The National Times - Streit im Bundestag über Abstimmungsreihenfolge zur Impfpflicht

Streit im Bundestag über Abstimmungsreihenfolge zur Impfpflicht


Streit im Bundestag über Abstimmungsreihenfolge zur Impfpflicht
Streit im Bundestag über Abstimmungsreihenfolge zur Impfpflicht

In der Schlussdebatte über die Impfpflicht hat es am Donnerstag im Bundestag auch heftigen Streit über die Abstimmungsreihenfolge gegeben. Dabei setzte sich die Union mehrheitlich mit ihrem Vorschlag durch, wonach über den Gesetzentwurf für eine Impfpflicht für alle Menschen ab 60 Jahren zuerst abgestimmt wird. SPD, Grüne und FDP hatten dagegen gefordert, dass vorher über den Unions-Antrag für eine Vorbereitung einer möglichen Impfpflicht abgestimmt würde.

Textgröße ändern:

Hintergrund war offensichtlich die Hoffnung auf Seiten der Ampel-Fraktionen, dass sich nach einem Scheitern des Unions-Antrages mehr Abgeordnete für die Impfpflicht ab 60 entscheiden würden. Eine Mehrheit von 345 zu 339 Abgeordneten stimmte im Bundestag jedoch bei zwei Enthaltungen für den Verfahrensvorschlag der Union. Dementsprechend begann das Parlament das Abstimmungsverfahren mit der Impfpflicht ab 60. Danach sollte der Unions-Antrag aufgerufen werden, dann die Anträge einer Gruppe um den FDP-Politiker Wolfgang Kubicki sowie der AfD, die sich beide gegen eine Impfpflicht wenden.

Der Parlamentsgeschäftsführer der Union, Thorsten Frei (CDU), argumentierte in der Geschäftsordnungsdebatte über die Abstimmungsreihenfolge, der Gesetzentwurf für die Impfpflicht ab 60 sei der weitestgehende Antrag. Es sei "lange Tradition", dass ein solcher Antrag ganz am Anfang der Abstimmungen stehen müsse. Dagegen versuchten die Ampel-Parteien, "das Verfahren zu torpedieren", warf Frei SPD, Grünen und FDP vor. Er sprach von "billigem machtpolitischen Kalkül" und einem drohenden "Makel" für das letztlich erzielte Ergebnis.

SPD-Parlamentsgeschäftsführerin Katja Mast warf dagegen ihrerseits der Union "Machtkalkül" vor. Sie argumentierte, am Schluss solle das Votum stehen, das "Klarheit für die Bürgerinnen und Bürger schafft". Dies treffe auf den Gesetzentwurf für die Impfpflicht ab 60 zu, da die Union gar keinen Gesetzentwurf, sondern nur einen unverbindlichen Antrag vorgelegt habe. Auch bei den anderen beiden Vorlagen, die sich gegen eine Impfpflicht wenden, handelt es sich um keine Gesetzentwürfe. Mast warf der Union eine "Verächtlichmachung des Parlaments" vor.

In der Sache ebenso argumentierte Grünen-Parlamentsgeschäftsführerin Irene Mihalic. Sie kritisierte, dass die Union anders als die übrigen Fraktionen die Entscheidung über die Impfpflicht für ihre Abgeordneten nicht freigegeben hat. "Sie versuchen mit allen Mitteln zu verhindern, dass ihre Abgeordneten hier eine Entscheidung nach ihrem Gewissen treffen", warft die Grünen-Politikerin der Führung der Unionsfraktion vor. Dies habe "mit verantwortlicher Pandemie-Politik nichts zu tun".

"Ihnen geht es nur darum, sich durchzusetzen, das ist schäbig", sagte auch FDP-Parlamentsgeschäftsführer Johannes Vogel an die Union gewandt. Deren Fraktionschef Friedrich Merz (CDU) habe es von Anfang an darauf angelegt, eine Meinungsbildung über fraktionsübergreifende Gruppenanträge zu torpedieren. "Sie machen aus einer medizinethischen Frage eine parteipolitische", warf Vogel Merz vor.

Martin Sichert (AfD) verwies wie Frei auf die parlamentarischen Gepflogenheiten, wonach der weitestgehende Antrag am Beginn stehen müsse. Dem schloss sich auch Linken-Parlamentsgeschäftsführer Jan Korte an. Nur weil die Ampel-Fraktionen in dieser Frage keine eigene Mehrheit hätten, könne man nicht "auf ein parlamentarisch sauberes Verfahren verzichten". Dieser Auffassung schlossen sich offensichtlich auch einige Abgeordnete der Ampel-Fraktionen an.

S.O'brien--TNT

Empfohlen

Trump setzt neue US-Sanktionen gegen Russland in Kraft

US-Präsident Donald Trump hat das neue Sanktionspaket der USA gegen Russland in Kraft gesetzt. Er unterzeichnete am Freitag das nach langen Verhandlungen vom US-Kongress beschlossene Gesetz.

Angriff auf Polizeiwache in Pakistan: Zahl der Todesopfer auf 31 gestiegen

Die Zahl der Todesopfer bei einer Explosion und einem Angriff mit Schusswaffen auf eine Polizeiwache im Norden Pakistans ist nach Angaben eines ranghohen Polizeibeamten auf mindestens 31 gestiegen. "Mindestens 31 Menschen, darunter 16 Polizeikräfte, sind bei dem Angriff und Selbstmordanschlag getötet worden", sagte der Beamte am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Die pakistanischen Gesundheitsbehörden meldeten zudem mehr als hundert Verletzte, von denen mehrere sich in kritischem Zustand befänden.

Bund der Steuerzahler fordert neuen Straftatbestand "Haushaltsuntreue"

Vor dem Beginn der Hauptverhandlung gegen Ex-Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage hat der Bund der Steuerzahler einen neuen Straftatbestand gefordert. "Bei der Haftung von Bundesministern bestehen Regelungslücken, sowohl im Strafrecht als auch im Zivilrecht", sagte der Präsident des Bundes der Steuerzahler, Reiner Holznagel, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND, Samstagsausgaben).

Trump: Sohn hat russischem Geschäftsmann Geld für Hochzeitsfeier zurückgezahlt

US-Präsident Donald Trumps ältester Sohn hat einem russischen Geschäftsmann mit Verbindungen zum Kreml das Geld zurückgezahlt, das dieser für die Feierlichkeiten nach der Hochzeit des Präsidentensohnes ausgegeben hatte. Die Vorgänge seien zwar "völlig erlaubt" gewesen, "aber soweit ich weiß, hat er es ihm zurückgezahlt", sagte Trump mit Blick auf seinen Sohn am Freitag vor Journalisten im Oval Office.

Textgröße ändern: