The National Times - Scholz warnt vor Hoffnung auf raschen Frieden in der Ukraine

Scholz warnt vor Hoffnung auf raschen Frieden in der Ukraine


Scholz warnt vor Hoffnung auf raschen Frieden in der Ukraine
Scholz warnt vor Hoffnung auf raschen Frieden in der Ukraine / Foto: © AFP/Archiv

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat Forderungen nach einem raschen Waffenstillstand im Ukraine-Krieg zurückgewiesen. "Wir müssen uns vor den Scheinlösungen hüten, die den Frieden lediglich im Namen tragen", sagte Scholz am Dienstag in einer Rede beim Internationalen Friedenstreffen der katholischen Gemeinschaft Sant’Egidio in Berlin. "Frieden ohne Freiheit heißt Unterdrückung, und Frieden ohne Gerechtigkeit nennt man Diktat", sagte Scholz.

Textgröße ändern:

Deutschland werde die Ukraine weiter dabei unterstützen, sich "gegen die imperialen, historisch verblendeten Machtfantasien des Herrn im Kreml" zu verteidigen, sagte Scholz - und fügte hinzu: "Wir tun das auch, indem wir Waffen liefern". Solche Lieferungen halte er "auch friedensethisch für geboten".

In der anschließenden Diskussion mit dem Publikum richtete ein Vertreter des Franziskaner-Ordens die Frage an den Kanzler, ob jetzt nicht doch die Stunde für einen Waffenstillstand gekommen sei. "Was nicht geht ist, dass der Raubzug legitimiert wird", entgegnete der Kanzler. Es dürfe nicht geschehen, dass die von Russland eroberten Gebiete in der Ostukraine "für immer Russland" seien. "Einfach zu sagen, was ich mir mit Gewalt genommen habe, ist immer meines - das kann nicht die Grundlage für Frieden sein."

Zugleich rief der Kanzler zu neuen Anstrengungen bei der weltweiten Rüstungskontrolle auf. Er halte es für "wichtig, dass wir wieder einen Anlauf nehmen zur Rüstungskontrolle",sagte er. Dabei müsse auch die Kontrolle der atomaren Rüstung und der Proliferation eine Rolle spielen. Scholz verwies auf die Atomwaffen Nordkoreas und auf die iranischen Rüstungsambitionen: "Das ist gefährlich für den Weltfrieden."

Die katholische Laiengemeinschaft Sant'Egidio zählt nach eigenen Angaben mehr als 70.000 Mitstreiter weltweit und setzt sich in mehr als 70 Ländern für arme und sozial benachteiligte Menschen ein. Sie tritt auch als Vermittlerin in kriegerischen Konflikten auf.

A.Wood--TNT

Empfohlen

Emiratische Behörden: Flydubai-Copilot plante "Terrorakt"

Der Copilot der Flydubai-Maschine hat nach Angaben der emiratischen Behörden einen "Terrorakt" geplant. Der aus dem Oman stammende Mann habe den Piloten am Mittwoch auf dem Flug von Dubai nach Israel mit der Notaxt im Cockpit angegriffen, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur WAM am Samstag die Generalstaatsanwaltschaft. Der Copilot verletzte den Piloten schwer, konnte aber von Passagieren überwältigt werden, so dass die Maschine mit mehr als 170 Menschen an Bord später sicher landete.

Parlamentswahl in Lettland hat begonnen

In Lettland haben am Samstag die Parlamentswahlen begonnen. Sicherheit und Verteidigung sind die wichtigsten Themen für die Wählerinnen und Wähler, gefolgt von wirtschaftlichen Fragen. Trotz Zugewinnen für populistische und Protestparteien wird erwartet, dass bei der Wahl der proeuropäische und proukrainische Kurs des baltischen Staates mit 1,8 Millionen Einwohnern bestätigt wird. In Umfragen führt die Mitte-rechts-Partei Vereinte Liste von Ministerpräsident Andris Kulbergs.

G7 geben Rohöl- und Diesel-Reserven frei - Trump schließt Diesel-Exportstopp aus

Angesichts der massiv gestiegenen Spritpreise haben sich die G7-Staaten auf die Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl aus ihren Reserven verständigt - ein zuvor von den USA angedrohter Diesel-Exportstopp ist laut US-Präsident Donald Trump vom Tisch. "Wir werden kein Exportverbot verhängen", sagte Trump am Freitag im Weißen Haus und lobte die Entscheidung der europäischen Staaten, Diesel aus ihren Reserven freizugeben.

Lettland wählt neues Parlament unter Druck russischer Bedrohung

In Lettland wird am Samstag unter dem Eindruck wiederholter Drohnenvorfälle und der Bedrohung durch Russland ein neues Parlament gewählt. Trotz Zugewinnen für populistische und Protestparteien wird erwartet, dass bei der Wahl der proeuropäische und proukrainische Kurs des baltischen Staates mit 1,8 Millionen Einwohnern bestätigt wird. In Umfragen führt die Mitte-rechts-Partei Vereinte Liste von Ministerpräsident Andris Kulbergs.

Textgröße ändern: