The National Times - Russland verschärft im Ukraine-Konflikt den Ton gegenüber Washington

Russland verschärft im Ukraine-Konflikt den Ton gegenüber Washington


Russland verschärft im Ukraine-Konflikt den Ton gegenüber Washington
Russland verschärft im Ukraine-Konflikt den Ton gegenüber Washington

Ungeachtet aller diplomatischen Anstrengungen spitzt sich der Konflikt zwischen Russland und dem Westen um die Ukraine immer weiter zu. Moskau warf der US-Regierung am Dienstag vor, die Spannungen in dem Konflikt durch das Versetzen tausender Soldaten in Alarmbereitschaft anzuheizen. Die Ukraine meldete die Zerschlagung einer prorussischen Gruppierung, die nach Darstellung des Inlandsgeheimdienstes "bewaffnete Angriffe" auf wichtige Infrastruktur geplant hatte.

Textgröße ändern:

"Die Vereinigten Staaten sorgen für eine Eskalation der Spannungen", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow vor Journalisten. Moskau blicke mit "großer Besorgnis" auf die US-Aktivitäten.

Das US-Verteidigungsministerium hatte am Montag die Versetzung von 8500 Soldaten in "erhöhte Alarmbereitschaft" bekanntgegeben. Ein Pentagon-Sprecher sagte, die Soldaten könnten innerhalb von fünf Tagen die aus 40.000 Soldaten bestehende schnelle Eingreiftruppe der Nato verstärken.

Die Nato kündigte die Entsendung von Schiffen und Kampfflugzeugen nach Europa an. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg schrieb auf Twitter, eine "neue Aggression" Russlands gegen die Ukraine würde "schwere Kosten" verursachen.

Der Westen beschuldigt Russland, einen Einmarsch in die Ukraine vorzubereiten. In den vergangenen Wochen hat Russland rund 100.000 Soldaten an der Grenze zum Nachbarland zusammengezogen. Am Dienstag gab das russische Verteidigungsministerium den Start neuer Militärübungen im Süden des Landes und auf der Krim bekannt.

Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU teilte derweil mit, er habe eine Gruppierung zerschlagen, die im Auftrag Russlands Angriffe auf zentrale Infrastruktur in der Ukraine geplant habe um das Land zu "destabilisieren". Zwei Menschen mit Wohnsitz in der Ukraine, darunter ein Russe, seien festgenommen worden. Geheimdienstmitarbeiter hätten "explosives Material, Kleinwaffen und Munition" sichergestellt.

Russland bestreitet jegliche Invasionspläne und wirft Kiew und der Nato "Provokationen" vor. Von dem Militärbündnis verlangt Russlands Präsident Wladimir Putin umfassende "Sicherheitsgarantien", darunter einen Verzicht auf eine weitere Osterweiterung und den Abzug ausländischer Nato-Soldaten aus ehemaligen Ostblockstaaten. Die Nato weist die Forderungen unter Verweis auf die Bündnisfreiheit souveräner Staaten zurück.

Am Montag beriet US-Präsident Joe Biden in einer Videokonferenz mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und weiteren europäischen Verbündeten über die Krise. Zwischen den Partnern bestehe "völlige Einigkeit" hinsichtlich des Umgangs mit Russland, sagte Biden im Anschluss. Scholz erklärte, die Teilnehmer seien "gemeinsam der Auffassung, dass es an Russland liegt, sichtbare Schritte der Deeskalation vorzunehmen".

Vertreter des Westens bemühen sich seit Wochen um einen diplomatischen Ausweg aus der Krise. Am Mittwoch kommen in Paris politische Berater Deutschlands, Frankreichs, Russlands und der Ukraine zu Gesprächen im sogenannten Normandie-Format zusammen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will seinem russischen Kollegen Putin laut Elysée-Palast bei einem Telefonat "in den nächsten Tagen" einen "Weg der Deeskalation" aufzeigen.

Trotz der demonstrativen Einigkeit der USA und der Europäer in der Krise sind in den vergangenen Wochen auch Differenzen zwischen den Partnern deutlich geworden. Kritik gibt es unter anderem an Deutschland wegen der Weigerung der Bundesregierung, Defensivwaffen an die Ukraine zu liefern.

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, bekräftigte am Dienstag seine Forderung nach deutschen Waffenlieferungen. Als Nicht-Nato-Mitglied stehe die Ukraine "allein" vor der "größten Gefahr seit dem Zweiten Weltkrieg", sagte er im ZDF-"Morgenmagazin". Berlin habe die moralische Verpflichtung, Kiew mit Waffen zur Selbstverteidigung zu unterstützen.

Die USA hatten ihre Unterstützung für die Ukraine im Sicherheitsbereich zuletzt aufgestockt; nach einer ersten Lieferung am Samstag sollte am Dienstag eine weitere Lieferung unter anderem mit militärischer Schutzausrüstung und Munition in Kiew eintreffen.

Die USA sowie Großbritannien und Australien hatten zu Wochenbeginn die Ausreise von Angehörigen ihrer Diplomaten aus Kiew angeordnet. Sowohl Kiew als auch die EU bezeichneten den Schritt als verfrüht, der Kreml warf den Ländern "Hysterie" vor.

S.Clarke--TNT

Empfohlen

USA: Keine Pläne für Waffenverkauf an China

Die USA halten nach Angaben aus Washington an ihrem langjährigen Waffenembargo gegen China fest. "Die US-Regierung hat keine Pläne, Waffen an China zu verkaufen", sagte ein Regierungsvertreter am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Er wies damit Angaben des US-Botschafters in China, David Perdue, zurück.

Eine Tote bei russischem Angriff auf Akademie der Wissenschaften in Kiew

Bei einem russischen Drohnenangriff auf die Akademie der Wissenschaften im normalerweise gut geschützten Zentrum der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist nach ukrainischen Angaben eine Frau getötet worden. Sechs weitere Menschen seien verletzt worden, erklärte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Montag. Derweil wurde nach ukrainischen Angaben ein Grenzübergang zu Polen bei einem russischen Drohnenangriff beschädigt.

Nato-Kommandeur: Russlands Sabotage "immer dreister" - funktioniert aber nicht

Nach den Worten des Oberbefehlshabers der Nato-Truppen in Europa, US-General Alexus Grynkewich, hat die "russische Sabotagekampagne" in Europa für den Kreml keinen Erfolg. Die "staatlich gesteuerte Sabotage" werde zwar "immer dreister", sagte Grynkewich am Montag vor EU-Abgeordneten. Dennoch halte das die europäischen Länder nicht davon ab, die Ukraine weiter zu unterstützen.

Großbritannien legt neues Programm zur Aufnahme von Flüchtlingen auf

Großbritannien will mit einem neu aufgelegten Programm hunderte Flüchtlinge aufnehmen. "Wir werden schutzbedürftige Flüchtlinge aus aller Welt aufnehmen und ihnen die Chance auf ein neues und besseres Leben hier in Großbritannien geben", sagte Innenministerin Shabana Mahmood am Montag beim jährlichen Parteitag der regierenden Labour-Partei in Liverpool. Etwa ein Viertel der Flüchtlinge sollen Frauen und Mädchen aus Afghanistan sowie Palästinenser sein.

Textgröße ändern: