The National Times - Britischer Premier verteidigt Ruanda-Abschiebeplan: "Lohnende Investition"

Britischer Premier verteidigt Ruanda-Abschiebeplan: "Lohnende Investition"


Britischer Premier verteidigt Ruanda-Abschiebeplan: "Lohnende Investition"
Britischer Premier verteidigt Ruanda-Abschiebeplan: "Lohnende Investition" / Foto: © AFP

Der britische Premierminister Rishi Sunak hat den umstrittenen Plan seiner konservativen Regierung verteidigt, irregulär eingereiste Asylbewerber nach Ruanda abzuschieben. Es handele sich um eine "lohnende Investition", betonte Sunak am Freitag nach Kritik des britischen Rechnungshofs, wonach allein die Abschiebung der ersten 300 Asylsuchenden in das ostafrikanische Land deutlich mehr als umgerechnet eine halbe Milliarde Euro kosten würde.

Textgröße ändern:

Es sei wichtig, Migranten abzuschrecken, sagte Sunak am Freitag bei einem Schottland-Besuch vor Reportern. "Wir müssen in der Lage sein zu sagen, 'wenn ihr illegal hierher kommt, könnt ihr nicht bleiben, wir können euch in ein sicheres Land bringen'." Daher sei der Ruanda-Abschiebeplan so wichtig: "Er ist eine lohnende Investition und ich bin entschlossen, ihn durchzuziehen."

Der von der britischen Regierung vorangetriebene Gesetzentwurf sieht vor, dass irregulär eingereiste Migranten künftig ohne Prüfung ihres Asylantrags aus Großbritannien nach Ruanda geschickt werden können, das dafür als sicheres Drittland eingestuft wird. Davon erhofft sich die britische Regierung eine abschreckende Wirkung auf Migranten. Eine entsprechende Vereinbarung wurde bereits mit der Regierung in Kigali geschlossen.

Die britische Regierung hat bislang keine Kostenschätzung für ihren Abschiebeplan abgegeben. Laut dem am Freitag vom Rechnungshof vorgelegten Bericht zahlt London Ruanda allein 370 Millionen Pfund für ein "Partnerschaftsabkommen", hinzu kommen 20.000 Pfund pro abgeschobenem Asylbewerber und weitere 120 Millionen Pfund, sobald die ersten 300 Menschen abgeschoben wurden. Danach werden binnen fünf Jahren weitere 150.874 Pfund pro Kopf für Betriebs- und Verwaltungskosten fällig. Damit ergeben sich laut Rechnungshof für die ersten 300 Abgeschobenen Kosten von mehr als 540 Millionen Pfund (630 Millionen Euro), also knapp zwei Millionen Pfund pro Person.

UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk hatte der britischen Regierung erst vor wenigen Tagen vorgeworfen, mit ihren Abschiebe-Plänen die grundlegenden Prinzipien des Menschenrechts zu untergraben.

G.Morris--TNT

Empfohlen

Einen Tag nach tödlichen Angriffen: Huthis attackieren erneut Flughafen in Riad

Einen Tag nach ihren tödlichen Luftangriffen auf Saudi-Arabien haben die pro-iranischen Huthis das Königreich erneut attackiert. Huthi-Sprecher Jahja Saree erklärte am Donnerstag im Onlinedienst X, die jemenitische Miliz habe den wichtigsten internationalen Flughafen der saudiarabischen Hauptstadt Riad "erfolgreich" mit einer ballistischen Rakete angegriffen. Tags zuvor waren bei Angriffen auf mehrere internationale Flughäfen in Saudi-Arabien drei Menschen getötet worden. Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition kündigte daraufhin Vergeltungsmaßnahmen an.

Steinmeier beginnt zweitägigen Staatsbesuch in Frankreich

Zum Auftakt seines zweitägigen Staatsbesuchs in Frankreich wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag (10.00 Uhr) vom französischen Staatschef Emmanuel Macron mit militärischen Ehren am Pariser Triumphbogen begrüßt. Anschließend sind ein Gespräch mit Macron im Elysée-Palast und eine gemeinsame Presseerklärung geplant. Am Abend soll ein Staatsbankett im Elysée stattfinden.

Bundestag debattiert über Einkommensteuerreform

Der Bundestag debattiert am Donnerstag (09.00 Uhr) über die geplante Einkommensteuerreform. Die Abgeordneten befassen sich in erster Lesung mit dem Vorhaben, das innerhalb der Koalition kontrovers diskutiert wird und vorsieht, vor allem kleine und mittlere Einkommen und insbesondere Familien zu entlasten. In erster Lesung wird außerdem über die geplante Strukturreform der Kinder- und Jugendhilfe sowie die Neuregelung des Wohngeldes debattiert.

Britischer Premierminister Burnham zu Antrittsbesuch bei Merz

Der britische Premierminister Andrew Burnham kommt am Donnerstag zu seinem Antrittsbesuch nach Berlin. Dabei wollen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der seit Juli amtierende Premier die Ratifikationsurkunden zum deutsch-britischen Freundschaftsvertrag austauschen, der damit in Kraft tritt. Der sogenannte Kensington-Vertrag sieht eine engere Zusammenarbeit in zahlreichen Bereichen vor, darunter in der Außen- und Sicherheitspolitik wie auch in der Wirtschaft. Unterzeichnet worden war der Vertrag im Juli 2025 von Merz und Burnhams Vorgänger Keir Starmer.

Textgröße ändern: