The National Times - Bartsch ruft Linke vor Fraktions-Auflösung zu Neuanfang auf

Bartsch ruft Linke vor Fraktions-Auflösung zu Neuanfang auf


Bartsch ruft Linke vor Fraktions-Auflösung zu Neuanfang auf
Bartsch ruft Linke vor Fraktions-Auflösung zu Neuanfang auf / Foto: © AFP/Archiv

Vor dem geplanten Beschluss zur Selbstauflösung der Linksfraktion im Bundestag hat Noch-Fraktionschef Dietmar Bartsch seine Partei zu einem Neuanfang aufgerufen. "Die Linke ist nicht tot, aber es liegt an uns, ob wir einen Aufbruch hinkriegen", sagte Bartsch am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Mit der "lähmenden Selbstbeschäftigung" und mit Streit müsse es vorbei sein.

Textgröße ändern:

Stattdessen forderte Bartsch die Linke auf, "zurück zur Politik" zu kommen. Das Land brauche "offensichtlich" eine "soziale Opposition von links". Bartsch kündigte außerdem an, dass die "Frage des besonderen Engagements für die neuen Länder" wieder eine größere Rolle bei der Linken spielen solle.

Der Verlust des Fraktionsstatus im Bundestag sei "natürlich ein Einschnitt", die parlamentarischen Möglichkeiten würden für die Linke dadurch "geringer". Die Linke im Bundestag werde alles dafür tun, möglichst schnell als Gruppe anerkannt zu werden.

"Es liegt an uns, ob wir es schaffen, Politik, Politik und nochmals Politik zu betreiben, oder ob es weiterhin Auseinandersetzungen gibt", sagte Bartsch weiter. Streitereien interessierten die Menschen nicht. Sie wollten angesichts der Herausforderungen "linke Antworten und linke Kritik an der Bundesregierung hören".

Wer acht Mal hinfalle, müsse neun Mal aufstehen, sagte Bartsch. "Hingefallen waren wir schon mehrfach, und wir sind bisher immer wieder aufgestanden." Er selbst werde seinen Beitrag dazu leisten, dass die Linke wieder aufstehe, sagte Bartsch.

In einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk bezeichnete Bartsch den Verlust des Fraktionsstatus am Dienstagmorgen als "wahnsinnigen Einschnitt". Aufgabe sei nun, später wieder zur Fraktion zu werden und sich als "die linke Opposition zur Ampel zu sein" zu profilieren.

"Wir werden auch bei den anstehenden Haushaltsberatungen noch als Fraktion agieren und dort die verheerende Kürzungspolitik der Ampel angreifen und Alternativen aufzeigen", sagte Bartsch. Ob er nach Verlust des Fraktionsstatus als Chef einer Linken-Gruppe im Bundestag zur Verfügung stehe, wollte Bartsch nicht sagen.

Bei der Fraktionssitzung am Dienstag will die Linksfraktion ihre Liquidierung beschließen. Mit dem Beschluss zieht die Fraktion die Konsequenz aus dem Parteiaustritt von Sahra Wagenknecht und neun weiteren Abgeordneten. Nach der Auflösung würde die Linke nur noch 28 Abgeordnete im Bundestag zahlen und kann damit keine Fraktion mehr sein - dafür wäre eine Mindestzahl von 37 Abgeordneten nötig.

Die Linke will im Parlament einen Antrag auf Anerkennung als Gruppe stellen. Damit hätten sie etwas mehr Rechte. Dafür muss aber der Bundestag zustimmen.

L.Graham--TNT

Empfohlen

Berliner CDU-Chef Evers sieht "fehlende Empathie und Nahbarkeit" bei Merz

Der Berliner CDU-Chef Stefan Evers hat Zweifel, ob Friedrich Merz (CDU) noch der Richtige für das Amt des Bundeskanzlers ist. Dem "Tagesspiegel" vom Montag sagte Evers: "Jeder Spitzenpolitiker muss im Sinne der Sache immer wieder bewerten, ob irgendwann ein Punkt erreicht ist, an dem man den eigenen Überzeugungen womöglich mehr im Wege steht, als dass man ihnen nutzt."

Präsidentenstichwahl in Brasilien zwischen rechtem Bolsonaro und linkem Lula

Bei der Präsidentschaftswahl in Kolumbien haben es der rechtsgerichtete Senator Flávio Bolsonaro und der linksgerichtete Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva in die Stichwahl geschafft. In der ersten Runde kam Bolsonaro am Sonntag laut Wahlgericht auf überraschend starke 47 Prozent der Stimmen, der als Favorit geltende Lula landete mit 45 Prozent auf Platz zwei. Die Wahl gilt als richtungsweisend für einen möglichen Rechtsruck in der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas.

Merz empfängt litauischen Ministerpräsidenten Sinkevicius im Kanzleramt

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) empfängt am Montag (16.00 Uhr) den litauischen Ministerpräsidenten Mindaugas Sinkevicius mit militärischen Ehren im Bundeskanzleramt. Das Treffen findet im Rahmen eines zweitägigen Arbeitsbesuchs des litauischen Regierungschefs in Berlin statt. Im Zentrum der Gespräche stehen Fragen der Sicherheit, insbesondere mit Blick auf hybride Bedrohungen, die Stärkung der Nato-Ostflanke sowie der Aufbau der deutschen Brigade in Litauen.

Bundespräsident Steinmeier verleiht Schlagerlegende Nana Mouskouri Verdienstorden

Die aus Griechenland stammende Schlagerlegende Nana Mouskouri wird am Montag (11.00 Uhr) zum Tag der deutschen Einheit mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verleiht der 91-Jährigen den Preis zur Anerkennung ihres Einsatzes für Frieden und Freiheit. Dass sie als Sängerin nach Kriegsende einen Prozess der Aussöhnung eingeleitet habe, präge bis heute das Griechenlandbild der Deutschen.

Textgröße ändern: