The National Times - Scholz sichert Bundeswehr "dauerhaft" höheren Verteidigungsetat zu

Scholz sichert Bundeswehr "dauerhaft" höheren Verteidigungsetat zu


Scholz sichert Bundeswehr "dauerhaft" höheren Verteidigungsetat zu
Scholz sichert Bundeswehr "dauerhaft" höheren Verteidigungsetat zu / Foto: © AFP

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat der Bundeswehr "dauerhaft" einen höheren Verteidigungsetat zugesichert. Dies gelte auch für die Zeit, wenn das 100 Milliarden Euro schwere Sondervermögen für die Bundeswehr aufgebraucht sei, sagte Scholz bei der Bundeswehrtagung in Berlin. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) verteidigte dort seine Äußerung, die Bundeswehr müsse angesichts der veränderten Bedrohungslage seit Russlands Angriff auf die Ukraine wieder "kriegstüchtig" werden.

Textgröße ändern:

Deutschland werde "dauerhaft" zwei Prozent seiner Wirtschaftsleistung für Verteidigung ausgeben, sagte Scholz. Dies gelte "die ganzen 20er Jahre hinüber, die 30er Jahre", sagte er. Denn es stehe "völlig außer Frage, dass die Zeitenwende, die Russlands Angriffskrieg bedeutet, ein langfristiges dauerhaftes Umsteuern erfordert" und die Bundeswehr langfristig Rüstungsgüter beschaffen müsse.

Scholz hatte das Sondervermögen kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 angekündigt. Es soll die über Jahre zusammengesparte Bundeswehr wieder fit für die Landes- und Bündnisverteidigung machen. Aus dem Sondertopf werden nun umfangreiche Rüstungskäufe finanziert - vom Tarnkappenjet über neue Fregatten bis zum Schützenpanzer.

Pistorius nutzte seine Rede bei der Tagung, um ausführlich seine umstrittene Äußerung zur "Kriegstüchtigkeit" zu erläutern. Er wisse, dass dies hart klinge und einige erschreckt habe, sagte der Minister. Er sage dies aber "nicht mit Leichtfertigkeit". Der Krieg sei "zurück in Europa" und darauf müsse sich Deutschland einstellen.

"Ein souveränes Land muss in der Lage sein, sich gegen äußere Feinde im Ernstfall zur Wehr zu setzen", sagte Pistorius. "Das Ziel muss es sein, es gar nicht erst zum Ernstfall kommen zu lassen durch eine effektive Abschreckung: Krieg führen können, um keinen Krieg führen zu müssen." Dies bedeute es, "kriegstüchtig" zu sein. Dabei gehe es "nicht um Kriegstreiberei", sondern darum, Deutschlands Sicherheit zu gewährleisten.

Für die Bundeswehr bedeute dies, dass sie ausreichende Ausrüstung und Personal, aber auch eine neue Mentalität und effizientere Strukturen brauche. Eine starke Rüstungsindustrie sei zudem ein wichtiger Faktor für die Stärkung der Bundeswehr, betonte Pistorius. Im Interesse der Industrie, aber auch im nationalen Interesse forderte er, die deutsche Rüstungsexportpolitik zu lockern. Sie werde "derzeit weder der Zeitenwende, noch der nationalen Sicherheitsstrategie noch der weltweit verschärften geopolitischen Lage gerecht", sagte er. "Das schadet dem Ansehen Deutschlands."

Scholz lehnte unterdessen Forderungen nach einer Rückkehr zur Wehrpflicht ab, um die Bundeswehr ausreichend mit Personal zu versorgen. Aus seiner Sicht sei es "keine gute Idee", die 2011 beschlossene Aussetzung der Wehrpflicht und die Umstrukturierung der Bundeswehr zur Berufsarmee "wieder rückabzuwickeln".

Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Johann Wadephul (CDU), forderte hingegen, eine allgemeine Dienstpflicht zu prüfen. Denn es sei "völlig unklar", was Pistorius "angesichts der existenziell werdenden Nachwuchsprobleme" unternehmen wolle, sagte er der "Rheinischen Post".

Scholz warb angesichts der gewachsenen Herausforderungen für "mehr Verständnis und Respekt für die Truppe". Er unterstützte dabei Vorschläge aus dem Bundestag, einen "Veteranentag" einzuführen. Dies begrüßte auch Pistorius.

T.Bailey--TNT

Empfohlen

Präsidentenstichwahl in Brasilien zwischen rechtem Bolsonaro und linkem Lula

Bei der Präsidentschaftswahl in Kolumbien haben es der rechtsgerichtete Senator Flávio Bolsonaro und der linksgerichtete Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva in die Stichwahl geschafft. In der ersten Runde kam Bolsonaro am Sonntag laut Wahlgericht auf überraschend starke 47 Prozent der Stimmen, der als Favorit geltende Lula landete mit 45 Prozent auf Platz zwei. Die Wahl gilt als richtungsweisend für einen möglichen Rechtsruck in der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas.

Merz empfängt litauischen Ministerpräsidenten Sinkevicius im Kanzleramt

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) empfängt am Montag (16.00 Uhr) den litauischen Ministerpräsidenten Mindaugas Sinkevicius mit militärischen Ehren im Bundeskanzleramt. Das Treffen findet im Rahmen eines zweitägigen Arbeitsbesuchs des litauischen Regierungschefs in Berlin statt. Im Zentrum der Gespräche stehen Fragen der Sicherheit, insbesondere mit Blick auf hybride Bedrohungen, die Stärkung der Nato-Ostflanke sowie der Aufbau der deutschen Brigade in Litauen.

Bundespräsident Steinmeier verleiht Schlagerlegende Nana Mouskouri Verdienstorden

Die aus Griechenland stammende Schlagerlegende Nana Mouskouri wird am Montag (11.00 Uhr) zum Tag der deutschen Einheit mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verleiht der 91-Jährigen den Preis zur Anerkennung ihres Einsatzes für Frieden und Freiheit. Dass sie als Sängerin nach Kriegsende einen Prozess der Aussöhnung eingeleitet habe, präge bis heute das Griechenlandbild der Deutschen.

Präsidentschaftswahl in Brasilien: Bolsonaro knapp vor Lula - Stichwahl Ende Oktober

Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Brasilien hat der rechtsgerichtete Senator Flávio Bolsonaro knapp vor dem linksgerichteten Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva gelegen. Der 45-Jährige kam am Sonntag nach Angaben des Wahlgerichts nach Auszählung der Stimmen von rund 99 Prozent der Wahlbüros auf rund 47 Prozent. Er lag damit knapp vor dem 80-jährigen Lula, der knapp 45 Prozent erreichte. Beide Kandidaten treten nun am 25. Oktober in einer Stichwahl gegeneinander an, da keiner von ihnen mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen erzielte.

Textgröße ändern: