The National Times - Lambrecht bekräftigt bei Besuch in Mali Zweifel an Bundeswehreinsätzen in Krisenstaat

Lambrecht bekräftigt bei Besuch in Mali Zweifel an Bundeswehreinsätzen in Krisenstaat


Lambrecht bekräftigt bei Besuch in Mali Zweifel an Bundeswehreinsätzen in Krisenstaat
Lambrecht bekräftigt bei Besuch in Mali Zweifel an Bundeswehreinsätzen in Krisenstaat

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hat bei einem Besuch in Mali ihre Zweifel am Fortbestand des deutschen Militäreinsätze in dem westafrikanischen Krisenstaat bekräftigt. Insbesondere bei der EU-Ausbildungsmission EUTM stelle sich die Frage, "ob das dieses Regime ist, das wir unterstützen wollen", sagte Lambrecht am Samstag nach einem Treffen mit Bundeswehrsoldaten in Gao.

Textgröße ändern:

"Wir erleben, dass die malischen Soldaten toll ausgebildet werden durch hochmotivierte und top qualifizierte deutsche Soldatinnen und Soldaten, und dann mit diesen Fähigkeiten zusammen zum Beispiel mit russischen Kräften in den Einsatz gehen, womöglich sogar mit Söldnern", fügte die SPD-Politikerin hinzu.

"Und da stellt sich die Frage, ob das mit unseren Werten zusammengebracht werden kann, insbesondere wenn wir dann Gräueltaten erleben müssen wie in Moura." Dies sei etwas, das nach ihrer Einschätzung "gar nicht mehr zu vermitteln ist".

Die malische Armee hatte nach eigenen Angaben zwischen dem 23. und 31. März in Moura einen Großeinsatz ausgeführt. Dabei seien 203 "Terroristen" getötet worden. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hingegen warf der malischen Armee vor, gemeinsam mit ausländischen Kämpfern in Moura etwa 300 Zivilisten getötet zu haben. Lambrecht forderte eine "lückenlose und transparente" Aufklärung des mutmaßlichen Gräueltaten.

Deutschland ist in Mali mit bis zu 1700 Soldaten an der an der EU-Ausbildungsmission EUTM und an der UN-Stabilisierungsmission Minusma beteiligt. Beide Mandate sind bis Ende Mai befristet.

Die EU-Ausbildungsmission gilt als politisch heikel: Hier wird die malische Armee ausbildet, deren Vertreter eine demokratisch gewählte Regierung aus dem Amt geputscht hatten. In dem Land sind zudem nach westlichen Angaben Söldner der höchst umstrittenen russischen Wagner-Gruppe im Einsatz.

Mit Blick auf die UN-Mission Minusma, die zum Schutz der Zivilbevölkerung Malis beitragen soll, sagte Lambrecht, es bestehe nach dem angekündigten Abzug der französischen Truppen aus Mali noch viel Klärungsbedarf. Es müsse verhindert werden, dass die an der Mission beteiligten Bundeswehrsoldaten "unverhältnismäßig in Gefahr geraten", sagte Lambrecht.

Die Franzosen gewährleisten bisher bei der UN-Mission den Schutz der Soldaten mit Kampfhubschraubern. Zentral sei zudem die Frage, wer künftig anstelle Frankreichs den Flugplatz in Gao betreibe, betonte die Bundesverteidigungsministerin.

F.Jackson--TNT

Empfohlen

Klingbeil fordert Konsequenzen nach Äußerungen von Israels Minister Ben Gvir

Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) hat nach Äußerungen des israelischen Sicherheitsministers Itamar Ben Gvir über gezielte Tötungen von Palästinensern Konsequenzen gefordert. "Das sind Äußerungen, die wir als Bundesregierung in keinster Weise akzeptieren können", sagte Klingbeil am Dienstag im Sommerinterview der Sat.1-Sendung "newstime". "Das muss auch Konsequenzen haben."

Putin empfängt Myanmars Staatschef Min Aung Hlaing im Kreml

Der russische Staatschef Wladimir Putin hat den Präsidenten und früheren Junta-Chef von Myanmar, Min Aung Hlaing, im Kreml empfangen. Das seit 2021 von einer Militärregierung kontrollierte Myanmar sei "ein verlässlicher Partner für Russland in Südostasien", sagte Min Aung Hlaing bei dem Treffen im Kreml am Dienstag. "Dank der Hilfe Russlands und Ihrer persönlichen Unterstützung haben wir auf internationaler Bühne viel erreicht", fügte er in Putins Richtung hinzu.

US-Sender ABC klagt gegen vorzeitige Lizenzprüfung - und sieht "Vergeltung" durch Trump

Im Streit mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump zieht der Fernsehsender ABC gegen die vorzeitige Überprüfung seiner Sendelizenzen vor Gericht. Der zum Disney-Konzern gehörende Sender wirft der Medienaufsicht FCC in seiner am Dienstag in Washington eingereichten Klage eine "Vergeltungskampagne" auf Betreiben der Trump-Regierung wegen missliebiger Inhalte vor.

Trump veröffentlicht Karte mit Straße von Hormus als US-Territorium

US-Präsident Donald Trump hat seine Ankündigung bekräftigt, die Straße von Hormus zu einem Teil des US-Territoriums zu erklären. In seinem Onlinedienst Truth Social veröffentlichte Trump am Dienstag einen Kartenausschnitt, auf dem die für den weltweiten Ölhandel wichtige Meerenge mit der Aufschrift "New U.S. Territory" versehen ist, zu Deutsch neues US-Gebiet.

Textgröße ändern: