The National Times - Baerbock: Hilfslieferungen für Gazastreifen über Kerem Schalom "massiv ausweiten"

Baerbock: Hilfslieferungen für Gazastreifen über Kerem Schalom "massiv ausweiten"


Baerbock: Hilfslieferungen für Gazastreifen über Kerem Schalom "massiv ausweiten"
Baerbock: Hilfslieferungen für Gazastreifen über Kerem Schalom "massiv ausweiten" / Foto: © AFP

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat sich für die "massive" Ausweitung von dringend benötigter humanitärer Hilfe für den Gazastreifen über den israelischen Grenzübergang Kerem Schalom ausgesprochen. Während derzeit "erste Schritte auf dem Weg zu einer politischen Erneuerung" gegangen würden, bräuchten die Palästinenser im Gazastreifen "jede Unterstützung", sagte Baerbock am Dienstag nach einem Treffen mit ihrem israelischen Kollegen Israel Katz in Tel Aviv. Internationale Organisationen müssten "diese lebenswichtige Hilfe ungehindert leisten können".

Textgröße ändern:

Bei einem Ortsbesuch in Kerem Schalom sei ihr mitgeteilt worden, "dass die Abfertigungskapazitäten deutlich hochgefahren werden könnten", sagte Baerbock. Knackpunkt der Engpässe sind demnach "Trucks und Fahrer im Gazastreifen zur Verteilung der Hilfsgüter". Deutschland wolle daher "in den nächsten Tagen alle Hebel in Bewegung setzen", um die Kapazitäten in einem Pilotprojekt gemeinsam mit Jordanien "massiv auszuweiten". Denn weitere Debatten über die Ursachen der Engpässe könne sich die internationale Gemeinschaft "angesichts des Leids in Gaza nicht weiter leisten".

Weiter habe sie mit ihrem israelischen Kollegen Katz vereinbart, eine deutsche Delegation nach Israel zu schicken, "um mit der israelischen Regierung die drängenden Fragen des humanitären Völkerrechts zu besprechen". Zudem habe sie mit Katz Israels Perspektiven eines Wegs "hin zum Frieden" und "Garantien" für Israel thematisiert, "damit ein 7. Oktober nie wieder geschehen kann, damit Israel endlich in Sicherheit leben kann, damit Israelis und Palästinenser selbstbestimmt gegenseitig in Sicherheit leben können und wie wir sie dabei auf diesem Weg begleiten können".

"Wir alle wissen, die Widerstände gegen eine Zweistaatenlösung sind enorm, aber wir wissen auch, ohne eine Perspektive auf eine Zweistaatenlösung wird es keinen Frieden geben", betonte Baerbock. In diesem Zusammenhang begrüßte sie wie bereits zuvor bei Gesprächen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas im Westjordanland die jüngste UN-Resolution zu einer "sofortigen Feuerpause" und der Freilassung der Geiseln aus dem Gazastreifen aus der Gewalt der Hamas.

Zuvor hatte Baerbock nach Gesprächen mit Abbas eine "gewaltfreie Zukunft ohne Hamas" gefordert. "Israel müsste sich nicht verteidigen, wenn Hamas endlich die Waffen niederlegt", betonte Baerbock. Nach wie vor spreche "die Terrororganisation Hamas aber die Sprache des Terrors und der Vernichtung".

Klar sei, die Geiseln müssten "endlich freikommen". Klar sei zugleich, dass die humanitäre Lage in Gaza "die Hölle" sei, sagte Baerbock. "Dass wir seit fünf Monaten in diesem Dilemma feststecken, darf nicht auf dem Rücken der hungernden Zivilbevölkerung in Gaza ausgetragen werden."

F.Morgan--TNT

Empfohlen

Bundestag fordert breitere Datengrundlage bei Pränataltests

Für vorgeburtliche Bluttests, mit denen bestimmte genetische Auffälligkeiten beim ungeborenen Kind festgestellt werden können, sollen nach dem Willen des Bundestages genauere Regeln geschaffen werden. Die Abgeordneten votierten am Donnerstag in namentlicher Abstimmung mit großer Mehrheit für einen entsprechenden fraktionsübergreifenden Antrag. Mehr als hundert Abgeordnete von CDU, CSU, SPD, Grünen und Linken fordern eine genauere Regelung, wann diese sogenannten "nicht invasiven Pränataltests" (NIPT) zur Feststellung von Trisomie-Erkrankungen angewendet werden sollen.

Ukraine-Team zu Gespräch mit Trump-Unterhändlern am Freitag und Samstag in den USA

Inmitten des Ukraine-Kriegs wird ein ukrainisches Verhandlungsteam am Freitag und Samstag in den USA mit den Unterhändlern von US-Präsident Donald Trump zusammentreffen. Die Delegation werde mit Jared Kushner und Steve Witkoff sprechen, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag gegenüber Journalisten. Die Gespräche sollten zwei Tage dauern. Auch ein europäisches Team solle dazustoßen.

Strafrechtliche Ermittlungen: Niedersachsens SPD-Fraktionschef Politze tritt zurück

Angesichts strafrechtlicher Ermittlungen ist der Fraktionschef der SPD im niedersächsischen Landtag, Stefan Politze, von seinem Amt zurückgetreten. "Die Immunitätsaufhebung und die Berichterstattung der letzten Tage darüber belasten das Amt", begründete der 61-Jährige am Donnerstag nach einer Fraktionssitzung in Hannover seinen Schritt. "Auch wenn ich fest von meiner Unschuld überzeugt bin, spüre ich die Belastung für die Partei, die Fraktion und mich."

Klitschko: Russland zwingt Kiew vor Winter in Überlebenskampf

Die jüngste Welle russischer Angriffe auf Kiew hat die ukrainische Hauptstadt nach den Worten von Bürgermeister Vitali Klitschko schon vor dem Winter in einen Überlebenskampf gezwungen. "Jeden Tag gibt es neue Berichte über zerstörte Gebäude, über Verletzte oder tragischerweise Getötete, während sich der Beschuss unserer Stadt verschärft", sagte Klitschko am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. "Heute geht es ums Überleben."

Textgröße ändern: