The National Times - Baerbock für weitere deutsche Beteiligung an UN-Militäreinsatz in Mali

Baerbock für weitere deutsche Beteiligung an UN-Militäreinsatz in Mali


Baerbock für weitere deutsche Beteiligung an UN-Militäreinsatz in Mali
Baerbock für weitere deutsche Beteiligung an UN-Militäreinsatz in Mali / Foto: © AFP/Archiv

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat sich bei ihrem Besuch im westafrikanischen Mali für eine weitere Beteiligung der Bundeswehr an der UN-geführten Militärmission Minusma ausgesprochen. Mit ihrer Beteiligung leiste die Bundeswehr "einen Beitrag, um für einen gewissen Grad an Stabilisierung in dieser Region zu sorgen", sagte Baerbock am Dienstag bei einem Besuch des Bundeswehr-Kontingents im Minusma-Feldlager in der malischen Stadt Gao.

Textgröße ändern:

Baerbock räumte ein, dass der angekündigte Rückzug der französischen Soldaten aus Mali eine militärische Lücke reiße, die schwer zu füllen sei - etwa bei der Bereitstellung von Kampfhubschraubern und beim Brandschutz. Sie rief die Partnerländer zu einer gemeinsamen Anstrengung auf, dieses Lücke zu füllen.

Es sei "eine besondere Verantwortung für unser Land, aber auch für andere Länder, gemeinsam zu überlegen, wie wir diese wichtige Stabilisierungsmission in Zukunft so fortführen können, dass sie auch die Sicherheit unserer Soldatinnen und Soldaten weiter gewährleistet", sagte Baerbock in Gao.

Der UN-Einsatz in dem Sahel-Staat ergebe trotz der schwierigen Rahmenbedingungen weiter Sinn, betonte die Ministerin. "Die Vereinten Nationen versuchen, hier ein Umfeld zu schaffen, dass Menschen überhaupt in ihren Dörfern leben können, dass sie nicht ständig neuen terroristischen Angriffen ausgesetzt sind", sagte sie.

Im Feldlager Gao unterrichtete der deutsche Kontingentführer die Ministerin über die aktuelle Lage. Baerbock sprach zudem mit Soldatinnen und Soldaten, besuchte das Ehrenmal für gefallene Soldaten und tauschte sich mit Vertreterinnen der malische Zivilgesellschaft aus.

Die Bundesregierung steht derzeit vor einer Grundsatzentscheidung: Es geht um die Frage, ob die Bundeswehr ihr im Jahr 2013 begonnenes militärisches Engagement in Mali fortsetzen soll. Das Mandat des Bundestags für die deutsche Beteiligung an Minusma läuft Ende Mai aus. Für eine weitere Beteiligung müsste der Bundestag auf Antrag der Bundesregierung das Mandat verlängern.

Die Bundeswehr ist derzeit noch an einem zweiten Militäreinsatz in Mali beteiligt - der EU-geführten Ausbildungsmission EUTM. Deren Aufgabe ist es, die malische Armee auszubilden. Auch hier gilt es, eine Entscheidung über eine Verlängerung oder ein Auslaufen des Mandats zu treffen.

In der Bundesregierung gibt es erhebliche Bedenken, diesen Einsatz über Mai hinaus zu verlängern. Berlin ist verärgert darüber, dass die malische Armee in einem Putsch die Zivilregierung in Bamako entmachtet hat und verstärkt mit russischen Kämpfern zusammenarbeitet. Es sei klar, "dass wir diese Mission so nicht fortführen können", sagte Baerbock in Gao.

An Minusma ist die Bundeswehr derzeit mit rund 1100 Soldaten beteiligt, der Einsatz gilt momentan als ihr größter und gefährlichster. Minusma bemüht sich seit 2013 um die Sicherung eines Friedensabkommens in Mali, um den Schutz der Zivilbevölkerung und um die Ermöglichung humanitärer Hilfe.

Für die Vereinten Nationen ist Minusma derzeit der verlustreichste Einsatz. Mehr als 200 Soldaten starben bereits durch Angriffe. Der Schwerpunkt der Bundeswehr-Beteiligung liegt auf Aufklärung, Transport, Logistik und Objektschutz.

Nach dem Besuch in Gao kehrte Baerbock in Malis Hauptstadt Bamako zurück. Dort war noch eine Unterredung mit der Führung des Einsatzes EUTM geplant. Für Mittwochmorgen ist ein Treffen mit Junta-Chef Assimi Goïta vorgesehen, der die Macht in zwei Staatsstreichen 2020 und 2021 an sich gerissen hat. Am Mittwochmittag will Baerbock ihre Westafrika-Reise mit einem Besuch in Malis Nachbarland Niger fortsetzen.

T.Bailey--TNT

Empfohlen

Russland: Ausländische Truppen in der Ukraine wären "legitime Ziele"

Nach den Beratungen europäischer Länder über Sicherheitsgarantien für die Ukraine hat Russland eindringlich vor der Stationierung ausländischer Soldaten in der Ukraine gewarnt. In diesem Fall würden die ausländischen Truppen und ihre Ausrüstung als "legitime militärische Ziele" der russischen Armee betrachtet, erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Donnerstag in Moskau.

Linken-Chef van Aken fordert Aussetzen von Strom- und Gassperren im Winter

Linken-Chef Jan van Aken hat angesichts der bevorstehenden extremen Kältewelle in Deutschland einen Stopp von Strom- und Gassperren in den Wintermonaten gefordert. "Jeder hat ein Recht auf eine warme Wohnung", sagte er der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag. "Es ist schrecklich zu wissen, dass viele Menschen auch in dieser Jahreszeit das Gas oder den Strom abgestellt bekommen, weil sie gerade nicht zahlen können."

Trump: Die USA könnten Venezuela noch jahrelang kontrollieren

Die USA könnten nach Angaben von Präsident Donald Trump noch jahrelang die Kontrolle über Venezuela ausüben. "Nur die Zukunft" werde zeigen, wie lange Washington über das südamerikanische Land bestimme, sagte Trump in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview der "New York Times". Vertreter seiner Regierung hatten zuvor verkündet, die Entscheidungen der Übergangsregierung in Caracas würden von den USA "diktiert". Auch der Verkauf des venezolanischen Öls werde "auf unbestimmte Zeit" von Washington kontrolliert.

Trump ordnet Rückzug der USA aus UN-Klimarahmenkonvention und anderen Abkommen an

US-Präsident Donald Trump hat den Rückzug der Vereinigten Staaten aus 66 internationalen Organisationen und Verträgen, darunter der UN-Klimarahmenkonvention, angeordnet. Die 66 internationalen Organisationen und Verträge seien "konträr zu den Interessen der Vereinigten Staaten", begründete das Weiße Haus am Mittwoch (Ortszeit) im Onlinedienst X Trumps Unterzeichnung eines entsprechenden Dekrets. Die EU reagierte enttäuscht auf den US-Rückzug aus der Klimarahmenkonvention.

Textgröße ändern: