Razzien angekündigt, um Orte in Nouméa und den Städten Dumbéa und Païta zurückzuerobern. "Die republikanische Ordnung wird um jeden Preis wiederhergestellt", sagte Paris' Hochkommissar in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache. Er warnte die Protestierenden: "Wenn sie ihre Waffen einsetzen wollen, gehen sie jedes Risiko ein." Der Konflikt bleibe ernst und sei "beispiellos", fuhr er fort.

Die Regierung in Paris hat wegen der angespannten Lage den Ausnahmezustand in den Überseegebiet ausgerufen und 1000 zusätzliche Sicherheitskräfte entsandt. Bei den Unruhen wurden in den vergangenen Tagen Geschäfte geplündert, Barrikaden errichtet und Gebäude und Fahrzeuge in Brand gesetzt.

Lewis--TNT

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