The National Times - Pläne für Lauterbach-Entführung: Weiterer mutmaßlicher Reichsbürger festgenommen

Pläne für Lauterbach-Entführung: Weiterer mutmaßlicher Reichsbürger festgenommen


Pläne für Lauterbach-Entführung: Weiterer mutmaßlicher Reichsbürger festgenommen
Pläne für Lauterbach-Entführung: Weiterer mutmaßlicher Reichsbürger festgenommen / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Wegen des Verdachts der Unterstützung eines terroristischen Vereinigung haben Ermittler in Schleswig-Holstein einen mutmaßlichen Reichsbürger festgenommen. Der 66-Jährige aus der Nähe von Bad Bramstedt soll in die Pläne einer Gruppierung von Reichsbürgern eingeweiht gewesen sein, die mutmaßlich die Entführung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sowie Bombenanschläge vorbereitete, wie die für die Ermittlungen zuständige Hamburger Generalstaatsanwaltschaft am Donnerstag erklärte.

Textgröße ändern:

Die fragliche Reichsbürgergruppe soll sich laut Ermittlern spätestens im Januar des vergangenen Jahres zusammengeschlossen haben, um die demokratische Grundordnung durch ein autoritäres Regierungssystem nach dem Vorbild der Verfassung des Deutschen Reiches von 1871 zu ersetzen. Um das zu erreichen, sollen sie Sprengstoffanschläge auf die Energieversorgung geplant haben, um wochenlange Stromausfälle herbeizuführen.

Außerdem soll die Gruppe, die von den Behörden als terroristische Vereinigung eingestuft wird, die Entführung von Gesundheitsminister Lauterbach geplant haben. Dabei soll sie laut Ermittlern auch die Tötung von Personenschützern billigend in Kauf genommen haben.

Der 66-Jährige soll laut Staatsanwaltschaft von den Plänen gewusst haben und sich bereit erklärt haben, bei dem Umsturz mitzumachen. Außerdem soll er an einem Gruppentreffen teilgenommen haben. Gegen ihn bestehe darüber hinaus der Verdacht, im Oktober einen Revolver samt Munition besessen zu haben, erklärte die Behörde. Gegen ihn sei mit Unterstützung von Einsatzkräften des schleswig-holsteinischen Landeskriminalamts ein Haftbefehl vollstreckt worden. Zudem gab es Durchsuchungen.

Seit Mai verhandelt das Oberlandesgericht im rheinland-pfälzischen Koblenz gegen fünf mutmaßliche Mitglieder der Reichsbürgergruppe. Der Generalbundesanwalt wirft ihnen die Gründung einer Terrororganisation und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor. Ihr Plan soll es demnach gewesen sein, bürgerkriegsähnliche Zustände mit Gewalt in Deutschland auszulösen, um die Demokratie zu beseitigen.

Nach Beginn des Prozesses gab es bereits zuvor weitere Festnahmen in Zusammenhang mit der Gruppierung und ihren Plänen. Zuletzt wurden im Oktober fünf mutmaßliche Mitglieder oder Unterstützer festgenommen.

Die Hamburger Generalstaatsanwaltschaft ist auch für Ermittlungen etwa wegen Terrorismus in Schleswig-Holstein zuständig. Dies haben die Bundesländer in entsprechenden Staatsverträgen so vereinbart.

L.Graham--TNT

Empfohlen

Gouverneur: Mindestens fünf Tote in Charkiw bei russischen Angriffen mit Lenkbomben

Bei russischen Angriffen mit Lenkbomben auf die Stadt Charkiw im Osten der Ukraine sind nach Angaben des örtlichen Gouverneurs mindestens fünf Menschen getötet worden. 30 Verletzte seien in Krankenhäusern, erklärte Gouverneur Oleh Synehubow am Montag im Onlinedienst Telegram. Drei von ihnen seien lebensgefährlich verletzt worden.

Merz betont Bedeutung der Sicherheit des Baltikums für die Sicherheit Deutschlands

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat anlässlich des Besuchs des litauischen Ministerpräsidenten Mindaugas Sinkevicius in Berlin die Bedeutung der Sicherheit des Baltikums für Deutschland unterstrichen. "Die Sicherheit des Baltikums ist die Sicherheit Deutschlands und die Sicherheit von Berlin wird auch in Vilnius verteidigt", sagte Merz am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Sinkevicius im Bundeskanzleramt.

In Ungnade gefallener Top-Republikaner Dennis Hastert stirbt 84-jährig

Er galt einst als einer der mächtigsten Politiker in Washington und musste später im Zusammenhang mit dem Missbrauch von Jungen ins Gefängnis - nun ist der frühere Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Dennis Hastert, tot. Er starb im Alter von 84 Jahren in seinem Haus im Großraum von Chicago "eines natürlichen Todes", wie die Behörden im Bundesstaat Illinois am Montag mitteilten.

AfD will EU und Eurozone reformieren - Boehringer bestreitet Kurswechsel

Europapolitiker der AfD haben sich von der Forderung nach einem Austritt Deutschlands aus der Eurozone und der EU distanziert. In einem neuen Strategiepapier, das der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag, fordern AfD-Abgeordnete aus Europaparlament, Bundestag und Landtagen stattdessen eine grundlegende Reform der EU und des gemeinsamen Währungssystems.

Textgröße ändern: