The National Times - Amnesty: Inhaftierte Aktivistin in Saudi-Arabien hat keinen Kontakt zu Außenwelt

Amnesty: Inhaftierte Aktivistin in Saudi-Arabien hat keinen Kontakt zu Außenwelt


Amnesty: Inhaftierte Aktivistin in Saudi-Arabien hat keinen Kontakt zu Außenwelt
Amnesty: Inhaftierte Aktivistin in Saudi-Arabien hat keinen Kontakt zu Außenwelt / Foto: © AFP

Eine in Saudi-Arabien inhaftierte Frauenrechtsaktivistin hat nach Angaben von Amnesty International seit Monaten keinerlei Kontakt mehr zur Außenwelt. Die Menschenrechtsorganisation warf den saudiarabischen Behörden am Mittwoch ein "Verschwindenlassen" der 29-jährigen Manahel al-Otaibi vor und forderte ihre unverzügliche Freilassung. Seit November 2023 hätten Gefängnisvertreter und andere Beamte jeglichen Kontakt al-Otaibis "zu ihrer Familie und der Außenwelt" abgebrochen, erklärte Amnesty.

Textgröße ändern:

Saudiarabische Behörden haben sich "trotz wiederholter Anfragen geweigert, ihrer Familie Informationen über ihren Aufenthaltsort und ihr Wohlergehen zu geben", hieß es weiter.

Die 29-jährige Fitnesstrainerin war im November 2022 festgenommen worden, wurde bislang aber nicht verurteilt. Sie hatte im Internet Beiträge veröffentlicht, in denen unter anderem Gesetze über die männliche Vormundschaft infrage gestellt wurden.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, eine "Kampagne zur Aufstachelung von saudiarabischen Mädchen zur Verleugnung religiöser Grundsätze und zur Rebellion gegen die Sitten und Gebräuche der saudiarabischen Gesellschaft" geführt zu haben. Das geht aus Gerichtsdokumenten vor, die der Nachrichtenagentur AFP vorlagen.

Al-Otaibis Fall war im vergangenen Jahr an ein Spezialgericht verwiesen worden, das im Jahr 2008 für Fälle im Zusammenhang mit Terrorismus eingerichtet wurde. Häufig wurde es jedoch für Prozesse gegen politische Dissidenten und Menschenrechtsaktivisten genutzt.

"Kurz bevor wir den Kontakt zu ihr verloren haben, hat uns Manahel erzählt, dass sie von einem Mitgefangenen brutal geschlagen wurde", sagte al-Otaibis Schwester Fawzia nach Angaben von Amnesty. "Ich mache mir Sorgen um das Schicksal meiner Schwester vor einem so ungerechten Gericht."

Saudi-Arabien wird oft vorgeworfen, dass es keine abweichenden Meinungen duldet. Im Jahr 2022 wurden zwei Frauen, die online regierungskritische Beiträge selbst veröffentlichten oder teilten, zu jahrzehntelanger Haft verurteilt.

T.Ward--TNT

Empfohlen

Brasiliens Präsident Lula veröffentlicht erstmals Selfie-Video in Onlinediensten

Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva besitzt kein Handy und belächelt immer wieder die "Wisch-Tippen"-Generation - nun hat er knapp drei Wochen vor der Präsidentenstichwahl ein Selfie-Video veröffentlicht. "Kommt schon, Leute, lasst uns auf die Straße gehen. Lasst uns mit den Menschen reden", sagte Lula in der bei Tiktok und Instagram verbreiteten Aufnahme.

US-Regierung nennt Negativschlagzeilen über "USS Lincoln" Stimmungsmache

Der in die Negativschlagzeilen geratene US-Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" kommt nach rund elf Monaten zurück nach Kalifornien. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth nutzte einen Besuch auf dem Kriegsschiff am Mittwoch, um gegen Medien auszuteilen. Einige Journalisten hätten versucht, die "Lincoln" zu einem Symbol für "Pannen", "schlechte Stimmung" oder sogar "einen gescheiterten Einsatz" zu machen, kritisierte er.

Proteste in Izmir nach Wechsel des Bürgermeisters zur Regierungspartei AKP

Nach dem Parteiwechsel des Bürgermeisters von Izmir zur islamisch-konservativen AKP haben in der westtürkischen Metropole mehr als tausend Menschen gegen diesen Schritt protestiert. Wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch berichteten, sperrte die Polizei die zentralen Plätze der Stadt im Vorfeld der Proteste ab. Am Abend versammelte sich eine Menschenmenge rund um den abgesperrten Cumhuriyet Platz, die türkische Flaggen schwenkte und an den Bürgermeister Cemil Tugay gerichtet skandierte: "Tugay, der Verräter" und "Tugay, tritt zurück".

Von Zwangsräumung betroffene Spanierin Maricarmen gestorben

Die Zwangsräumung ihrer Wohnung in der spanischen Hauptstadt Madrid hatte landesweite Massenproteste und schließlich Neuwahlen ausgelöst: Nun ist die 87-jährige Maricarmen Abascal gestorben. "Wir bedauern mitteilen zu müssen, dass Maricarmen heute gestorben ist", teilte der Mieterverband am Mittwoch mit. Nach der Zwangsräumung war Maricarmen wegen Erschöpfung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die größten Gewerkschaften Spaniens riefen derweil zu einem Generalstreik am 11. November auf, um vor den vorgezogenen Parlamentswahlen die Aufmerksamkeit auf der Wohnungskrise zu halten.

Textgröße ändern: