The National Times - Französischer Schriftsteller Olivier Guez warnt vor Wahlsieg Le Pens

Französischer Schriftsteller Olivier Guez warnt vor Wahlsieg Le Pens


Französischer Schriftsteller Olivier Guez warnt vor Wahlsieg Le Pens
Französischer Schriftsteller Olivier Guez warnt vor Wahlsieg Le Pens / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Der französische Schriftsteller Olivier Guez hat vor dem Sieg der Rechtspopulistin Marine Le Pen bei der Präsidentschaftswahl gewarnt. "Das würde den Sieg Putins in Europa bedeuten", sagte er im Gespräch mit der AFP am Mittwoch in Paris. Er halte es für höchst gefährlich, "in diesem Kontext eine Frau zu wählen, die Verbindungen zum (russischen Präsidenten Wladimir) Putin hat".

Textgröße ändern:

Es wäre eine "enorme Katastrophe, eine große Niederlage für den Kontinent", sagte der Autor des Buches "Das Verschwinden des Josef Mengele", für das er 2017 den französischen Buchpreis Renaudot erhalten hat. "Ein Unfall ist immer möglich. Der Brexit schien unmöglich, und Donald Trump hat auch gewonnen", sagte Guez. Er hoffe aber, dass die Franzosen den Wahlsieg Le Pens in der Stichwahl am 24. April nicht zulassen werden.

"Wir müssen uns vor sich selbst erfüllenden Prophezeiungen und Angstmachern hüten", betonte Guez, der zuletzt ein "Selbstporträt Europas" mit Beiträgen von 27 Autoren und Autorinnen aus den EU-Mitgliedsstaaten herausgegeben hat.

Le Pens Partei hat sich seit Jahren von russischen Geldgebern unterstützen lassen. Vor der Wahl 2017 war Le Pen im Kreml von Putin empfangen worden. Sie lehnt Sanktionen gegen Russland ab, um der französischen Wirtschaft nicht zu schaden.

Im Fall eines Wahlsiegs will sie die französische Verfassung ändern, um den Vorrang von Franzosen bei Jobs und Wohnungen festzuschreiben - eine Form von Diskriminierung, die die Verfassung bislang verhindert. Sie will zudem dem französischen Recht den Vorrang vor internationalem Recht einräumen. Damit würde Frankreich dem Beispiel Polens und Ungarns folgen, die im Konflikt mit der EU stehen, weil sie sich weigern, europäische Normen einzuhalten.

In der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am vergangenen Sonntag lagen Präsident Emmanuel Macron mit 28 Prozent und Le Pen mit 23 Prozent vorn. In Umfragen liegen sie in der Stichwahl derzeit etwa sechs Punkte auseinander (53 zu 47 Prozent).

D.Kelly--TNT

Empfohlen

Russischer Oppositionspolitiker Nadeschdin nach Frankreich ausgereist

Der russische Oppositionspolitiker Boris Nadeschdin ist nach eigenen Angaben nach Frankreich ausgereist. "Ich habe gute Neuigkeiten: Ich bin am Leben und frei. Leider nicht in Russland", sagte Nadeschdin in einem am Montag auf der Plattform Telegram veröffentlichten Video, das ihn vor dem Eiffelturm zeigt. "Jetzt heißt es, nachzudenken und zu verstehen, wie es weitergeht", fügte er hinzu.

Kritik an Abschaffung der "Rente mit 63" wird lauter - auch bei der SPD

Die Forderung der ostdeutschen CDU-Ministerpräsidenten nach einer Beibehaltung der abschlagsfreien Rente für langjährig Versicherte gewinnt an Unterstützung. Die SPD-Regierungschefinnen des Saarlands und Mecklenburg-Vorpommerns, Anke Rehlinger und Manuela Schwesig, erteilten der von der Rentenkommission vorgeschlagenen Abschaffung der so genannten "Rente mit 63" eine klare Absage. Auch der SPD-Sozialexperte Bernd Rützel, Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales, schloss sich der Forderung an.

Von der Leyen fordert nach Massenandrang auf Ceuta "geschlossenes Vorgehen" der EU

Nach dem Massenandrang von Migranten auf die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ein geschlossenes europäisches Vorgehen zur Stärkung der EU-Außengrenzen gefordert. "Dieser Vorfall zeigt deutlich, dass wir noch mehr tun müssen, um unsere Grenzen an den besonders schwachen Stellen zu stärken", schrieb von der Leyen in einem Brief an Spaniens Ministerpräsidenten Pedro Sánchez, der der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag.

Lebenszeichen von Suu Kyi: Myanmars Ex-Regierungschefin trifft Rotkreuz-Vertreter

Ein Treffen von Myanmars Ex-Regierungschefin Aung San Suu Kyi mit einem Vertreter des Roten Kreuzes hat das seit Langem erwartete Lebenszeichen von der Friedensnobelpreisträgerin geliefert. Der Myanmar-Repräsentant des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Arnaud de Baecque, besuchte die 81-Jährige am Montag sprach mit ihr unter vier Augen, wie das IKRK mitteilte.

Textgröße ändern: