The National Times - Albanisches Parlament besiegelt umstrittenes Migrationsabkommen mit Italien

Albanisches Parlament besiegelt umstrittenes Migrationsabkommen mit Italien


Albanisches Parlament besiegelt umstrittenes Migrationsabkommen mit Italien
Albanisches Parlament besiegelt umstrittenes Migrationsabkommen mit Italien / Foto: © AFP

Das albanische Parlament hat ein im November beschlossenes und heftig umstrittenes Migrationsabkommen mit Italien besiegelt. Das Parlament in Tirana verabschiedete den entsprechenden Gesetzestext am Donnerstag mit den Stimmen von 77 der 140 Abgeordneten. Dem Abkommen zufolge sollen noch im Frühjahr 2024 in der Region um die nordalbanische Hafenstadt Shëngjin zwei von italienischen Behörden betriebene Aufnahmezentren für im Mittelmeer gerettete Migranten eröffnet werden.

Textgröße ändern:

In einem der beiden Zentren sollen die Asylsuchenden registriert werden. Im zweiten sollen sie untergebracht werden, bis ihr Antrag bearbeitet worden ist. In den beiden Einrichtungen sollen insgesamt bis zu 3000 Menschen untergebracht werden können. Die Kosten für die Zentren, die vollständig vom italienischen Staat getragen werden sollen, belaufen sich Schätzungen zufolge auf 650 bis 750 Millionen Euro für die fünfjährige Laufzeit des Abkommens.

Das Abkommen wurde am Donnerstag mit den Stimmen der regierenden sozialistischen Partei von Ministerpräsident Edi Rama und der kleinen Partei PDIU verabschiedet. Die rechtsgerichtete Opposition boykottierte die Abstimmung - und erklärte unmittelbar nach dem Votum, das Abkommen mit Italien schade der "nationalen Sicherheit, der territorialen Integrität und dem öffentlichen Interesse".

Ende Januar hatte das albanische Verfassungsgericht den Weg für das Abkommen freigemacht und eine Verletzung der territorialen Integrität des Landes verneint. Die beiden Kammern des italienischen Parlaments, Abgeordnetenkammer und Senat, haben dem Text bereits zugestimmt.

Die Hilfsorganisation International Rescue Committee (IRC) hatte das Abkommen als "entmenschlichend" kritisiert. Amnesty International kritisierte es als "illegal und nicht durchsetzbar".

Albaniens Regierungschef Rama hatte das Abkommen hingegen als eine Geste der "Solidarität" mit Italien bezeichnet, das nach dem Sturz der kommunistischen Regierung Anfang der 1990er Jahre tausenden Albanern die Einreise ermöglicht hatte.

F.Lim--TNT

Empfohlen

Brasiliens Präsident Lula veröffentlicht erstmals Selfie-Video in Onlinediensten

Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva besitzt kein Handy und belächelt immer wieder die "Wisch-Tippen"-Generation - nun hat er knapp drei Wochen vor der Präsidentenstichwahl ein Selfie-Video veröffentlicht. "Kommt schon, Leute, lasst uns auf die Straße gehen. Lasst uns mit den Menschen reden", sagte Lula in der bei Tiktok und Instagram verbreiteten Aufnahme.

US-Regierung nennt Negativschlagzeilen über "USS Lincoln" Stimmungsmache

Der in die Negativschlagzeilen geratene US-Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" kommt nach rund elf Monaten zurück nach Kalifornien. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth nutzte einen Besuch auf dem Kriegsschiff am Mittwoch, um gegen Medien auszuteilen. Einige Journalisten hätten versucht, die "Lincoln" zu einem Symbol für "Pannen", "schlechte Stimmung" oder sogar "einen gescheiterten Einsatz" zu machen, kritisierte er.

Proteste in Izmir nach Wechsel des Bürgermeisters zur Regierungspartei AKP

Nach dem Parteiwechsel des Bürgermeisters von Izmir zur islamisch-konservativen AKP haben in der westtürkischen Metropole mehr als tausend Menschen gegen diesen Schritt protestiert. Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch berichteten, sperrte die Polizei die zentralen Plätze der Stadt im Vorfeld der Proteste ab. Am Abend versammelte sich eine Menschenmenge rund um den abgesperrten Cumhuriyet Platz, die türkische Flaggen schwenkte und an den Bürgermeister Cemil Tugay gerichtet skandierte: "Tugay, der Verräter" und "Tugay, tritt zurück".

Von Zwangsräumung betroffene Spanierin Maricarmen gestorben

Die Zwangsräumung ihrer Wohnung in der spanischen Hauptstadt Madrid hatte landesweite Massenproteste und schließlich Neuwahlen ausgelöst: Nun ist die 87-jährige Maricarmen Abascal gestorben. "Wir bedauern mitteilen zu müssen, dass Maricarmen heute gestorben ist", teilte der Mieterverband am Mittwoch mit. Nach der Zwangsräumung war Maricarmen wegen Erschöpfung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die größten Gewerkschaften Spaniens riefen derweil zu einem Generalstreik am 11. November auf, um vor den vorgezogenen Parlamentswahlen die Aufmerksamkeit auf der Wohnungskrise zu halten.

Textgröße ändern: