The National Times - Russischer Außenminister wirft Westen "direkten" Kampf gegen Moskau vor

Russischer Außenminister wirft Westen "direkten" Kampf gegen Moskau vor


Russischer Außenminister wirft Westen "direkten" Kampf gegen Moskau vor
Russischer Außenminister wirft Westen "direkten" Kampf gegen Moskau vor / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP

Während die Ukraine am Wochenende einen Durchbruch der Frontlinie meldete, hat Russlands Außenminister Sergej Lawrow den westlichen Staaten vorgeworfen, durch ihre Unterstützung für Kiew "direkt" gegen Moskau zu kämpfen. Mit Verweis auf Finanzhilfen und Waffenlieferungen sprach Lawrow am Rande der UN-Vollversammlung in New York von einem "hybriden Krieg". Der Westen "kämpft de facto gegen uns, indem er die Hände und Körper von Ukrainern benutzt", sagte Lawrow vor Journalisten.

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Die USA und europäische Staaten betonen immer wieder eindringlich, dass sie sich trotz der Lieferung von Waffensystemen nicht im Krieg mit Russland befinden, sondern die Ukraine bei ihrer Verteidigung unterstützen. Lawrow verwies hingegen auf Militärausrüstung im Wert von Milliarden Dollar für Kiew sowie auf die Unterstützung des US- und des britischen Geheimdienstes und die Präsenz westlicher Militärberater in der Ukraine. "Sie können es nennen wie Sie wollen, aber sie kämpfen mit uns, sie kämpfen direkt mit uns", sagte der russische Chefdiplomat.

Lawrow äußerte sich am Rande der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York, bei der sich alle Augen auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gerichtet hatten, der zu größerer Unterstützung im Kampf gegen die Invasion aufgerufen hatte.

Unterdessen meldete die ukrainische Armee Erfolge an der Front im Süden des Landes. In der Nähe des Dorfes Werbowe in der Region Saporischschja seien die russischen Verteidigungslinien durchbrochen worden, erklärte der verantwortliche General Oleksandr Tarnawskiji am Samstag in einem Interview mit dem US-Sender CNN. Er gestand jedoch auch ein, dass die im Juni gestartete Gegenoffensive langsamer vorankomme als erhofft.

Laut Tarnawskiji wäre ein wichtiger Durchbruch die Rückeroberung der Stadt Tokmak etwa 20 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Diese würde es der ukrainischen Armee erlauben, weiter in Richtung der annektierten Halbinsel Krim zu vorzustoßen, sagte er CNN.

Das Interview wurde einen Tag nach dem ukrainischen Angriff auf das Hauptquartier der russischen Schwarzmeerflotte auf der Krim ausgestrahlt. Dabei wurden der ukrainischen Armee zufolge auch hochrangige russische Marineoffiziere getötet.

Der Erfolg der Gegenoffensive hänge nicht nur von den Geschehnissen an der Front, sondern auch von der Zerstörung von Kommandozentralen ab, was für "Durcheinander auf dem Schlachtfeld" sorge, betonte Tarnawskiji im US-Fernsehen. Angriffe auf die Krim würden auch die Moral der ukrainischen Soldaten heben.

Am Sonntag wurde russischen Behördenangaben zufolge ein Verwaltungsgebäude im Zentrum der Stadt Kursk im Südwesten des Landes von einem ukrainischen Drohnenangriff getroffen. Laut dem Gouverneur Roman Starowoit wurde das Dach des Gebäudes bei dem Angriff leicht beschädigt.

Derweil lief zwei Monate nach dem Ausstieg Russlands aus dem Getreideabkommen ein zweites mit ukrainischem Weizen beladenes Schiff in Richtung Türkei aus. Der Frachter "Aroyat" erreichte am Sonntagmorgen in Istanbul über den südlichen Ausgang des Bosporus das Marmarameer, wie aus Daten von Tracking-Websites hervorging. Die 17.600 Tonnen Weizen sind für Ägypten bestimmt.

Russland war Mitte Juli aus dem Getreideabkommen ausgestiegen, das der Ukraine trotz des russischen Angriffskrieges den Transport von Getreide über das Schwarze Meer ermöglicht hatte. Kiew öffnete Anfang August dann von mehreren Schwarzmeerhäfen aus Seewege für Handelsschiffe - ungeachtet der russischen Ankündigung, nach dem Auslaufen des Abkommens jedes Schiff aus der Ukraine oder mit dem Ziel Ukraine im Schwarzen Meer ins Visier zu nehmen.

Seitdem fuhren bereits mehrere Frachter von ukrainischen Häfen aus durch das Schwarze Meer, unter ihnen zunächst aber kein mit Getreide beladenes Schiff. Am Donnerstag erreichte mit der "Resilient Africa" ein erstes Schiff mit ukrainischem Weizen die Türkei.

C.Bell--TNT

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