The National Times - US-Außenministerium verteidigt Bidens Völkermord-Vorwurf gegen Russland

US-Außenministerium verteidigt Bidens Völkermord-Vorwurf gegen Russland


US-Außenministerium verteidigt Bidens Völkermord-Vorwurf gegen Russland
US-Außenministerium verteidigt Bidens Völkermord-Vorwurf gegen Russland / Foto: © AFP

US-Präsident Joe Biden hat nach seinem umstrittenen Völkermord-Vorwurf gegen Russland Rückendeckung vom US-Außenministerium erhalten. "Meine Prognose ist, dass das, was Präsident Biden gesagt hat, das ist, was wir letztlich wahrscheinlich finden werden, sobald wir in der Lage sind, all diese Beweise zu sammeln", sagte US-Außenstaatssekretärin Victoria Nuland am Mittwoch im Sender CNN.

Textgröße ändern:

Was in der Ukraine geschehe, sei "kein Unfall", betonte Nuland. "Es ist eine absichtliche Entscheidung Russlands, seiner Armee, die Ukraine und ihre Zivilbevölkerung zu zerstören".

Biden hatte mit Blick auf mutmaßlich von russischen Soldaten begangene Verbrechen in der Ukraine am Dienstag erstmals von "Völkermord" gesprochen. Der US-Präsident schränkte zugleich ein, dass es letztlich an Juristen sein werde, die Gewalt im Ukraine-Krieg als Völkermord einzustufen.

Die Anschuldigungen des US-Präsidenten lösten international ein geteiltes Echo aus. Der Kreml bezeichnete Bidens Vorwurf als "inakzeptabel". Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron warnte, eine "Eskalation der Worte" sei nicht unbedingt zielführend. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) wollte sich Bidens Einschätzung nicht direkt anschließen und sprach von "Kriegsverbrechen".

Hinter Biden stellte sich dagegen Kanadas Premierminister Justin Trudeau. Es sei "absolut richtig", mit Blick auf Russlands Angriff gegen die Ukraine von Völkermord zu sprechen, sagte er.

Wie eng der Begriff des Völkermords zu definieren ist, darüber streiten Juristen seit seiner Einführung in das Völkerstrafrecht. Die 1948 von den Vereinten Nationen beschlossene Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermords definiert Genozid als Handlung, "die mit der Absicht begangen wird, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören".

US-Diplomaten betonen, dass Bidens Äußerung als "moralische" Positionierung zu verstehen sei und nicht als juristische Einschätzung. "Der Präsident hat angesichts der Eindrücke gesprochen, die er vom Betrachten der schrecklichen Aufnahmen erhalten hat, die wir alle aus Orten wie Mariupol, Butscha, Charkiw oder anderen Orten gesehen haben", sagte US-Außenamtssprecher Ned Price.

Zentral sei aber nicht, "wie man es nennt, sondern wie man darauf reagiert", sagte Price mit Blick auf die Gräueltaten in der Ukraine. Die USA reagierten mit Hilfen für die Ukrainer, damit diese sich "gegen diese russische Aggression verteidigen" könnten. "Ob dies ein Kriegsverbrechen ist, ob dies eine Gräueltat ist, ob dies ein Völkermord ist - das ändert nicht unsere Strategie", betonte Price.

T.Allen--TNT

Empfohlen

Trumps Plan zur Entwaffnung der Hamas stößt in Israel auf Ablehnung

Der von US-Präsident Donald Trump als "Meilenstein" gelobte Plan zur Entwaffnung der Hamas ist in Israel auf Ablehnung gestoßen. "Die veröffentlichte Version spiegelt die israelischen Positionen nicht wider", sagte der Sprecher des Büros von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Doron Spielman, am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Aus politischen Kreisen hieß es zudem, Israel werde seine Truppen nicht zurückziehen. Die israelische Armee setzte ihre Angriffe auf Ziele im Gazastreifen derweil fort.

Russischer Oppositionspolitiker Nadeschdin nach Frankreich ausgereist

Der russische Oppositionspolitiker Boris Nadeschdin ist nach eigenen Angaben nach Frankreich ausgereist. "Ich habe gute Neuigkeiten: Ich bin am Leben und frei. Leider nicht in Russland", sagte Nadeschdin in einem am Montag auf der Plattform Telegram veröffentlichten Video, das ihn vor dem Eiffelturm zeigt. "Jetzt heißt es, nachzudenken und zu verstehen, wie es weitergeht", fügte er hinzu.

Kritik an Abschaffung der "Rente mit 63" wird lauter - auch bei der SPD

Die Forderung der ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten nach einer Beibehaltung der abschlagsfreien Rente für langjährig Versicherte gewinnt an Unterstützung. Die SPD-Regierungschefinnen des Saarlands und Mecklenburg-Vorpommerns, Anke Rehlinger und Manuela Schwesig, erteilten der von der Rentenkommission vorgeschlagenen Abschaffung der so genannten "Rente mit 63" eine klare Absage. Auch der SPD-Sozialexperte Bernd Rützel, Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales, schloss sich der Forderung an.

Von der Leyen fordert nach Massenandrang auf Ceuta "geschlossenes Vorgehen" der EU

Nach dem Massenandrang von Migranten auf die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ein geschlossenes europäisches Vorgehen zur Stärkung der EU-Außengrenzen gefordert. "Dieser Vorfall zeigt deutlich, dass wir noch mehr tun müssen, um unsere Grenzen an den besonders schwachen Stellen zu stärken", schrieb von der Leyen in einem Brief an Spaniens Ministerpräsidenten Pedro Sánchez, der der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag.

Textgröße ändern: