The National Times - Groß- und Außenhandelsverband befürchtet Insolvenzwelle in der Logistikbranche

Groß- und Außenhandelsverband befürchtet Insolvenzwelle in der Logistikbranche


Groß- und Außenhandelsverband befürchtet Insolvenzwelle in der Logistikbranche
Groß- und Außenhandelsverband befürchtet Insolvenzwelle in der Logistikbranche

Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) warnt angesichts der hohen Energiepreise vor einer Insolvenzwelle in der Logistikbranche. "Machen wir uns nichts vor: Die hohen Energiepreise zwingen die Logistikbranche in die Knie", erklärte der BGA-Vorsitzende Carsten Taucke am Mittwoch. Der Ukraine-Krieg und die Sanktionen seien ein "zusätzlicher Belastungsfaktor". Aktuell sei knapp ein Drittel der Groß- und Außenhändler direkt von Sanktionen betroffen.

Textgröße ändern:

Die gesamte deutsche Wirtschaft stehe durch den Krieg vor neuen Herausforderungen. "Es beginnt bei den massiv gestiegenen Energiekosten und Einkaufspreisen, geht über Logistikprobleme, über Finanzierungs- und Versicherungsprobleme, bis hin zu ganz konkreten Lieferausfällen wie bei Holz, Stahl und Aluminium", erklärte Taucke. Die Sanktionen und Gegensanktionen im Rahmen des russischen Angriffs auf die Ukraine belasteten die Lieferketten zusätzlich.

"Für alle Transportbereiche gibt es erhebliche Kostenerhöhungen", erklärte Taucke. Der World Container Index, ein Indikator für Logistikkosten, liege in diesem Monat 67 Prozent über dem Vorjahresniveau. Auch die Sperrung des russischen Luftraums führe zu erheblichen Verspätungen und Umwegen von bis zu 2,5 Stunden auf dem Weg zu wichtigen Märkten in China, Korea und Japan. Die Flugzeuge müssten für den Umweg mehr tanken, die Frachtkapazität sinke um etwa zehn Prozent.

Eine weitere Herausforderung sei der Personalmangel in der Logistikbranche. Viele Fahrer kamen aus Russland und der Ukraine, "die Ausfälle können wir nicht ersetzen", warnte Taucke. In Deutschland allein fehlten aktuell zwischen 60.000 und 80.000 Berufskraftfahrer, zudem sei jeder dritte aktive Fahrer über 55 Jahre alt - gleichzeitig gebe es kaum Nachwuchs. Auf dieses Problem gebe es "keine Antwort der Politik", kritisierte Taucke.

Die Absenkung der Mineralölsteuer begrüßte er als einen "ersten richtigen Schritt", dieser dürfe aber nicht wie bisher geplant auf drei Monate begrenzt bleiben. Lieferketten müssten zudem gestärkt und weiter diversifiziert werden. Zwingend erforderlich sei es, dass Deutschland die eigene Energieversorgung absichere.

Kritik äußerte Taucke an dem bereits beschlossenen Lieferkettengesetz. In der aktuellen Situation sei dieses "völlig kontraproduktiv". Dass Unternehmen mit neuen Auskunfts- und Dokumentationspflichten belastet würden, sei "angesichts der aktuellen Lage offen gesprochen absurd", kritisierte Taucke. Er forderte, auf das Gesetz zu verzichten oder das Inkrafttreten des Gesetzes ab 2023 zu verschieben.

V.Allen--TNT

Empfohlen

Dänemark: Frederiksen verkündet Bildung einer Regierungskoalition

Gut zwei Monate nach den Wahlen in Dänemark hat die derzeit geschäftsführende Ministerpräsidentin Mette Frederiksen die erfolgreiche Bildung einer neuen Regierungskoalition verkündet. "Wir haben es nach langen Verhandlungen geschafft, eine Regierung zu bilden", sagte Frederiksen am Montagabend nach einem Treffen mit König Frederik X. Wird diese Mitte-Links-Koalition bestätigt, könnte Frederiksen eine weitere Amtszeit als Regierungschefin antreten.

Libanons Botschaft in den USA: Hisbollah stimmt Stopp der Angriffe auf Israel zu

Im Ringen um eine Friedenslösung im Libanon hat die pro-iranische Hisbollah-Miliz libanesischen Angaben zufolge einem US-Vorschlag zur Einstellung der Angriffe auf Israel zugestimmt. "Die libanesischen Behörden haben die Bestätigung erhalten, dass die Hisbollah den US-Vorschlag für eine beidseitige Einstellung der Angriffe akzeptiert hat", erklärte die libanesische Botschaft in den USA am Montag. Demnach solle der Waffenstillstand auf das gesamte Staatsgebiet des Libanons ausgeweitet werden. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump von einem "sehr guten Gespräch" mit hochrangigen Hisbollah-Vertretern berichtet.

Abschiebezentren: EU einigt sich auf Rückführungsverordnung

Die Unterhändler von EU-Parlament und Mitgliedstaaten haben sich auf eine Rückführungsverordnung geeinigt, mit der mehr Abschiebungen aus der EU ermöglicht werden sollen. Die Vereinbarung vom Montagabend erlaubt es Mitgliedstaaten zudem, Abschiebezentren in Drittländern einzurichten, die außerhalb der EU liegen. EU-Innenkommissar Magnus Brunner nannte die Einigung einen "weiteren wichtigen Schritt in der europäischen Migrationswende".

Drohneneinschlag in Rumänien: Dutzende UNO-Mitglieder verurteilen Russland

Vor einer UNO-Dringlichkeitssitzung zum Einschlag einer Drohne in Rumänien in der vergangenen Woche haben dutzende Mitgliedsländer "das inakzeptable Verhalten Russlands" verurteilt. Die Drohne sei "Teil eines Angriffs auf die Ukraine" gewesen, erklärte die rumänische Außenministerin Oana-Silvia Toiu am Montag vor Pressevertretern in New York. Der Erklärung schlossen sich 56 Länder an, darunter Mitglieder der EU und der Nato.

Textgröße ändern: