The National Times - Ein Mensch bei Gewalt nach umstrittener Wahl auf den Komoren getötet

Ein Mensch bei Gewalt nach umstrittener Wahl auf den Komoren getötet


Ein Mensch bei Gewalt nach umstrittener Wahl auf den Komoren getötet
Ein Mensch bei Gewalt nach umstrittener Wahl auf den Komoren getötet / Foto: © AFP

Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl auf den Komoren ist ein Mensch getötet worden. Das 21-jährige Todesopfer sei "sehr wahrscheinlich durch einen Schuss" tödlich verletzt worden, sagte Djabir Ibrahim, Leiter der Notfallaufnahme des Al-Maarouf-Krankenhauses in der Hauptstadt Moroni, am Donnerstag. Fünf weitere Menschen seien bei der Gewalt in dem ostafrikanischen Inselstaat verletzt worden, davon einer lebensgefährlich.

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Auch am Donnerstag gab es in Moroni Spannungen zwischen Gruppen von jungen Menschen und der Polizei. In den Gassen der Innenstadt warfen junge, oft maskierte Männer Steine auf Polizisten, die daraufhin Tränengas einsetzten. "Wir kämpfen seit 24 Stunden, weil wir mit den Ergebnissen der Wahl nicht einverstanden sind", sagte ein junger Mann der Nachrichtenagentur AFP. Deshalb hätten sie auch öffentliche Gebäude niedergebrannt.

Die Einwohner der Komoren, die im Indischen Ozean östlich von Mosambik liegen, hatten am Sonntag einen neuen Präsidenten gewählt. Nach offiziellen Angaben gewann erneut der umstrittene Amtsinhaber Azali Assoumani. Die Opposition prangert jedoch Wahlbetrug an und fordert eine Annullierung der Abstimmung. Assoumani, dem vorgeworfen wird, politische Gegner einzusperren oder ins Exil zu verbannen, wies die Vorwürfe zurück.

Auch am Mittwoch hatte es in mehreren Stadtteilen Moronis Zusammenstöße gegeben. Dabei wurden auch Häuser demoliert, geplündert und in Brand gesetzt, darunter das Haus eines Ministers, die Örtlichkeiten eines staatlichen Unternehmens und ein Reislager. Am Mittwochabend wurde eine nächtliche Ausgangssperre für die drei Inseln des Staates verhängt.

Die Komoren erlangten im Jahr 1975 ihre Unabhängigkeit von Frankreich. Seit damals hat es bereits 20 Putsche oder Putschversuche gegeben. Nach Angaben der Weltbank leben 45 Prozent der rund 900.000 Einwohner unter der Armutsgrenze.

A.M.Owen--TNT

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