The National Times - Vergewaltigungsvorwurf gegen Frankreichs Innenminister: Ermittlungen eingestellt

Vergewaltigungsvorwurf gegen Frankreichs Innenminister: Ermittlungen eingestellt


Vergewaltigungsvorwurf gegen Frankreichs Innenminister: Ermittlungen eingestellt
Vergewaltigungsvorwurf gegen Frankreichs Innenminister: Ermittlungen eingestellt / Foto: © AFP/Archiv

Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin kann aufatmen: Ein bereits eingestelltes Ermittlungsverfahren gegen ihn wegen eines Vergewaltigungsvorwurfs wird nicht wieder aufgenommen. Das französische Kassationsgericht lehnte am Mittwoch einen Revisionsantrag der Klägerin ab, die dem Innenminister Vergewaltigung vorgeworfen hatte. Darmanin hatte eingeräumt, 2009 mit der Frau Geschlechtsverkehr gehabt zu haben, nachdem diese ihn um einen politischen Gefallen gebeten hatte. Seinen Angaben zufolge handelte es sich um einvernehmlichen Sex.

Textgröße ändern:

Die Klägerin Sophie Patterson-Spatz hatte Darmanin nach eigenen Angaben um Beistand in einer Rechtsangelegenheit gebeten, als dieser einen Posten in der Rechtsabteilung der konservativen Partei UMP hatte. Darmanin hatte ausgesagt, die Frau habe sich ihm aufgedrängt und er sei ihrem "Charme erlegen".

Die französische Justiz hatte mehrfach in dieser Sache ermittelt. Dabei ging es auch um einen Austausch von SMS mehrere Monate nach dem Akt. Patterson-Spatz schrieb damals an Darmanin: "Wer seine Position ausnutzt, ist für mich ein Dreckskerl (...) Wenn man bedenkt, wie viel Überwindung es mich gekostet hat, mit Dir zu ficken, damit Du Dich um meinen Fall kümmerst."

Die Antwort des späteren Ministers lautete: "Du hast Recht, ich bin sicher ein Dreckskerl. Was kann ich tun, damit Du mir verzeihst?" Nach Ansicht einer Untersuchungsrichterin habe Darmanin damit indirekt eingeräumt, dass er die Situation ausgenutzt habe.

"Recht und Moral dürfen jedoch nicht miteinander verwechselt werden", hieß es in der Begründung zur Einstellung des Verfahrens. Die Klägerin habe "sich aus freien Stücken zum Geschlechtsakt entschieden", um in einer anderen Justizangelegenheit die Wiederaufnahme eines Verfahrens zu erreichen.

Bei Darmanins Ernennung zum Minister hatte es heftige Proteste von Frauenrechtlerinnen gegeben. Präsident Emmanuel Macron hatte jedoch immer auf die geltende Unschuldsvermutung verwiesen.

T.F.Russell--TNT

Empfohlen

Möglicher Pestfall in Russland: WHO kann keine umfassende Risikobewertung vornehmen

Nach dem mutmaßlichen Lungenpestfall in Russland kann die Weltgesundheitsorganisation nach eigenen Angaben mangels russischer Angaben noch keine komplette Risikobewertung erstellen. "Wir haben noch nicht das vollständige Bild dieses Vorfalls und sind nicht in der Lage, eine umfassende Risikobewertung vorzunehmen", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch vor Journalisten. Es sei "essenziell", dass die russischen Behörden rasch die ihnen vorliegenden Informationen teilten.

Sachsen-Anhalt: SPD beendet Initiative für Regierungsbildung an AfD vorbei

Die SPD in Sachsen-Anhalt hat ihre Initiative für die Bildung einer sogenannten überparteilichen Regierung an der AfD vorbei beendet. "Wir haben nach der Wahl jede demokratische Möglichkeit geprüft und CDU, Grüne, Linke und BSW an einen Tisch eingeladen", erklärte SPD-Landeschefin Juliane Kleemann am Mittwoch in Magdeburg. Inzwischen sei jedoch "die Grundlage für weitere Gespräche weg". Sie fügte hinzu: "Wir werden niemandem hinterherlaufen."

Lange Themenliste: Koalitionsausschuss in Berlin zusammengekommen

Im Berliner Kanzleramt sind am Mittwochabend die Spitzen der Koalition zu ihrem ersten Koalitionsausschuss nach der Sommerpause zusammengekommen. Themen und Streitpunkte gibt es genug - von der Rentenreform über die Flexibilisierung des Arbeitsmarkts bis zur Zuckersteuer. Hier wollen Union und SPD ihre Arbeit für die kommenden Wochen und Monate abstecken.

Jahrestag des Hamas-Angriffs: Appelle für entschlossenen Einsatz gegen Antisemitismus

Solidaritätsbekundungen zum dritten Jahrestag des Hamas-Großangriffs auf Israel am 7. Oktober 2023: Die Bundesregierung hat am Mittwoch vor einem zunehmenden Antisemitismus in Deutschland gewarnt und einen entschlossenen Einsatz gegen Judenfeindlichkeit zugesichert. "Die Bundesregierung wird alles in ihrer Macht Stehende tun, um Antisemitismus in all seinen neuen und alten Formen konsequent zu bekämpfen", erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) warnte bei einer Gedenkveranstaltung in Berlin vor einer Regierungsbeteiligung von Antisemiten.

Textgröße ändern: