The National Times - Mehr als drei Jahre Haft für zwei junge IS-Anhänger in Hamburg

Mehr als drei Jahre Haft für zwei junge IS-Anhänger in Hamburg


Mehr als drei Jahre Haft für zwei junge IS-Anhänger in Hamburg
Mehr als drei Jahre Haft für zwei junge IS-Anhänger in Hamburg / Foto: © AFP/Archiv

Zwei junge Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) sind am Montag vom Hamburger Oberlandesgericht zu Haftstrafen von mehr als drei Jahren verurteilt worden. Nach Angaben eines Gerichtssprechers sahen es die Richterinnen und Richter als erwiesen an, dass sich die beiden Angeklagten im Alter von 17 und 20 Jahren als Unterstützer beziehungsweise Mitglied des IS betätigt hatten. Der Jüngere dachte darüber hinaus zusätzlich über einen Terroranschlag nach.

Textgröße ändern:

Laut Anklage plante der Jugendliche zunächst einen Bombenanschlag mit einem Sprengstoffgürtel, bevor er sich dann aus Angst vor Entdeckung mit der Idee eines Messerangriffs auf Polizisten befasste. Nach Feststellungen des Gerichts handelte es sich aber um eher abstrakte Überlegungen weit im Vorfeld einer möglichen Attacke. Konkrete Anschlagsplanungen gab es nicht.

Der aus Bremerhaven stammende 20-Jährige und der seinerzeit in Iserlohn in Nordrhein-Westfalen lebende 17-Jährige hatten sich laut Anklage im vergangenen Jahr über ein soziales Netzwerk kennen gelernt. Der Ältere stand demnach mit einem Vertreter eines IS-Ablegers in Afghanistan in Kontakt und verbreitete unter anderem Propaganda der Dschihadisten und warb damit um neue Mitglieder.

Er wurde dafür wegen Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung sowie weiterer Delikte zu drei Jahren und drei Monaten Haft nach dem Jugendstrafrecht verurteilt. Der jüngere Angeklagte erhielt wegen Unterstützung einer ausländischen Terrorvereinigung und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftaten eine Jugendstrafe von drei Jahren und sechs Monaten.

Beide Beschuldigten waren vor Gericht geständig. Die anklageführende Bundesanwaltschaft forderte in ihrem Plädoyer jeweils vierjährige Haftstrafen. Auch die Verteidigung plädierte in dem nicht öffentlich geführten Verfahren laut Gericht auf Freiheitsstrafen.

Dem älteren Beschuldigten wurde in dem im Juni begonnenen Prozess unter anderem auch vorgeworfen, eine Anleitung zum Bombenbau verbreitet zu haben sowie Videos mit Gewalttaten des IS im Internet veröffentlicht zu haben.

Das Hamburger Oberlandesgericht übernimmt auch Staatsschutzverfahren aus den Bundesländern Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Dies vereinbarten die Länder in Staatsverträgen zur Aufgabenteilung in der Justiz.

D.S.Robertson--TNT

Empfohlen

Teilergebnisse: Pro-EU-Partei von Lettlands Regierungschef Kulbergs liegt vorn

Bei der Parlamentswahl in Lettland ist die Regierungspartei von Ministerpräsident Andris Kulbergs Teilergebnissen zufolge wie erwartet stärkste Kraft geworden - womit der Baltenstaat seinen proeuropäischen und proukrainischen Kurs fortsetzen dürfte. Kulbergs Mitte-rechts-Partei Vereinte Liste erzielte nach Auszählung der Hälfte aller Wahlzettel 35,8 Prozent der Stimmen, wie die Wahlkommission am Sonntag bekanntgab.

Wahlen in in Bosnien und Herzegowina zu zentralem Staatspräsidium und Parlamenten

In Bosnien und Herzegowina wird am Sonntag gewählt. Die Bürgerinnen und Bürger des in einen serbischen und einen kroatisch-muslimischen Teilstaat geteilten Landes bestimmen das zentrale Parlament und die beiden regionalen Parlamente neu. Auch wählen sie die Präsidenten der Teilrepubliken und das dreiköpfige Staatspräsidium des Zentralstaats. Die Präsidentschaft ist mit einem Kroaten, einem bosnischen Muslim und einem Serben besetzt.

Lula gegen Bolsonaro-Sohn: Brasilien wählt Präsidenten und Parlament

Brasilien wählt am Sonntag seinen Präsidenten sowie große Teile seines Parlaments. Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva und sein wichtigster Herausforderer Flávio Bolsonaro liegen in den Umfragen eng beieinander. Erreicht keiner der Kandidaten mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen, findet am 25. Oktober eine Stichwahl statt.

Rechtsextreme Gruppen wollen in Madrid zu Protestcamp gegen Wohnungsnot vordringen

Inmitten der seit Tagen anhaltenden Proteste gegen die Wohnungsnot in Spanien haben sich am Samstagabend Dutzende Mitglieder rechtsextremer Gruppe im Zentrum von Madrid versammelt. Einige versuchten, das auf der Plaza del Sol von Aktivisten errichtete Protestcamp zu erreichen, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Einige aus der Gruppe zeigten den Hitlergruß. Die Polizei verstellte den Rechtsextremen den Weg in das Protestcamp.

Textgröße ändern: