The National Times - Tote bei Angriffen auf Grenzgebiet während Präsidentschaftswahl in Russland

Tote bei Angriffen auf Grenzgebiet während Präsidentschaftswahl in Russland


Tote bei Angriffen auf Grenzgebiet während Präsidentschaftswahl in Russland
Tote bei Angriffen auf Grenzgebiet während Präsidentschaftswahl in Russland / Foto: © AFP

Auch am zweiten Tag der Präsidentschaftswahl in Russland hat die Ukraine ihre Angriffe auf russische Grenzregionen fortgesetzt. In der Stadt Belgorod wurden nach Behördenangaben am Samstag zwei Menschen durch ukrainischen Beschuss getötet. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, den ganzen Tag über seien mehrere ukrainische Angriffe mit Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern auf Belgorod und die Grenzregion Kursk abgewehrt worden. Zudem hätten russische Truppen das Eindringen "ukrainischer Sabotage- und Aufklärungsgruppen" nach Russland vereitelt.

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Belgorods Regionalgouverneur Wjatscheslaw Gladkow ordnete wegen der Angriffe erneut die vorübergehende Schließung von Einkaufszentren und Schulen an. Laut Gladkow wurde ein Fahrer getötet, als ein Geschoss seinen Lastwagen traf. Eine Frau wurde demnach getötet, als sie auf einem Parkplatz streunende Hunde fütterte. Ihr Sohn sei lebensgefährlich verletzt worden.

In den Regionen Belgorod und Kursk hatten sich in den vergangenen Tagen kurz vor Beginn der russischen Präsidentschaftswahl die Angriffe pro-ukrainischer Kämpfer verstärkt. Kreml-Chef Wladimir Putin hatte eine entschlossene Antwort angekündigt und gedroht, die Angriffe würden "nicht ungestraft bleiben".

Die Angriffe in der Grenzregion beschäftigten am Samstag russische Wähler in hunderten von Kilometern Entfernung. Im Moskauer Vorort Sergjew Posad sagte die 87-Jährige Inessa Roschkowa, sie hoffe auf ein Ende des Konflikts mit der Ukraine: "Können Sie sich vorstellen, wie viele Menschen gestorben sind? Und jetzt leiden unsere Grenzdörfer. Wir machen uns Sorgen um sie", sagte sie.

"Sie versuchen uns einzuschüchtern, aber dies ist eine Nation, der man keine Angst machen kann", verkündete die 68-jährige Elena Kirsanowa, die in einer Berufsschule ihre Stimme für Putin abgab.

Am Samstag wurden nach Angaben örtlicher Behörden zwei Raffinerien in der rund tausend Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernten Region Samara mit Drohnen angegriffen. In einer der Anlagen brach demnach Feuer aus.

Derweil meldeten pro-russische Beamte in der russisch besetzten Region Cherson im Süden der Ukraine, bei einem Angriff sei ein Mensch getötet und vier weitere seien verletzt worden.

Die dreitägige Präsidentschaftswahl hatte am Freitag begonnen. Es gilt als sicher, dass sich der Kreml-Chef eine weitere sechsjährige Amtszeit sichert. Gegen Putin treten lediglich drei unbedeutende Kandidaten an. Alle bedeutenden Kritiker des Präsidenten sind entweder tot, inhaftiert oder im Exil.

Auch in den von Russland besetzten Gebieten in der Ukraine sind die Menschen zur Stimmabgabe aufgerufen. Russische Staatsmedien zeigten am Samstag Aufnahmen davon, wie Wahlhelfer bei betagten Einwohnern der vor einem Monat nach monatelangen heftigen Kämpfen von russischen Truppen eroberten Stadt Awdijiwka im Osten der Ukraine Stimmzettel einsammelten.

Trotz Drohungen der Behörden mit Strafen für Protestierende gab es am Samstag offenbar erneut einzelne Protestaktionen. Nach Behördenangaben wurden in Jekaterinburg und Kaliningrad zwei Menschen festgenommen, die grünen Farbstoff in Wahlurnen gekippt hätten. Bereits am Vortag hatte es mehrere derartige Vorfälle und Festnahmen gegeben. Die dabei genutzte Substanz ähnelt dem Antiseptikum Seljonka, das in der Vergangenheit mehrfach bei Attacken Kreml-treuer Akteure auf politische Gegner eingesetzt worden war.

Der russische Geheimdienst FSB hatte zuletzt zudem mehrere Festnahmen wegen angeblicher Planung von Sabotageakten gemeldet. Am Samstag wurde ein Mann in der Region Swerdlowsk am Ural-Gebirge festgenommen, dem vorgeworfen wurde, einen Anschlag auf eine Bahnstrecke geplant zu haben.

F.Lim--TNT

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