The National Times - Istanbul: Drei Tote und mehrere Verletzte bei Anschlagsversuch auf Justizpalast

Istanbul: Drei Tote und mehrere Verletzte bei Anschlagsversuch auf Justizpalast


Istanbul: Drei Tote und mehrere Verletzte bei Anschlagsversuch auf Justizpalast
Istanbul: Drei Tote und mehrere Verletzte bei Anschlagsversuch auf Justizpalast / Foto: © AFP

Bei einem mutmaßlichen Anschlagsversuch auf das wichtigste Gerichtsgebäude in Istanbul sind am Dienstag drei Menschen, darunter die beiden Angreifer, getötet worden. Auch ein Zivilist sei tot, fünf weitere Menschen seien verletzt worden, erklärte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Innenminister Ali Yerlikaya hatte zuvor mitgeteilt, dass zwei Angreifer - ein Mann und eine Frau - zwei Polizisten vor dem Gebäude angegriffen hätten und daraufhin erschossen worden seien. Die Polizei erklärte, ein Attentat vereitelt zu haben.

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Erdogan gratulierte den Sicherheitskräften, die den "heimtückischen Angriff durch ein rechtzeitiges Eingreifen verhindert" hätten. Zwei Terroristen, eine Frau und ein Mann, seien "neutralisiert" worden, sagte der Präsident am Rande einer Gedenkveranstaltung im Südosten der Türkei zum Jahrestag des verheerenden Erdbebens vom 6. Februar 2023. Die Türkei werde ihren Kampf gegen alle "Terrororganisationen" und deren Anhänger weiterhin entschlossen fortsetzen, betonte er.

Innenminister Yerlikaya schrieb in Onlinediensten von einem "Terroranschlag". Drei Polizisten und drei Zivilisten wurden seinen Angaben zufolge bei dem Angriff verletzt und ins Krankenhaus gebracht. Einer der Zivilisten erlag seinen Verletzungen.

Die Angreifer gehörten den Angaben des Innenministeriums zufolge der linksextremen Gruppe DHKP-C an. Die von Ankara und seinen westlichen Verbündeten als "Terrororganisation" eingestufte Gruppe hat seit den 1980er Jahren wiederholt Angriffe in der Türkei verübt. Zu der Attacke am Dienstag bekannte sich die DHKP-C zunächst nicht.

Die Behörden machten zunächst keine Angaben zu den bei dem Vorfall verwendeten Waffen. Ein Augenzeuge berichtete der Nachrichtenagentur AFP vor Ort jedoch von einem Schusswechsel. "Ich habe gesehen, wie zwei Menschen, ein Mann und eine Frau, auf die Polizei schossen. Der Mann wurde zuerst erschossen. Die Frau gab noch ein paar Schüsse ab", erklärte der 25-jährige Zeuge. "Ich habe 20 bis 25 Schüsse gehört. Es brach eine große Panik (...) aus. Wir wussten nicht, in welche Richtung wir gehen sollten."

Das Justizministerium kündigte an, eine Untersuchung wegen "Terrorismus" einzuleiten. Der Zugang zu dem Gerichtsgebäude wurde zunächst gesperrt.

Auf Bildern vom Ort des Angriffs vor dem Haupteingang des Justizpalasts Caglayan waren zwei auf dem Boden liegende Leichen zu sehen. In dem Gebäude hatten in den vergangenen Jahren einige der aufsehenerregendsten Gerichtsverfahren des Landes stattgefunden.

Unter anderem fanden dort auch Termine der Gerichtsverfahren gegen die in der Türkei angeklagten deutschen Journalisten Deniz Yücel und Mesale Tolu sowie gegen den Menschenrechtsaktivisten Peter Steudtner statt.

In den vergangenen Jahren gab es wiederholt Bombenanschläge und andere Angriffe in der Türkei, die mit dschihadistischen Kämpfern und militanten Kurden in Verbindung gebracht wurden. Trotz eines Rückgangs sind Istanbul und die Hauptstadt Ankara weiterhin in höchster Alarmbereitschaft.

Im vergangenen Monat war ein Mann von zwei Bewaffneten erschossen worden, die in einer katholischen Kirche in Istanbul das Feuer eröffnet hatten. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte die Tat für sich.

Im Oktober verletzten zwei Angreifer zwei Polizisten bei einem Angriff auf das Regierungsviertel in Ankara, zu dem sich die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) bekannte. Die Türkei reagierte darauf mit verstärkten Luftangriffen auf kurdische Ziele in Syrien und im Irak.

Die laut Regierung für den nun in Istanbul erfolgten Anschlag verantwortliche linksextreme Gruppierung DHKP-C wendet sich insbesondere gegen den internationalen Einfluss der USA im Nahen Osten und anderen Weltregionen. Im Jahr 2014 setzte die US-Regierung eine Belohnung in Höhe von drei Millionen Dollar auf einen der DHKP-C-Anführer aus.

Im Februar 2013 hatte die DHKP-C einen Selbstmordanschlag auf die US-Botschaft in der türkischen Hauptstadt Ankara verübt, bei der ein Wachmann mit in den Tod gerissen wurde.

A.M.Owen--TNT

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