The National Times - Ukrainischer Botschafter weist Verbindung der Moskauer Attentäter zur Ukraine zurück

Ukrainischer Botschafter weist Verbindung der Moskauer Attentäter zur Ukraine zurück


Ukrainischer Botschafter weist Verbindung der Moskauer Attentäter zur Ukraine zurück
Ukrainischer Botschafter weist Verbindung der Moskauer Attentäter zur Ukraine zurück / Foto: © AFP/Archiv

Nach dem Anschlag auf einen Konzertsaal bei Moskau hat der ukrainische Botschafter Oleksii Makeiev die Vorwürfe Russlands zurückgewiesen, die Attentäter hätten Verbindungen zur Ukraine. "Russland versucht, die Ukraine des Terrorismus zu beschuldigen, (...) um die Welt von seinem täglichen Terror gegen die Ukraine abzulenken", sagte Makeiev am Mittwoch dem Deutschlandfunk.

Textgröße ändern:

Die Angaben des russischen Präsidenten Wladimir Putin, nach denen die Täter versucht hätten, in die Ukraine zu entkommen, bezeichnete er als "absurd". "Sie können natürlich auch nach Japan fliehen, aber das ist etwas weit. Und die nächste Staatsgrenze ist die nach Belarus", sagte er. Er hoffe, dass die westlichen Gesellschaften "dem russischen Regime keinen Glauben mehr schenken".

Bei dem Angriff am vergangenen Freitag, zu dem sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannt hatte, war ein bewaffnetes Kommando in die Crocus City Hall im Moskauer Vorort Krasnogorsk eingedrungen und hatte dort das Feuer eröffnet. Dabei wurden 139 Menschen getötet. Es war der schlimmste Anschlag auf russischem Boden seit mehr als 20 Jahren.

Der russische Präsident Waldimir Putin hatte sich zunächst nicht zu der Aussage des IS geäußert. Später machte er "radikale Islamisten" für den Anschlag verantwortlich, blieb aber bei seiner Andeutung, dass diese versucht hätten, in die Ukraine zu fliehen.

Der ukrainische Botschafter lehnte zudem den Vorschlag eines "Einfrierens" des Ukraine-Krieges ab, den SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich ins Spiel gebracht hatte. Dies würde bedeuten, "Millionen Ukrainer in den besetzten Gebieten zu verlassen", sagte Makeiev. Es bestehe das Risiko, dass diese Menschen weiterhin von Russen gefoltert, vergewaltigt und vertrieben würden.

Er habe aber in der vergangenen Woche mehrere SPD-Politiker getroffen, unter ihnen auch Mützenich. "Mir wurde versichert, dass sich an der Unterstützung Deutschlands und an der Unterstützung der SPD für die Ukraine nichts ändert", sagte Makeiev.

Der Botschafter bekräftigte den Appell seines Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, mehr Luftabwehrsysteme an die Ukraine zu liefern. "Wir haben uns immer daran gehalten, was wir versprochen haben im Umgang mit den gelieferten Waffen", sagte er auch mit Blick auf Bedenken, die Ukraine könne Taurus-Marschflugkörper für die Bombardierung von Zielen in Russland einsetzen.

Das von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) geäußerte Argument, dass deutsche Soldaten den Einsatz von Taurus-Marschflugkörpern begleiten müssten, wies er ebenfalls zurück. "Wir Ukrainer können mit sehr komplizierten Systemen umgehen", betonte er. Scholz lehnt trotz massiver Kritik auch aus dem eigenen Lager die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine weiterhin strikt ab.

Der ukrainische Geheimdienst SBU meldete am Mittwoch die Festnahme von zwei mutmaßlichen russischen Agenten. Beide seien auf frischer Tat ertappt worden, als sie Informationen über mögliche Ziele in der Ukraine sammelten, um sie an Russland zu übermitteln, teilte der SBU in Kiew mit. Im Fall einer Verurteilung drohen ihnen lebenslange Haftstrafen.

J.Sharp--TNT

Empfohlen

Bundestag fordert breitere Datengrundlage bei Pränataltests

Für vorgeburtliche Bluttests, mit denen bestimmte genetische Auffälligkeiten beim ungeborenen Kind festgestellt werden können, sollen nach dem Willen des Bundestages genauere Regeln geschaffen werden. Die Abgeordneten votierten am Donnerstag in namentlicher Abstimmung mit großer Mehrheit für einen entsprechenden fraktionsübergreifenden Antrag. Mehr als hundert Abgeordnete von CDU, CSU, SPD, Grünen und Linken fordern eine genauere Regelung, wann diese sogenannten "nicht invasiven Pränataltests" (NIPT) zur Feststellung von Trisomie-Erkrankungen angewendet werden sollen.

Ukraine-Team zu Gespräch mit Trump-Unterhändlern am Freitag und Samstag in den USA

Inmitten des Ukraine-Kriegs wird ein ukrainisches Verhandlungsteam am Freitag und Samstag in den USA mit den Unterhändlern von US-Präsident Donald Trump zusammentreffen. Die Delegation werde mit Jared Kushner und Steve Witkoff sprechen, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag gegenüber Journalisten. Die Gespräche sollten zwei Tage dauern. Auch ein europäisches Team solle dazustoßen.

Strafrechtliche Ermittlungen: Niedersachsens SPD-Fraktionschef Politze tritt zurück

Angesichts strafrechtlicher Ermittlungen ist der Fraktionschef der SPD im niedersächsischen Landtag, Stefan Politze, von seinem Amt zurückgetreten. "Die Immunitätsaufhebung und die Berichterstattung der letzten Tage darüber belasten das Amt", begründete der 61-Jährige am Donnerstag nach einer Fraktionssitzung in Hannover seinen Schritt. "Auch wenn ich fest von meiner Unschuld überzeugt bin, spüre ich die Belastung für die Partei, die Fraktion und mich."

Klitschko: Russland zwingt Kiew vor Winter in Überlebenskampf

Die jüngste Welle russischer Angriffe auf Kiew hat die ukrainische Hauptstadt nach den Worten von Bürgermeister Vitali Klitschko schon vor dem Winter in einen Überlebenskampf gezwungen. "Jeden Tag gibt es neue Berichte über zerstörte Gebäude, über Verletzte oder tragischerweise Getötete, während sich der Beschuss unserer Stadt verschärft", sagte Klitschko am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. "Heute geht es ums Überleben."

Textgröße ändern: